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Hinweis

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Freitag, 26. Oktober 2007

Frag nach Sesam...

Es tut sich was: Die Homepage von Sesam ist, wenn schon nicht inhaltlich, doch formal neu gestaltet. Passend zu den Eidgenössischen Wahlen springt einem auf der Sesam-Startseite eine Frau mit Bauch ins Auge: Trotz der kalten Temperaturen nur leicht bekleidet in einem knapp sitzenden roten Shirt mit unverkennbar weissem Kreuz.
Für spontan entschlossene patriotische Sesam-EnthusiastInnen (mit Schweizer-Pass?) leider enttäuschend: Sie können sich noch immer nicht übers Internet für Sesam anmelden. Aber: Neu gibt es die (kostenpflichtige) ultimative Sesam-Infoline, die einem wohl in solchen Fällen weiter hilft. Das Sesam-Infomaterial ist auch produziert: Frisch ab Presse gibts den Flyer für Einsteiger oder aber die ausführliche 150grämmige Variante für Festentschlossene. Die rotgewandete schwangere Patriotin lächelt einem auch dort entgegen.
Was zudem auffällt: Ist das eigene Kind in der Kinderkrippe der Uni Basel untergebracht, so wird man dort (auch via Flyer) um Teilnahme an (einer) der Sesam-Vorstudie(n) gebeten: Für 3 Tage ein Papier-Tagebuch, danach ein elektronisches Tagebuch führen, Fragebögen ausfüllen und das Kind bekommt einen Aktigraph an den Unterschenkel. Die Belohnung für den Einsatz: Chf 120.- sowie ein Buchgeschenk.

Freitag, 21. September 2007

Basellandschaftliche Zeitung / MLZ 19.09.2007: Einblick in die Wissenschaft gewinnen

Es geht los: Das Forschungsprojekt Sesam startet Anfang Oktober. Gesucht werden schwangere Frauen; Andrea Masek stellt die Fragen.

Wie nun genau Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Nationale Forschungsprojekt Sesam gewonnen werden, erklärt der stellvertretende Direktor Alexander Grob.

Herr Grob, wann und wo geht es mit Sesam los?

Alexander Grob: In Basel im Oktober. In der Universitäts-Frauenklinik knüpfen wir den ersten Kontakt zu schwangeren Frauen. In der Regel lassen Schwangere in der zehnten bis zwölften Woche einen ersten Ultraschall machen. Der untersuchende Arzt oder die Ärztin machen sie dort darauf aufmerksam, dass das Spital Sesam unterstützt. Der Frau wird gesagt, sie könne mit einer Sesam-Kontaktperson im Spital sprechen. Diese werde sie darüber informieren, was Sesam ist. Willigt sie ein, werden in standardisierter Form erste Informationen zu Sesam gegeben.

Was meinen Sie mit standardisierter Form?

Grob: Alle Sesam-Mitarbeiterinnen werden so geschult, dass sie die Teilnehmerinnen einheitlich aufklären können. Beim Erstkontakt wird vorab geklärt, ob die Sprachkenntnisse ausreichen. Danach gibt es generelle Informationen über Studie, Ablauf und Untersuchungszeitpunkte.

Überfährt man damit die Frauen nicht etwas?

Grob: Keineswegs, es steht der Frau ja frei, mit der Kontaktperson zu sprechen. Anschliessend an das Gespräch wird die ausführliche Informationsbroschüre für Studienteilnehmende abgegeben, ebenso das Heft mit der Einverständniserklärung. So bekommen die interessierten Frauen und ihre Angehörigen Gelegenheit, sich zu Hause in Ruhe alles anzuschauen. Sie können auch jederzeit ihre Kontaktperson anrufen und Fragen klären.

Wer sind diese Kontaktpersonen?

Grob: Es sind alles Psychologinnen, die extra für diese Gespräche ausgebildet worden sind.
Wie lange geben Sie den Frauen Zeit, sich zu entscheiden?
Grob: Vier bis sechs Wochen. Nehmen die Frauen in diesem Zeitrahmen nicht selber Kontakt auf, rufen wir sie an. Sagen sie ja, laden wir sie zu einem Gespräch ein. Hier werden alle Punkte der Einverständniserklärung nochmals gemeinsam besprochen. Somit wird sichergestellt, dass sie genau wissen, welchen Risiken sie sich aussetzen.

Welchen Risiken setzt sie sich denn aus?

Grob: Unseres Wissens im psychologischen Bereich keinen. Dafür haben wir weltweit die Verantwortlichen von grossen Studien persönlich angeschrieben. Wir fragten, ob die Teilnehmenden irgendwelchen direkten oder indirekten Schaden genommen haben. Alle sagten sie nein. Wir sprechen hier dennoch von Risiken, um zu verdeutlichen, dass es sich hier um eine Studie handelt und nicht um eine individuelle psychologische Betreuung, bei der die Frau Hilfe für ihre persönlichen Probleme erhält. Das gehen wir mit den Teilnehmerinnen nochmals genau durch, bevor sie die Einwilligung unterschreiben. Wir halten uns dabei an internationale Standards.

Einmal unterschrieben, ist ein Ausstieg möglich?

Grob: Ja, der Ausstieg ist jederzeit und ohne einen Nachteil für die Frau möglich.

Für Ihre Studie brauchen Sie ja nicht nur Frau und Kind, sondern auch Partner und Grosseltern. Wie gewinnen Sie diese?

Grob: Die Frauen werden beim zweiten Gespräch gefragt, ob sie bereit sind, die Adressen ihres Partners/Mannes anzugeben wie auch jene ihrer Eltern und Schwiegereltern. Wir nehmen folglich Kontakt auf und erläutern ihnen die Studie.

Was ist, wenn sie nicht wollen?

Grob: Wir lassen sie wissen, dass wie auch immer sie sich entscheiden, es keine Konsequenzen für ihre Tochter/Schwiegertochter hat. Die Frau kann trotzdem teilnehmen.

Das würde aber bedeuten, dass wichtige Daten für Ihre Studie, die auf drei Generationen aufbaut, nicht gewonnen werden können.

Grob: Richtig, die Daten sind dann nicht vollständig. Aber wir lassen auch die Möglichkeit offen, dass jemand nur an bestimmten Fragestellungen mitmacht. Wenn jemand sagt, bei allem, was mit Biologie zu tun hat, möchte ich nicht mitmachen, akzeptieren wir das.

Im Vorfeld von Sesam ist immer wieder die nicht einholbare Zustimmung der Kinder diskutiert worden. Wer entscheidet nun über das Kind?

Grob: Eigentlich könnte die Mutter alleine darüber entscheiden. Doch wir haben beschlossen, wir wollen die Einwilligung sowohl der Mutter wie des Vaters.

Wie und wann werden die ersten Daten erhoben?

Grob: Bei Frau und Kind in der 20. Schwangerschaftswoche. Es folgen Untersuchungen in der 32. Woche. Der Vater wird ebenfalls in der 20. Woche befragt. Die Grosseltern haben in der 32. Woche einen ersten Untersuchtungstermin.

Was genau wird bei der Frau beim ersten Mal gemacht?

Grob: Bei Frau und Kind sind es Untersuchungen im Rahmen der medizinischen Routine. Bei der Frau werden Blut, Urin und Speichel genommen. Im Speichel und Urin kann man feststellen, wie stark die Person belastet ist. Die Frau wird zudem befragt und erhält auch Fragebögen.

Was wollen Sie in den Fragebögen wissen?

Grob: Wie sieht die Tagesorganisation aus? Wie ist sie jetzt, wie war das am Anfang der Schwangerschaft? Welche Vereinbarungen gibt es zwischen den Partnern? Wir fragen auch nach der Zukunft, dem möglichen Wiedereinstieg etc. Wir wollen wissen, wie sie ihren Alltag erlebt, wie das soziale Umfeld reagiert? Im Interview gehts um ihren psychischen Zustand, um psychische und medizinische Symptome und die soziale Situation.

Symptome?

Grob: Zum Beispiel, ob sie durchschläft oder ob Einschlafprobleme bestehen. Es ist ein klinisches Interview. Gefragt wird auch nach Medikamenten, Essverhalten etc.

Reden wir hier von Frau und Mann?

Grob: Ja, beim Mann werden die gleichen Untersuchungen und Befragungen gemacht.

Mit wie vielen Teilnehmenden rechnen Sie?

Grob: Das ist eine schwierige Frage. Als wir die Studie planten, taten wir dies aufgrund von Auftretenshäufigkeiten von bestimmten psychischen Erkrankungen. Wir wissen aufgrund von epidemologischen Studien, dass im frühen Erwachsenenalter ein gewisser Anteil der Bevölkerung an einer spezifischen psychischen Krankheit leidet. Rechnet man zurück, brauchen wir eine minimale Zahl von Teilnehmenden, damit die Entwicklungspfade zu dieser Krankheit erst verstanden und wissenschaftlich untersucht werden können. Aufgrund dieser Überlegungen ist die Zielgrösse von 3000 teilnehmden Familien zustande gekommen. Die Kliniken haben uns angegeben, wie viele Frauen pro Jahr zu ihnen für die Vorsorge ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel und die Geburt kommen. Für Basel heisst das, wir sollten innert zwei Jahren um die 250 Frauen gewinnen können.

Die vorher Fragen beantwortet haben wollen . . .

Grob: In der Broschüre finden sie sehr viele Fragen, bei denen wir dachten, dass sie gestellt würden. Über den wissenschaftlichen Rahmen der Studie, die beteiligten Forscher, die Belastung, den möglichen Ausstieg etc.

Und kritischere Fragen nach Datenschutz etwa?

Grob: Auch hier geben wir offen Auskunft, wie wir die Daten handhaben. Wie wir die psycho-soziologischen Daten speichern, wie › von diesen getrennt › die biologischen Daten aufbewahrt werden. Es war ja eine der Auflagen der Ethikkommission, die biologischen Daten der Kinder getrennt an einem fremden Ort in einer Biodatenbank aufzubewahren. Die Daten werden dann nicht individuell ausgewertet; es werden keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gemacht oder ermöglicht.

Sie mussten ja auch einwilligen, die Daten der Kinder erst zu verwenden, wenn diese selbst ihr Einverständnis geben können.

Grob: Zuerst möchte ich präzisieren: Die psycho-sozialen Daten der Kinder, die in Beobachtungssituationen gewonnen werden, dürfen wir schon jetzt auswerten. Die genetischen Daten, die DNA-Sequenz, dürfen wir erst auswerten, wenn die Kinder ihre Einwilligung gegeben haben. Diese Auflage hat die Ethikkommission gemacht und diese halten wir ein, auch wenn wir dies aus der Perspektive möglichen Erkenntnisgewinns und damit möglichem Nutzens zum besseren Verständnis von Krankheit und Gesundheit bedauern.

Wann wird das Kind denn zum ersten Mal tatsächlich untersucht?

Grob: Nach der Geburt. Die ersten Tage sollen Mutter und Kind aber fast unbelastet bleiben. Wir erfassen nur Minimales: Wir nehmen Speichel vom Kind und es wird der obligate Fersenstich gemacht. In der ersten Lebenswoche heisst das rund 20 Minuten. Die meisten dieser Untersuchungen erfolgen im Rahmen der Spitaltroutine.

Und danach?

Grob: Dann gibt es Erhebungen in der 6. Woche, im 6., 12. und 24. Monat. Nachher werden die Abstände noch grösser, ungefähr bis zum 6. Lebensjahr einmal pro Jahr, danach alle zwei Jahre. Die Veränderungen am Anfang des Lebens sind enorm, deshalb die grössere Frequenz. Die Basisabklärung ist dabei jedes Mal dieselbe. Weiter gibt es aufs Alter bezogene Verhaltungsbeobachtungen, es wird etwa geschaut, wie verhält sich das Kind, wenn die Eltern mit dem Kind spielen.

Verhält sich das Kind nicht anders, wenn ein Fremder dabei ist und sind demzufolge die Beobachtungen nicht verzerrt?

Grob: Kinder erleben viele Situationen, in denen fremde Personen natürlicherweise anwesend sind. Auch die Untersuchungen von Sesam sind eine derartige Situation. Das Kind kommt mit den Eltern zu uns; es spielt beispielsweise in unserem Spielzimmer.

Was müssen respektive dürfen Sie unternehmen, wenn Sie feststellen, dass etwas nicht stimmt?

Grob: Wir haben da klare Vorgaben: Im Kontext eines Offizialdelikts, zum Beispiel eines Miss- brauchs von Mutter oder Kind, wenden wir die gleichen Regeln an wie das Universitätsspital, wir müssen informieren. Liegt eine akute Gefährdung an Leib und Seele einer Person vor, schreiten wir helfend aus berufsethischen Gründen ein. Bei allem anderen können wir nicht direkt einschreiten.

Das tönt ernst. Profitieren die Teilnehmenden auch davon?

Grob: Zum einen gewinnen Mutter und Vater Einblick in die Wissenschaft. Zum anderen drücken sie gegenüber Kind und Eltern eine gewisse Haltung aus. Sie stehen zu etwas. Sie sehen sich als Teil einer grösseren Gemeinschaft, für die sie etwas einbringen. Das Kind wird irgendwann fragen, wieso sie da mitgemacht haben. Die Eltern müssen dann Stellung beziehen. Das ist wie eine Erziehungshaltung. Ich gebe Werte an mein Kind weiter und vertrete diese auch. Ich persönlich hoffe, die Kommunikation in der Familie wird angeregt.

Hoffen müssen Sie auch, dass das Kind › dann vielleicht eine alles ablehnde Jugendliche › einst die Zustimmung zum Gebrauch der Daten gibt.

Grob: Ich bin überzeugt, wenn wir die Kinder, Eltern und Grosseltern fair behandeln, das heisst offen über die Ziele der Studie informieren sowie transparent Einblick in die Untersuchungsanordnung geben, machen sie mit. Die Kinder mögen dann aufmüpfig sein, aber sie werden erkennen, dass sie immer gut behandelt worden sind und über die Freigabe der Daten selber entscheiden. Andere Studien zeigen, dass die Kinder in der Adoleszenz nicht ausgestiegen sind.

«Wenn jemand sagt, alles was mit Biologie zu tun hat, möchte ich nicht mitmachen, akzeptieren wir das.»
«Die genetischen Daten dür- fen wir erst auswerten, wenn die Kinder ihre Einwilligung gegeben haben.»
«Andere Studien zeigen, dass die Kinder in der Adoleszenz nicht ausgestiegen sind.»

Donnerstag, 13. September 2007

WoZ 13.9.: Der forschungspolitische Kaninchentrick

Roland Fischer in der WoZ:
Demnächst soll es losgehen: Nachdem sich das Bewilligungsverfahren für Sesam (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) länger hingezogen hat, als es den Projektverantwortlichen lieb war, will man im Oktober mit der Rekrutierung schwangerer Frauen für die gross angelegte Studie zur psychischen Entwicklung beginnen. Da bislang erst die Ethikkommission beider Basel (EKBB) grünes Licht gegeben hat, rekrutiert man vorderhand am Sesam-Hauptstandort. In Zürich, Bern, Lausanne und Genf wird man voraussichtlich erst nächstes Jahr mit der Suche nach Studienteilnehmerinnnen beginnen können. Die Zürcher Ethikkommission wird die Studie im Oktober unter die Lupe nehmen, in Bern wollte man zum Termin keine Auskunft geben. In der Romandie wurden die Gesuche noch nicht eingereicht. Ob sich die Hoffnung der Sesam-Verantwortlichen erfüllt, dass die Studie nach dem EKBB-Entscheid in den anderen Kantonen einfach durchgewinkt wird, ist fraglich. In Zürich wird es laut Niklaus Herzog, dem Sekretär der Kommission, vermutlich kein abgekürztes Bewilligungsverfahren geben.
Die Sesam-WissenschaftlerInnen sind in Eile, denn sie befürchten, nicht so viele TeilnehmerInnen wie erhofft zu finden. 3000 Familien will man bis 2009 für die Kernstudie gewinnen, und nochmals an die 1000 Familien für diverse Teilstudien. Alexander Grob, stellvertretender Direktor von Sesam, gibt zu, dass das Ziel ambitiös sei. Man strebt eine Quote von 75 Prozent der angefragten Familien an. Für die Kernstudie rekrutiert man an Unispitälern, die werdenden Mütter sollen direkt von den behandelnden ÄrztInnen zur Teilnahme bewogen werden. Für den erheblichen Aufwand werden die TeilnehmerInnen (neben der Mutter
und ihrem Kind auch der Vater und wenn möglich die Grosseltern) finanziell nicht entschädigt. Aber immerhin: Sesam kommt zustande, auch wenn sich deutlich weniger als 3000 Familien verpflichten sollten. Noch vor einem halben Jahr stand ein grosses Fragezeichen hinter der Studie. Die Finanzierung der ersten Projektphase war zwar gesichert, der Nationalfonds hat Sesam den Status eines nationalen Forschungsschwerpunkts verliehen, und Roche hat einen grossen Anteil der verlangten Drittmittelfinanzierung übernommen.
Doch dann erwies sich die EKBB als Spielverderberin. Man beurteilte die Studie zwar prinzipiell positiv, doch eine Auflage hatte es in sich: Die Kommission verlangte, auf genetische Tests an Kindern bis zu deren Volljährigkeit zu verzichten. Damit geriet das ganze Studiendesign in Schieflage: Die biologisch-genetische Perspektive ist ein zentraler Aspekt von Sesam. Und einfach zu warten, bis die Einwilligung der Kinder vorliegt, war keine realistische Alternative: «Zwanzig Jahre sind ein enormer Zeitraum im wissenschaftlichen Kontext», sagt Alexander Grob.
Doch plötzlich zauberten die Sesam-Verantwortlichen einen neuen Schwerpunkt aus dem Hut: die Epigenetik. Das Forschungsgebiet ist der letzte Schrei auf dem molekularbiologischen Laufsteg, es untersucht nicht die genetische Veranlagung, sondern deren Regulation. Der genetische Einfluss ist dem Menschen ein für alle Mal eingeschrieben, die Epigenetik hingegen ist in ständigem Fluss, weshalb man beim Sammeln diesbezüglicher Informationen nicht zuwarten kann. Die EKBB hat der Entnahme von Speichelproben bei Säuglingen für epigenetische Tests zugestimmt. Und sie hat den Sesam-ForscherInnen das Versprechen abgenommen, damit keine genetischen Tests zu machen - denn genetisches und epigenetisches biologisches Material lassen sich nicht trennen.
Dem von Sesam-GegnerInnen geäusserten Vorwurf, die Epigenetik sei erst nach dem negativen EKBB-Entscheid aufgetaucht, um die biologischen Aspekte von Sesam zu retten, widerspricht Urs Christ vom Nationalfonds: «Die Epigenetik war schon Teil der ersten Forschungseingabe.» Man habe das ganze Projekt nach dem Entscheid allerdings von einem internationalen Expertengremium nochmals begutachten lassen. Es stand also durchaus die Frage im Raum, ob Sesam ohne Genetik überhaupt noch Sinn ergab. Was genau mit den Speichelproben geschieht, ist indes noch nicht klar. Man sammelt erst mal auf Vorrat, bis die entsprechende Methodik ausgearbeitet ist, die Proben werden in einer externen Biobank aufbewahrt.
Die EKBB hat allerdings ein Vetorecht: Die Sesam-ForscherInnen müssen genaue Protokolle der geplanten Tests einreichen, und die Ethikkommission behält sich vor, bei Bedenken auf ihren prinzipiell positiven Entscheid zurückzukommen. Das Zittern im Sesam-Lager ist also noch nicht vorbei.

WoZ 13.9.: "Die Seele im Gewebe suchend"

Benno Vogel in der WoZ:
Es ist nicht einfach, einen Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung und psychischem Leid nachzuweisen. Trotzdem taugt das Konzept bestens dazu, Forschungsmillionen einzuwerben.

Begonnen hat die Suche nach den Genen, die einen Einfluss auf den seelischen Zustand des Menschen haben sollen, Anfang der neunziger Jahre. Technische Fortschritte in der molekularen Genetik ermöglichten es damals erstmals, die Wirkungen von einzelnen Genvariationen im grossen Stil zu unter­suchen. Begeistert von den neuen Möglichkeiten machten sich auch Forschende aus dem psychologischen Bereich daran, das menschliche Erbgut zu durchleuchten. Rasch waren die ersten Erfolge zu vermelden - die Gene für Depression, Angstneurosen oder Schizophrenie schienen gefunden.

Doch so rasch die Erfolge erzielt wurden, so schnell verflog die Euphorie zumeist wieder, wenn die Forschenden genauer hinschauten. Methodische Mängel, schlecht konzipierte Studien und zu kleine Datensätze sorgten ­dafür, dass sich viele der vermeldeten Erfolge als falsch erwiesen.

Rauchen, Asbest, Trauma

Auch bei jenen Resultaten, die einer vertieften Analyse standhielten, mussten die Forschenden feststellen, dass Gene nur einen sehr schwachen Einfluss haben. Wie schwach, das zeigt ein Blick auf das Odds Ratio. Dieser statistische Wert beziffert Krankheitsrisiken. Das Odds Ratio zwischen Rauchen und Lungenkrebs zum Beispiel liegt bei etwa 20, dasjenige zwischen Asbestexposition und Krebs bei rund 15 und das­jenige zwischen einem traumatischen Erlebnis und dem Ausbruch einer Depression bei ungefähr 12.

Das Odds Ratio zwischen einzelnen Genen und psychischen Krankheiten hingegen beträgt im Schnitt gerade mal 1,3. Mittlerweile ist auch ExpertInnen klar geworden, dass das Konzept «Gen X verursacht psychische Krankheit Y» nicht der Realität entspricht.

Haben weitere Untersuchungen - wie die Sesam-Studie (vgl. nebenstehenden Artikel) - einen Sinn, wenn sich bisher bloss schwache genetische ­Einflüsse auf die Psyche zeigten? Die meisten Forschenden sagen Ja. Sie vertrauen darauf, dass mit gründlicheren Methoden schliesslich doch noch Gene gefunden werden können, die einen starken Einfluss auf die Psyche haben.

Zudem haben die Forscher­Innen ihre Konzepte angepasst. Sie suchen nicht mehr nach genetischen Ursachen, sondern nach genetischen Anfälligkeiten, und im ­Visier sind nicht mehr einzelne Gene, sondern Genprofile, also ­ganze «Genfamilien», die im Zusammenspiel ­eine menschliche Eigenart beeinflussen. Deshalb lautet auch die Frage nicht mehr: «Welches Gen macht depressiv?», sondern: «Welches genetische Profil bedingt, dass gewisse Menschen nach einem traumatischen Erlebnis depressiv werden, andere aber nicht?»

Ein weiterer Grund, weshalb die Mehrheit der Forschenden an genetischen Untersuchungen festhält, ist pragmatischer Natur. Selbst wenn nur Gene mit schwachen Einflüssen gefunden werden, eröffnen diese allemal neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Medikamenten. Solche Versprechungen helfen bei der Beschaffung von Forschungsmitteln, egal, wie vage der pharmakologische Nutzen vorderhand ist.

Durchs Labyrinth zur Depression

Andere ForscherInnen stehen genetischen Analysen skeptisch gegen­über. Sie halten die Idee, dass psychische Krankheiten durch Untersuchungen des Erbguts erklärt werden können, für falsch. Als Grund fügen sie die Komplexität psychischer Krankheiten an. Ein Einblick: Etliche unterschiedliche Stoffwechselwege sind an seelischen Zuständen beteiligt, die dann als Depression diagnostiziert werden. Hinter jedem dieser Stoffwechselwege stehen Dutzende verschiedene Gene. Diese wieder­um interagieren nicht nur miteinander, sondern auch mit der Umwelt. Und dann spielen auch Selbstwertgefühl, Lebensgeschichte und Charakter der PatientInnen eine Rolle auf dem langen Weg vom Erbgut bis zur ausgeprägten Depression. Diese Komplexität lässt sich kaum entwirren, und deshalb bezweifeln diese ForscherInnen, dass sich aus genetischen Untersuchungen medizinisch nutzbares Wissen ableiten lässt.

In der Kritik steht auch der Ansatz, über Gene neue Angriffspunkte für Medikamente zu entdecken. Nur drei Prozent der Projekte, die diesen Ansatz verfolgen, schaffen es, eine neue Substanz in präklinische Tests zu bringen. Und von dort ist es nochmals ein langer Weg zum marktreifen Medikament.

Wo steckt die Psyche?

Während das Für und Wider genetischer Untersuchungen innerhalb der Forschergemeinde heftig diskutiert wird, beginnt sich eine neue Disziplin zur Untersuchung biologischer Krankheitsursachen zu etablieren: die Epigenetik. Hier geht es nicht um die Gene, sondern um deren­ Zustand - also die Frage, ob die Gene an- oder abgeschaltet sind. Der Zustand der Gene - Epigenom genannt - kann vererbt sein, ist aber auch durch die Umwelt beeinflussbar und wird mittlerweile als möglicher Faktor bei der Entstehung von Krankheiten angesehen. So sind auch bei den 3000 Kindern der Sesam-Studie epigenetische Untersuchungen geplant.

Noch steckt die Epigenetik in den Kinderschuhen. Im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit bei psychischen Erkrankungen stellt sich jetzt schon eine interessante Frage: Wo steckt die Psyche? Da sich das Epigenom von Gewebe zu Gewebe und von Organ zu Organ unterscheidet, ist es womöglich nicht unerheblich, welches Epigenom man mit psychischen Zuständen in Verbindung zu bringen versucht. Bei Sesam schaut man den ProbandInnen dazu vorerst mal ins Maul: Die Forschenden werden den Kindern Zellen der Mundschleimhaut entnehmen.

Ob Genetik oder Epigenetik - hinter beiden Ansätzen steckt die Idee, Ursachen psychischer Krankheiten in der Biologie des Menschen zu finden. Dass die Biologie Ängste oder Depressionen zulässt, ist klar. Wenn aber weltweit zunehmend mehr Menschen wegen Ängs­ten und Depressionen behandelt werden, kann die Ursache dafür nicht im Erbgut liegen. Denn dieses ändert sich nicht wesentlich in kurzer Zeit. Die ­eigentlichen Gründe für die zunehmende Diagnose psychischer Krankheiten sind ausserhalb der Biologie und womöglich in den gesellschaftlichen Bedingungen zu suchen. Das Ziel der biologischen Untersuchungen bleibt vor diesem Hintergrund wirtschaftlich-pragmatisch: neue Psychotherapeutika entwickeln und damit den Menschen, die ein ungünstiges genetisches Profil haben, helfen, sich den herrschenden Bedingungen anzupassen. Die ­Sesam-Kinder werden in achtzehn Jahren, wenn sie mündig sind, entscheiden können, ob sie dieses Ziel unterstützen wollen oder nicht.

Donnerstag, 6. September 2007

Basellandschaftliche Zeitung/MLZ 6.9.07: Uni-Studie sorgt für Verwirrung

Psychologen Stress wegen Stress-Projekt

von Andrea Masek

«Mütter (und Väter) für Studie gesucht!» Dieser Aufruf hängt in diversen Instituten und Seminaren der
Universität Basel. «Wie wichtig ist die Zeit vor der Geburt für die Entwicklung eines Menschen?» wird auf dem Flugblatt gefragt. Um genau diese Frage zu beantworten, führt die Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Fakultät für Psychologie der Uni Basel ein Projekt durch. Und dafür wird um Unterstützung gebeten.
Dieser Aufruf macht stutzig. Die Leser und Leserinnen werden sich zu recht fragen, ob das Ganze mit dem Nationalen Forschungsprojekt Sesam zu tun hat - eine Langzeit-Studie zur seelischen Gesundheit
der Schweizer Bevölkerung. Sesam hat für seine Hauptstudie kürzlich grünes Licht von der Ethikkommission beider Basel bekommen (die bz berichtete). Auch dort sucht man werdende Mütter, deren Partner und die Grosseltern.
Aber erst ab Anfang Oktober und in Basel ausschliesslich in der Frauenklinik des Universitätsspitals, wie der stellvertretende Direktor von Sesam, Alexander Grob, der bz versichert. Er betont, dass die auf den Flugblättern erwähnte Studie «Erfahrungen in Mamas Bauch» mit Sesam nichts zu tun habe, sondern ein davon ganz unabhängiges Projekt sei.

Umstrittene Speichelprobe
Ein Projekt, das der Studienleitung zufolge von der zuständigen Ethikkommission bewilligt worden ist (für eine Stellungnahme war gestern niemand erreichbar). Dies erstaunt, weil die Mütter auf dem Flugblatt unter anderem darum gebeten werden, Haare, Nägel und auch Speichel von sich und dem Baby zu sammeln. Gerade die Speichelprobe war und ist bei Sesam ein höchst umstrittener Punkt. Erst nach strengsten Auflagen durch die Ethikkommission beider Basel, wurde sie bewilligt. Verwendet werden dürfen die (speziell gesicherten) Proben jedoch erst, wenn das Kind erwachsen ist und seine Zustimmung zum Gebrauch gibt. Verwunderlich ist es deshalb nicht, dass sich der «Basler Appell gegen Gentechnologie» zum Projekt «Erfahrungen in Mamas Bauch» äussert- und gleichzeitig gegen Sesam schiesst. Er hat von Anfang an die Sesam-Studie angegriffen und die Speichelprobe ist ihm nach wie vor ein Dorn im Auge. Beim Projekt mit dem, in seinen Worten «naiven Titel» wittert er missbräuchliche Forschungspraktiken der Sesam-Verantwortlichen. In einer Medienmitteilung fragt er: «Ist dies ein verkapptes Sesam-Teilprojekt? Werden auf diese Weise durch die Hintertür zusätzlich Daten gesammelt, die Sesam später zugeführt werden sollen?»
Dem ist nicht so, wie die bz geklärt hat. Der Inhalt der Mitteilung des Basler Appells sei spekulativ und irreführend, heisst es seitens der Sesam-Verantwortlichen. Sie kritisieren auch, dass der Appell einmal mehr die Unbescholtenheit der Forschenden in Zweifel zieht.
Der Basler Appell wird aber auch dieses Projekt der faultät für Psychologie ganz genau unter die Lupe nehmen. Selbst wenn auf dem Flugblatt steht, dass keine genetischen Analysen durchgeführt, sondern
nur verschiedene Stresshormone untersucht würden.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Basler Appell fordert Verzicht auf Speichelproben

Der Basler Appell gegen Gentechnologie verlangt von Sesam, auf Speichlproben zu verzichten und kündet an, er werde bei der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht betreffend SESAM eine Stiftungsaufsichtsbeschwerde einlegen:
Seit gestern hat SESAM grünes Licht von der Ethikkommission beider Basel. Die Freigabe des umstrittenen Forschungsprojekts schliesst die Entnahme von Speichelproben bei Neugeborenen entgegen der ursprünglichen Intention mit ein. Der Basler Appell gegen Gentechnologie kritisiert den Entscheid der Ethikkommission und fordert den Verzicht auf die Speichelentnahmen aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der Kinder.
Nach langem Ringen hat die Ethikkommission beider Basel (EKBB) dem von allen Seiten kritisierten Nationalen Forschungsschwerpunkt SESAM die Bewilligung erteilt: Das Projekt kann nun mit der Rekrutierung der Versuchspersonen – den schwangeren Frauen – beginnen. Entgegen den Forderungen der EKBB vom März dieses Jahrs – verlangt wurde der Verzicht auf Entnahme und Untersuchung des Erbguts der neugeborenen Probanden – krebst die Kommission zurück: Der Speichel soll nun doch gleich nach der Geburt entnommen werden dürfen, muss aber bei einer unabhängigen Stelle in einer Biobank verwahrt werden, bis die mündigen Studienteilnehmer dereinst ihre Zustimmung zur Untersuchung geben werden.
Als Grund für den Entscheid werden epigenetische Untersuchungen ins Feld geführt. Die Epigenetik untersucht nicht die Sequenz der Gene auf der DNA sondern wie, wann und warum sie ein- oder ausgeschaltet werden; ein Wissenschaftszweig, der derzeit boomt und wo SESAM mitmischen möchte. Bisher redete man von der SESAM-Seite die Bedeutung der genetischen Untersuchungen im Rahmen des Projekts klein. Und von Untersuchungen der Epigenetik war bisher noch nie die Rede. Doch nun wird offenkundig, welche Lorbeeren man sich verspricht von den genetischen Daten, zu denen Neugeborene den Zugang verschaffen sollen.
Der Basler Appell gegen Gentechnologie warnt davor, Fakten zu schaffen, lange bevor die Mündigkeit der Kinder erreicht ist. Die Probleme, die sich im Umgang mit Biobanken ergeben, sind hinlänglich bekannt. Gesetzliche Regelungen gibt es zur Zeit noch keine und der Persönlichkeitsschutz der Menschen, deren Proben eingelagert sind, wird nur selten gewahrt. Noch immer ist für die Öffentlichkeit unklar, wer wann mit welcher Fragestellung und vor allem mit welcher Berechtigung Zugang zu den bei SESAM gesammelten Datenbergen erhalten wird. Der Basler Appell gegen Gentechnologie spricht sich gegen die Vereinnahmung von Kindern aus, die nicht einwilligungsfähig sind. Wir fordern die SESAMProjektleitung auf, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen sowie Mittel und Ziele von SESAM öffentlich zu deklarieren. Der Verein wird zudem bei der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht betreffend SESAM eine Stiftungsaufsichtsbeschwerde einlegen.

NZZ: "Freie Bahn für Sesam"

Neue Zürcher Zeitung am Donnerstag, 26.07.2007 auf Seite 14:
Freie Bahn für «Sesam» in Basel

Ethikkommission gibt definitive Einwilligung zur Langzeitstudie


Der Langzeitstudie «Sesam», die eine Untersuchung von Kindern von der Geburt bis zur Volljährigkeit vorsieht, steht nichts mehr im Weg. Die Ethikkommission beider Basel hat dem Projekt zugestimmt. Im Oktober wird mit der Rekrutierung schwangerer Frauen begonnen.

Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat der von der psychologischen Fakultät der Universität geplanten Studie zur Erforschung von psychischen Erkrankungen das «nihil obstat» erteilt. Der Durchführung des Projekts steht in Basel, mit anderen Worten, nichts mehr entgegen, und die Detailvorbereitungen können in Angriff genommen werden. Im März hatte die EKBB die Bedingungen genannt, unter denen sie «Sesam» zustimmt. Verlangt hatte sie unter anderem, dass an den jugendlichen Probanden bis zum Erreichen der Volljährigkeit keine genetischen Analysen durchgeführt werden. Das Projekt erfuhr damit zwar eine Einschränkung. Da den Betreibern aber gleichzeitig das Recht zugestanden wurde, epigenetische Studien durchzuführen (also den veränderlichen Teil der DNA zu untersuchen), akzeptierten sie die Auflagen ohne Murren. In Bezug auf die Epigenetik ist es den Forschern nun wohl erlaubt, den Säuglingen Speichelproben zu entnehmen; die so gewonnenen Informationen müssen aber in externen Datenbanken aufbewahrt werden und dürfen erst später untersucht werden (vgl. NZZ 17. 7. 07). Trotz diesen Auflagen fordert der «Basler Appell gegen Gentechnologie», dass auf die Entnahme von Speichelproben verzichtet werden soll.

Das Projekt, das für einen Zeitraum von 20 Jahren konzipiert ist und die Untersuchung von Kindern von der Geburt bis zur Volljährigkeit umfasst, ist von der EKBB vorerst für eine Periode von 2 Jahren freigegeben worden. Eine Etappierung des Vorhabens war von Anfang an vorgesehen, weil es, wie der Sprecher von «Sesam», Daniel Habegger, erklärt, den Eltern der Probanden nicht zuzumuten ist, dass sie eine Einwilligung geben, die über zwei Jahrzehnte Gültigkeit hat. Eine Aufteilung in einzelne Perioden war aber auch im Interesse der Studien-Betreiber, da sich Erhebungsarten und Messinstrumente sowie die entsprechenden Protokolle nicht zum Vornherein für 20 Jahre festlegen lassen. Nach Erreichen der jeweiligen Zwischenziele werden die Forscher die Möglichkeit haben, ihre Methoden zu prüfen und notfalls zu ändern - worauf sie allerdings wieder der Ethikkommission vorgelegt werden müssen. Die EKBB hat für Basel entschieden. Was in Sachen «Sesam» an den Standorten Zürich, Bern, Lausanne und Genf geschieht, werden die jeweiligen kantonalen Ethikkommissionen zu beurteilen haben. Bei den Projektverantwortlichen in Basel geht man davon aus, dass diese Gremien sich im Wesentlichen auf die Arbeiten und Erkenntnisse der EKBB stützen und dem Projekt ebenfalls zustimmen werden.

Fest steht dagegen, dass man in Basel im Oktober mit der Rekrutierung von Frauen beginnen wird, die ab Frühling 2008 ein Kind gebären werden. Werdende Mütter, die zur Vorsorgeuntersuchung an die Universitätsklinik gelangen, sollen ab der 12. Woche über «Sesam» informiert werden. Danach haben sie (und ihre Familien) einige Wochen Zeit, um sich für oder gegen eine Teilnahme zu entscheiden. Wenn eine Einwilligung erfolgt, sollen die Frauen erstmals in der 20. oder 21. Schwangerschaftswoche auf die für «Sesam» relevanten Daten hin untersucht werden. Väter und Grosseltern werden nach Möglichkeit ebenfalls in die Studie einbezogen. Dass die ganze Familie mitmacht, wird von den Projektverantwortlichen als Idealfall bezeichnet, ist aber keine Voraussetzung, um an der Studie zu partizipieren.

In den nächsten zwei Jahren wird man versuchen, in der Schweiz insgesamt 3000 Probanden zu rekrutieren. Nach den Angaben von Habegger sollte die Stichprobe am Ende keinesfalls kleiner sein als 1500, da eine geringere Zahl die Aussagekraft allfälliger Erkenntnisse beeinträchtigen würde. Pekuniäre Anreize für ein Mitmachen wird es keine geben; ein Entgelt, das über Spesenentschädigungen hinausgeht, ist nicht vorgesehen. Geplant sind einzig kleine Präsente, die aber nicht mehr als symbolischen Charakter haben werden und nicht mehr als ein paar Franken kosten dürfen. Zur Finanzierung dieser Mini-Geschenke sucht man noch Sponsoren, angesichts der politischen Turbulenzen, die «Sesam» ausgelöst hat, ein nicht ganz einfaches Unterfangen.

Mittwoch, 25. Juli 2007

basellandschaftliche Zeitung: "EKBB gibt grünes Licht"

Die Basellandschaftliche Zeitung (bz) schreibt heute Mittwoch auf der Frontseite:
Forschungsprojekt Sesam kann starten

Die Ethikkommission beider Basel hat die Studie freigegeben

Definitiv grünes Licht für den Nationalen Forschungsschwerpunkt Sesam der Universität Basel: Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat die Kernstudie für den Standort Basel gestern freigegeben, wie die bz in Erfahrung bringen konnte. Sämtliche Auflagen der EKBB, die sie noch im März publik gemacht hatte - die bz berichtete - sind zur Zufriedenheit der Kommission erfüllt worden.

Die Projektverantwortlichen von Sesam bestätigten der bz gestern Abend den positiven Entscheid und bekundeten grosse Freude, dass das Projekt jetzt «endlich» starten könne. Sesam begleitet drei Generationen über 20 Jahre. Die Studie soll Aufschluss geben über die seelische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung.

Immer wieder war in den letzten zwei Jahren Kritik am Projekt laut geworden. Es wurden auch über 12 000 Unterschriften dagegen gesammelt. Vor allem die Untersuchungen an Kindern gaben zu reden.

Dank der Freigabe der Kernstudie durch die EKBB kann nun aber mit der Rekrutierung von Familien in Basel begonnen werden. Gemäss den Verantwortlichen werden an der Universitäts-Frauenklinik ab Oktober schwangere Frauen, die Vorsorge-Untersuchungen besuchen, erstmals über Sesam informiert. Rund einen Monat haben die Frauen und ihre Familien danach Zeit, sich zu entscheiden, ob sie mitmachen möchten. Sie werden in dieser Zeitspanne genaustens über die Projektziele und den Projektablauf dokumentiert.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Ende August: erste "sesam summer school"

Der Website von sesam ist zu entnehmen:
Der Nationale Forschungsschwerpunkt sesam (swiss etiological study of adjustment and mental health) veranstaltet vom 27. bis 29. August 2007 die erste Summer School, zum Thema

„Risk and Protective Factors of Human Development“.

Ausgewiesene internationale Experten auf dem Gebiet der Forschung zu Schutz- und Risikofaktoren menschlicher Entwicklung werden ihre Forschungsarbeiten präsentieren. In interaktiven Workshops werden Forschungsfragen und Forschungsstrategien mit den Nachwuchswissenschaftler/-innen von sesam diskutiert. Öffentliche Vorträge der eingeladenen Wissenschaftler, die in ihre Forschungsarbeiten einführen, finden jeweils am Vormittag statt. sesam lädt die Öffentlichkeit sehr herzlich zu diesen öffentlichen Vorträgen ein. Die Vorträge finden jeweils vormittags in der Alten Universität am Rheinsprung 9 in Basel statt. Die Referenten und Themen sind:

Montag (27.08.2007) 9.15-13.00
Alexander Jones (Southampton): “Developmental Origins of Health & Disease - Theories and Methods”
Meir Steiner (Toronto): "Perinatal Mood and Anxiety Disorders: Diagnosis and Treatment”

Dienstag (28.08.2007) 9.15-13.00
Arturas Petronis (Toronto): “Normal and Abnormal Behavior: The Epigenetic Perspective”.
Katri Räikkönen (Helsinki): “Developmental Aspects of Human Growth and its Effects on the Well-being of an Individual”

Mittwoch (29.08.2007) 10.00-13.30
Stella Reiter-Theil (Basel): “Ethics in Research in Clinical Psychology and Scientific Integrity”
Dieter Wolke (Warwick): „Infant Regulatory Problems and their Consequences“

Dienstag, 17. Juli 2007

Nachtrag: baz-Interview 29.6.07 mit Hans Kummer, ex-Präsident der Ethikkommission beider BAsel EKBB

Basler Zeitung, 29. Juni 2007: «Wir lassen uns nicht dreinreden», Hans Kummer zur Arbeit der Ethikkommission

Interview: Martin Hicklin und Stefan Stöcklin

Siebeneinhalb Jahre hat Hans Kummer, ehemals Professor für Innere Medizin am Bruderholzspital, die Ethikkommission beider Basel präsidiert und dabei Hunderte von Gesuchen begutachtet. Jetzt gibt er sein Amt ab und zieht Bilanz.

baz: Herr Kummer, Sie präsidieren seit siebeneinhalb Jahren die Ethikkommission beider Basel (EKBB) und geben heute dieses Amt ab. Tun Sie dies mit Erleichterung, Befriedigung oder Wehmut?

Hans Kummer: Mit allem zusammen. Erleichtert bin ich, weil ich finde, siebeneinhalb Jahre sind genug. Ich verspüre auch Befriedigung, denn diese Zeit hat mir fachlich sehr viel gegeben: Ich habe viel gelernt über Ethik und konnte mit Leuten arbeiten, mit denen ich sonst nicht mehr zusammengekommen wäre: mit Ethikern, Juristen und Pflegefachleuten. Etwas Wehmut spielt auch hinein, denn ich habe diese Arbeit mit Freude gemacht. Aber die Wehmut ist kleiner als die Erleichterung.

Ihre Kernaufgabe war die Beurteilung von Gesuchen zu klinischen Studien am Menschen. Wie viele Gesuche hat die Kommission im letzten Jahr bearbeitet?

Im letzten Jahr waren es 341 Gesuche. Zum grössten Teil stammen sie aus den Universitätskliniken, zum kleineren Teil von nichtuniversitären Spitalabteilungen und der Swisspharma in Allschwil, selten auch von praktizierenden Ärzten. Etwa die Hälfte wird von der Pharmaindustrie gesponsert, der Rest hauptsächlich vom Schweizerischen Nationalfonds.

Wie viele der Studien wurden bewilligt?

Endgültig abgelehnt haben wir letztes Jahr nur drei Gesuche aber diese Zahl täuscht. Denn im ersten Anlauf bewilligen wir auch nur etwa zehn Prozent der Gesuche. In den meisten Fällen verlangen wir noch Modifikationen oder zusätzliche Angaben, die leicht erfüllbar sind. Bei etwa zehn Prozent der Studien gibt es grössere ethische Fragen, die intensiv nachbesprochen werden und die eine Neuauflage des Gesuchs erfordern.

Können Sie ein typisches Beispiel für eine heikle Fragestellung geben?

Meistens betrifft es Studien mit Versuchspersonen, die nicht selbst entscheiden können, das heisst zum Beispiel Kinder oder schwer demente Patienten. Ein Fall betraf eine Studie mit Alzheimer-Patienten, bei denen die Ärzte eine Lumbalpunktion (beim Lendenwirbel, Red.) durchführen wollten. Nicht alle Betroffenen waren einwilligungsfähig und wir lehnten das Gesuch ab. In solch schwierigen Fällen geht es darum, Risiken und Nutzen gegeneinander abzuwägen.

Wie kommt ein Beschluss zustande? Entscheiden Sie als Präsident?

Wir sind eine demokratische Institution. An den Kommissionssitzungen gibt es einen Referenten und einen Ko-Referenten. Dann wird diskutiert und abgestimmt. Der Präsident hat eine Stimme wie die anderen auch.

Können Sie frei von äusserem Druck entscheiden?

Wir versuchen es so gut als möglich. Unabhängigkeit ist absolut notwendig für unsere Arbeit. Wir lassen uns weder von der Politik, der Industrie noch von den Kollegen was oft am schwierigsten ist dreinreden.

Mit über 300 Gesuchen hat die Kommission eine gewaltige Aufgabe. Diese wird in Zukunft noch steigen, denn die Universität Basel will die klinische Forschung verstärken. Kann die EKBB in ihrer jetzigen Form diese Arbeit bewältigen?

Ich denke schon. Eine gewisse Ausbaufähigkeit liegt zudem noch drin, es wäre zum Beispiel möglich, die Zahl der Kommissionssitzungen zu erhöhen. Allenfalls müsste man personell ausbauen, wir haben im Moment 24 Mitglieder.

Bekannt geworden ist die schwierige Rolle und Aufgabe der EKBB bei der Beurteilung des Forschungsprojektes «sesam» der psychologischen Fakultät einer Studie mit 3000 Kindern. Sie haben im März 2007 das Projekt im Grundsatz zwar gutgeheisssen, aber sieben Auflagen gemacht, darunter ein Verbot der Entnahme und Analyse von DNA bei Kindern. Ein schwieriger Entscheid?

Der Entscheid zu «sesam» und der Genetik war nicht einfach. Wir haben ihn auch aufgrund der europäischen Bioethikkonvention abgestützt, laut der Forschung ohne direkten Nutzen bei Kindern nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden darf, wenn Belastung und Risiko minimal sind. Wir halten die möglichen psychischen Folgen genetischer Kenntnisse über psychische Krankheiten bei Kindern für nicht minimal. Wir haben für den Entscheid breite Zustimmung gefunden, beim Nationalfonds, aber auch bei Ethikkommissionen im Ausland und bei Forschenden.

Sind die Auflagen unterdessen erfüllt, ist die Studie freigegeben?

Nein, die Studie ist noch nicht freigegeben. Nachdem wir am 19. März die Auflagen gestellt hatten, erhielten wir im Mai die Antwort der «sesam»-Leitung. Laut diesem Dokument erachten wir vier Auflagen als weitgehend erfüllt, eine weitere ist auf gutem Weg. Zwei sind noch nicht befriedigend erfüllt: Die eine betrifft die Patienteninformation, das lässt sich redaktionell in wenigen Tagen verbessern. Das andere betrifft Auflagen zur Genetik.

Wo liegt das Problem?

Die «sesam»-Leitung akzeptiert zwar den Entscheid, dass die Erbsubstanz der Kinder vorerst nicht analysiert werden darf, das heisst: erst dann, falls sie bei Volljährigkeit zustimmen. Aber «sesam» möchte nun sogenannte epigenetische Studien durchführen, das heisst im Prinzip Untersuchungen zur Aktivität bestimmter Gene › und zwar zum Zeitpunkt der Geburt. Epigenetische Daten verändern sich im Verlaufe des Lebens, das Ausgangsmaterial muss deshalb bei der Geburt gesammelt werden.

Lässt sich das mit der ursprünglichen Auflage vereinbaren?

Wir haben entschieden, dass der Speichel bei Geburt entnommen werden darf, aber erst in einer späteren Phase epigenetisch analysiert werden kann. Dazu muss das Gewebe eingefroren und in eine unabhängige Biodatenbank überführt werden. Für diese Untersuchungen braucht es dann später ein Gesuch. Wir halten am Grundsatz fest, dass die DNA der Kinder nicht analysiert werden darf. Nun geht es um die Biodatenbank.

Wann rechnen Sie mit der Erfüllung dieser Auflage?

In den nächsten Tagen. Wenn die «sesam»-Leitung den Entscheid im Grundsatz akzeptiert, wäre ein grosser Schritt Richtung Freigabe erfolgt. Viel fehlt nicht mehr. Ich bin traurig, dass ich «sesam» während meiner Amtszeit nicht noch abschliessen konnte. Dies hätte ich gerne getan, es wäre ein schöner Abschluss gewesen.

Welchen Rat geben Sie Ihrem Nachfolger André Perruchoud?

Es ist nicht an mir, Ratschläge zu erteilen. Ich möchte ihm sagen, dass er in eine ausgezeichnete Kommission hineingewählt wurde, in der ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht. Er soll zu den Mitgliedern Sorge tragen dies wird er sicher machen. Keine Frage.
Folge des VanTx-Skandals
Im Januar 2000 nahm die Ethikkommission beider Basel ihre Arbeit auf. Zur Gründung führte letztlich der Skandal um die Firma VanTx, die Ende der 90er-Jahre in der Region unsaubere Medikamentenversuche mit ausländischen Probanden durchführte. Regionale Politiker riefen die Kommission ins Leben und schrieben ihr die Prüfung klinischer Studien ins Pflichtenheft. Grundlage ist eine interkantonale Vereinbarung. Erster Präsident wurde der Internist Hans Kummer, sein Nachfolger ist André P. Perruchoud, Professor für Pneumologie und emeritierter Dekan der medizinischen Fakultät. Ethikkommissionen werden im Rahmen des Humanforschungsgesetzes zurzeit juristisch auf eine neue Grundlage gestellt.

Bioethics Forum zum Thema fremdnützige Forschung

Die Schweizerische Gesellschaft für Biomedizinische Ethik widmet sich in ihrer Publikation "bioethics forum" in der aktuellen Ausgabe (backup Link des identischen Files) ausführlich dem Thema der fremdnützigen Forschung an Kindern und publiziert darin unter anderem auch im Wortlaut die Präsentation des Präsidenten der EKBB, Prof. Dr. med. Hans Kummer, an der Medienkonferenz vom 19. März 2007 im Holsteinerhof, Basel, worin er die wichtigsten Auflagen der EKBB für Sesam darlegt.

Sesam akzeptiert (nicht) alle Auflagen der EKBB - Speichelproben sind nun doch zugelassen

Das Regionaljournal für beide Basel von Schweizer Radio DRS hat gestern Montag vermeldet, was NZZ und basellandschaftliche Zeitung - nicht aber die "Basler Zeitung"... - heute nacherzählen:
basellandschaftliche Zeitung: "Das Forschungsprojekt «Sesam» der Universität Basel, das psychischen Erkrankungen auf die Spur kommen will, könne starten. Das vermeldete gestern das Regionaljournal Basel. Die Projektleitung akzeptiere alle Auflagen der Ethikkommission beider Basel. Die wichtigste Korrektur, welche die Ethikkommission beim Langzeitprojekt vorgenommen hatte, war, dass Sesam nicht mit DNA-Proben von Neugeborenen arbeiten dürfe, also deren Erbgut nicht in die Untersuchung miteinbeziehen dürfe. Aber auch mit dieser Einschränkung wurde die Studie bis anhin noch nicht freigegeben, weil die Kommission noch weitere Forderungen stellte. Nun wird die Sesamleitung laut Jürgen Drewe, Vizepräsident der Ethikkommission, alle Auflagen akzeptieren. Im Herbst wolle die Projektleitung mit Sesam starten, hiess es im «Regi»."

NZZ: "«Sesam», das von der psychologischen Fakultät der Universität Basel geplante Projekt zur Ergründung der Ursachen psychischer Krankheiten, kann wohl schon bald in Angriff genommen werden. Ein Projekt-Sprecher bestätigte einen Bericht des «Regionaljournals» von Radio DRS, wonach die «Sesam»-Leitung die von der Ethikkommission beider Basel (EKBB) gemachten Auflagen vollumfänglich akzeptiert hat. Eine formelle Zustimmung der Kommission liegt zwar noch nicht vor; bei den Verhandlungen hat man dem Vernehmen nach aber eine Einigung erzielt, so dass mit einem baldigen Plazet der EKBB zu rechnen ist. Das Rekrutierungs-Prozedere könnte so noch vor dem Herbst beginnen.
Bereits im März hatte die Kommission bekanntgegeben, unter welchen Voraussetzungen sie dem Vorhaben zustimmen würde. Sie hatte verlangt, dass im Rahmen der vorgesehenen Untersuchung, bei der 3000 Individuen von der Geburt bis ins Erwachsenenalter beobachtet werden sollen, auf eine DNA-Analyse bei Kindern zu verzichten sei. Nach dem Abhalten weiterer Gespräche ist in diesem Punkt nun eine Präzisierung vorgenommen worden. «Sesam» sieht vor, dass auch epigenetische Studien durchgeführt werden sollen, dass also auch jener Teil der DNA untersucht wird, der nicht fix ist, sondern sich im Laufe des Lebens verändert. Um zu sinnvollen Erkenntnissen zu gelangen, müssen diese Informationen durch Speichelproben bereits bei den Neugeborenen gesammelt werden - ein Wunsch, den die EKBB wiederum sehr skeptisch beurteilte. Der gefundene Kompromiss besagt nun, dass die Speichelproben den Säuglingen zwar entnommen werden dürfen, dass sie aber in einer externen Datenbank aufzubewahren sind. Über die Modalitäten der Analysen, die mit den Proben vorgenommen werden, soll später entschieden werden.
In der Zwischenzeit ist auch klar, dass die Finanzierung der ersten Phase von «Sesam», die insgesamt 22 Millionen Franken kosten wird, gesichert ist. Nach dem Bekanntwerden der einschränkenden Auflagen der EKBB hatte man zu werweissen begonnen, ob der Pharmakonzern Roche, der für das Projekt 6 Millionen in Aussicht gestellt hatte, weiterhin an einer Beteiligung interessiert sei. Mittlerweile hat das Unternehmen seine Zusage bestätigt. Die übrigen 16 Millionen werden vom Schweizerischen Nationalfonds und von der Universität Basel getragen."
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Sesam Watch

Beobachtungen und Notizen zum Schweizer NCCR "Sesam", der 3'000 Kinder und ihr Umfeld vom ersten Ultraschallbild an 20 Jahre lang beobachten wollte (vorzeitiger Abbruch: 13.3.08). Autonom, skeptisch, ehrenamtlich. Kontakt: sesamwatch@gmail.com

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