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Aargauer Zeitung: "Margraf...
Bis vor einigen Monaten war unklar, ob Jürgen Margraf...
sesaminput - 21. Nov, 10:21
Geht Margraf doch nicht...
Jürgen Margraf habe sich noch nicht endgültig festgelegt,...
sesaminput - 21. Nov, 10:18
interessante Info zur...
Renato L. Galeazzi hat das Staatsexamen 1968 in Bern...
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NZZ-Leserbrief 13.8.09,...
Das Papier der Arbeitsgruppe «Lesson learned» (leider...
sesaminput - 16. Okt, 13:32
"Sesam" heisst auf Englisch...
Was in der Schweiz mit 3'000 Kindern scheiterte, soll...
sesaminput - 9. Jul, 08:26

Hinweis

-+-+-+-+-+-+-+-

Montag, 19. März 2007

Ethikkomission bremst Sesam

Heute (19.3.07) luden die Ethikkommission beider Basel EKBB und die Sesamprojektleitung zwischen 11 und 14 Uhr je separat zu Medienkonferenzen. So berichten die Agenturen: Die NZZ überschreibt die AP-Meldung:
Studie zur psychischen Entwicklung nur unter Auflagen bewilligt

Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat der «Sesam»-Studie über menschliche Entwicklung und seelische Gesundheit nur oranges Licht erteilt. Die Forscher dürfen die umstrittenen DNA-Test bei unmündigen Kindern nicht durchführen, wie die EKBB am Montag in Basel bekannt gab.
Die baz betitelt ihrerseits die SDA-Meldung:
Ethik-Kommission beider Basel stimmt Projekt «sesam» zu

Der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) «sesam» zur psychischen Gesundheit kann durchgeführt werden. Die Ethik-Kommission beider Basel (EKBB) gab am Montag ihre Zustimmung zum Projekt bekannt. Einige Auflagen müssen erfüllt werden. (...) Sie formulierte allerdings einige Auflagen, welche die Forscher einhalten müssen. Demnach muss auf eine Entnahme und Untersuchung der genomischen DNA bei Kindern verzichtet werden. Die Kinder sollen, sobald sie mündig sind, über Vor- und Nachteile des Projektes informiert werden. Danach sollen sie selber über eine genetische Untersuchung entscheiden können.
Der Tagi ergänzt, was bei den anderen so noch nicht steht:
Begleitstudie verlangt
Eine weitere Auflage ist eine unabhängige Begleitstudie, die allfällige negative Effekte auf die Teilnehmenden rasch erkennen soll. Grundsätzlich will Sesam zwar nur beobachten, aber bei akuten Risiken soll doch interveniert werden. Wann und wie genau, sei noch festzulegen. Offen ist ferner auch noch die Versicherung. Das individuelle Interesse stehe immer über jenem der Studie, hielt Kummer fest.
Zudem formulierte die Ethikkommission weitere Einschränkungen. So wurden die Patienteninformationen und Fragebögen als ungenügend bezeichnet. Diese müssten nun überarbeitet werden. Die von den Verantwortlichen angekündigte Auskunftsgebühr für Eltern bezeichnete die Kommission zudem als unhaltbar.
Keine Anfechtungen erwartet
Das Studienprotokoll sei nach der Prüfung der EKBB viel besser und weise «nur noch wenige Mängel auf», so Kummer. Er rechnet damit, dass die Sesam-Forschenden die Auflagen innert drei Wochen erfüllen und die EKBB dann definitiv grünes Licht geben könne. Die Ethikkommissionen an den anderen Forschungsstandorten können laut Kummer nach dem EKBB-Entscheid verkürzte Prüfungen vornehmen. Sie seien aber in ihrem Entscheid frei. Der EKBB-Entscheid ist zwar anfechtbar, doch bei den bisher über 2000 Studien-Prüfungen sei noch keine formelle anfechtbare Verfügung nötig geworden, hiess es.
Der Basler Appell gegen Gentechnologie kommentiert:
Sieg für den Basler Appell: «SESAM» massiv zurechtgestutzt
Das Projekt wurde ganz im Sinne der Kritik des Basler Appells gegen Gentechnologie massiv zensiert. So wurden insbesondere die genetischen Untersuchungen an Neugeborenen untersagt. Damit fehlt ein Schlüsselstein im Projekt. Der Verein, der von der Ethikkommission gemeinsam mit 12"000 Unterzeichnenden ebendies verlangt hatte, fordert den Nationalfonds nochmals dazu auf, auf das jetzt obsolet gewordene Projekt zu verzichten.
Die Mittagsausgabe der Tagesschau von SF berichtete ebenfalls, dito die Hauptausgabe. Desgleichen war der Entscheid bei TeleBasel ein Thema.

Bei Sesam auf der Website steht zu lesen:
Grünes Licht für den NFS sesam
Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat den Antrag des Nationalen Forschungsschwerpunktes sesam (NFS sesam) geprüft und im Grundsatz gutgeheissen. Unter Vorbehalt der Erfüllung von sieben Auflagen kann sesam die Forschung mit interessierten Familien beginnen. Die sesam-Leitung freut sich über die Feststellung der EKBB, dass das geplante Forschungsprojekt sesam unter diesen Bedingungen den hohen ethischen Standards gerecht wird. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen so bald wie möglich anlaufen.
Der Direktion von sesam wurde der schriftliche Bericht der ethischen Begutachtung heute Montagmorgen, 19. März 2007, ausgehändigt. Die Leitung des NFS sesam nimmt die „abschliessende Beurteilung“ der EKBB zur Kenntnis und wird sie sorgfältig analysieren, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.
Übrigens: Heute feiert Carola Meier-Seethaler ihren 80sten Geburtstag. Sie trat vor knapp einem Jahr unter Protest aus der Nationalen Ethikkommission zurück. Wir gratulieren herzlich zum Festtag und wünschen noch viele streitbare Jahre! Bei DRS2aktuell war heute ein Beitrag über sie zu hören.

Sonntag, 11. März 2007

Sesam sucht Sys-Admin

Seit ein paar Tagen ausgeschrieben:
Gesucht wird ein erfahrener IT-Administrator für die Betreuung der IT-Infrastruktur der sesam Studie. Neben der Administration von ca. 150 Desktoprechnern in der Zentrale in Basel und der Überwachung des laufenden Betriebs der eingesetzten Serversysteme, müssen Rechner an weiteren Standorten in der Schweiz betreut werden. Zu den Aufgaben gehören ausserdem der Support für die Mitarbeiter der Studie, der Aufbau eines separaten Netzwerks in der Zentrale, Softwaredeployment und die Überwachung von Backups. Da für die von der Studie erhobenen personenbezogenen Daten höchster Sicherheitsstandard gewährleistet werden muss, ist diese Stelle mit einer hohen Verantwortung verbunden.

Montag, 5. März 2007

Aargauer Zeitung über Stand Humanforschungsgesetz

In der Aargauer Zeitung schrieb am 22.02.2007 David Sieber:

An Kleinkindern soll geforscht werden können

Bundesrat Gesetz über die Forschung am Menschen orientiert sich an europäischen Standards

Gegen den Widerstand der Betroffenen soll Forschung am Menschen nicht möglich sein. In diesem Punkt lenkt der Bundesrat ein. Ein generelles Forschungsverbot an urteilsunfähigen Personen, wie Kleinkindern und Dementen, lehnt er ab.

Die Forschung am Menschen soll in der Schweiz einheitlich geregelt werden. Auf diesen gemeinsamen Nenner lassen sich die über 160 Vernehmlassungsantworten bringen. Der heutige Wildwuchs von kantonalen Gesetzen und Bundeserlassen genügt nicht. Doch so, wie vom Bundesrat geplant, werden der Verfassungsartikel und das Bundesgesetz über die Forschung am Menschen in der endgültigen Fassung sicher nicht aussehen. Beim umstrittensten Punkt hat die Regierung gestern eingelenkt. Gegen den Widerstand der Betroffenen darf nicht geforscht werden. Der Verfassungspassus, wonach Forschungsprojekte mit urteilunfähigen Personen, die «eine Verbesserung ihrer Gesundheit erwarten lassen», vorbehalten bleiben, wird im Sinne des Europäischen Über-einkommens über Menschenrechte und Biomedizin angepasst, welches die Wissenschaftskommission (WBK) des Nationalrates Ende letzter Woche verabschiedet hat.

«Sesam» weiter möglich

Das heisst nun aber nicht, dass an Kleinkindern und Dementen generell nicht geforscht werden darf, wie An-drea Arz de Falco von der Abteilung Biomedizin im Bundesamt für Gesundheit erklärt. Es müssen aber eine Reihe von Bedingungen (Einverständnis der Eltern oder des gesetzlichen Vormunds, keine Alternative von vergleichbarer Wirksamkeit, Forschungsergebnisse von unmittelbarem Nutzen für die Betroffenen) erfüllt werden. Das Mammutprojekt «Sesam», bei dem die psychische Entwicklung von 3000 Kinder zwischen der 12. Schwangerschaftswoche und dem 20. Lebensjahr untersucht werden soll, wäre also unter der neuen Gesetzgebung möglich.

Deswegen ist Teilen der Linken bereits die europäische Konvention zu weich. Arz de Falco beruhigt: Diese sei ein «Minimalstandard». Die Schweizer Gesetzgebung könne wesentlich weiter gehen. Obwohl der Bundesrat versichert hat, dass die Menschenwürde vor der Forschungsfreiheit kommt, ist derzeit nicht absehbar, wie der Verfassungsartikel und das Bundesgesetz nach Abschluss der parlamentarischen Beratung, die eventuell noch dieses Jahr beginnt, aussehen wird. Denn es gibt auch politische Kräfte, welche möglichst wenig regeln wollen. Für sie wiegt der mögliche Erkenntnisgewinn zugunsten des medizinischen Fortschritts ethische Bedenken auf. Deshalb hatte es die mehrfach sistierte Bioethikkonvention gemäss Präsidentin Kathy Riklin (CVP/ZH) in der WBK so schwer.

Sonntag, 25. Februar 2007

NZZ am Sonntag über Grosseltern / Enkel

Die NZZ am Sonntag schreibt am 25.2.2007:
Von Grosseltern und Enkelkindern

Wo es um Werte geht, ist der Enkel mit dem Grosi nicht immer einig. Aber wichtig sind sie sich trotzdem. Eine alte Beziehung wird neu erforscht. Von Kathrin Meier-Rust
Das Alter hat zurzeit kein gutes Image. Mit einer Ausnahme: wenn es als Grossmutter oder Grossvater daherkommt. Grosseltern, so der Zürcher Soziologe François Höpflinger, gehören «zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu den wenigen positiv besetzten Altersbildern». Und auch volkswirtschaftlich sind Grosseltern ausgesprochen produktiv: Allein bei der Betreuung von Kleinkindern wird ihre Leistung in der Schweiz auf mindestens 2 Milliarden Franken geschätzt.
Während die Forschung die Bedeutung von Grosseltern also erkannt hat, wurden Enkelkinder kaum je mit einbezogen, aus dem einfachen Grund, dass Eltern schon mit der Geburt eines Enkels zu Grosseltern werden und befragt werden können, während Enkelkinder zuerst heranwachsen müssen, um über ihre Beziehung zu ihren Grosseltern Auskunft geben zu können. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52) widmen sich deshalb gleich zwei grosse Studien der Beziehung zwischen Enkelkindern und ihren Grosseltern. (...)
Dabei geht's um "Vermitteln Grosseltern ihren Enkeln Werte in unterschiedlicher Weise als Eltern ihren Kindern?" und "Grosseltern in einer dynamischen Gesellschaft – Wie erleben Enkelkinder und Grosselten diese Beziehung?". Das erinnert doch stark an die Sesamteilstudie D:
Forschungsziel
Dieses Projekt widmet sich der Frage, ob sich die positiven Konsequenzen grosselterlicher Ressourcen - in Gestalt von Zeit, Geld, Fürsorge, Ratschlag etc. - auch in modernen Gesellschaften finden lassen. Wir untersuchen, ob sich die positiven Konsequenzen grosselterlicher Investitionen in Form von Gesundheit und subjektivem Wohlbefinden sowohl der Mutter wie auch der Enkelkinder manifestieren. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Verteilung grosselterlicher Ressourcen einem systematischen, evolutionstheoretisch ableitbaren Muster folgt: Die Grossmutter mütterlicherseits investiert am meisten Ressourcen, wohingegen der Grossvater väterlicherseits am wenigsten investieren wird. Drittens untersuchen wir, ob das Ausfüllen einer grosselterlichen Rolle und die Investition von Ressourcen in die Enkelkinder gleichfalls einen positiven Effekt auf die Grosseltern haben: Ihre subjektive Lebenszufriedenheit – so wird hier vorhergesagt - erhöht sich.
Erkenntnisgewinn
sesam bietet die einzigartige Chance, in einer modernen Gesellschaft die möglichen positiven Auswirkungen grosselterlicher Investitionen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden sowohl der Babys wie auch ihrer Eltern bezüglich zentraler sozialer, medizinischer und psychologischer Dimensionen zu erforschen. sesam erforscht gleichzeitig, welche (positiven) Konsequenzen grosselterliche Investitionen für die Grosseltern selbst haben können. Diese können sich zum Beispiel in Gestalt grösserer Lebenszufriedenheit, erhöhten Wohlbefindens oder grösserer Unterstützung durch jüngere Generationen während Zeiten von Krankheit und Pflege manifestieren.
Klingt so von aussen etwas nach "doppelt gemoppelt"...

Montag, 19. Februar 2007

Andreas Papassotiropoulos wechselt nach Basel

Andreas Papassotiropoulos, Sesam Co-Antragsteller in Teilprojekt G, wechselt von Zürich nach Basel. Das die Mitteilung der Uni Basel:
An der Fakultät für Psychologie wird das neue Ordinariat für Molekulare Psychologie geschaffen und ad personam mit Prof. Andreas Papassotiropoulos besetzt. Papassotiropoulos übernimmt gleichzeitig die Leitung der Life Sciences Training Facility (LSTF) am Biozentrum. Er wurde 1970 in Athen geboren, studierte Humanmedizin an der Universität Bonn, wo er 1996 promovierte. Seine anschliessende Laufbahn umfasst unter anderem Tätigkeiten als Assistenzarzt für Psychiatrie sowie für Neurologie am Universitätsspital Bonn (1996–2000), als Oberarzt und Group Leader Clinical Genetics in der Abteilung für Psychiatrische Forschung der Universität Zürich (2000–2004) und seit 2003 als SNF-Förderprofessor an der Universität Zürich. Dazwischen lagen mehrere Forschungsaufenthalte in den USA, unter anderem im Laboratory of Neurogenetics am National Institute on Aging. Seine Facharztanerkennung als Psychiater und Psychotherapeut erlangte er 2001. Papassotiropoulos’ Forschungsschwerpunkte sind die molekularen Grundlagen höherer kognitiver Funktionen, besonders Gedächtnis, und die Therapie neurodegenerativer Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz. Er leistete bereits wichtige Arbeiten zu der Funktion des menschlichen Gedächtnisses, wobei er neuste Methoden der Molekulargenetik und -genomik anwendete. Zu seinen wichtigsten Zielen in Basel gehören die Erforschung der molekularen Grundlagen des Gedächtnisses beim Menschen, die Anwendung dieser Erkenntnisse für die Entwicklung besserer Therapien von Gedächtnisstörungen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in diesem Gebiet. Diese Ziele sollen durch eine intensive transfakultäre Vernetzung der Molekularen Psychologie an der Universität Basel erreicht werden. Papassotiropoulos ist griechischer und deutscher Staatsangehöriger, verheiratet und Vater von drei Kindern.
Seine Beteiligung an Sesam ist keine Zeile wert? Darum geht es bei seinem Projekt "Der Einfluss genetischer Faktoren auf Entwicklung und Verlauf psychischer Erkrankungen":
Forschungsziel
Im Rahmen der Langzeitstudie sesam untersucht dieses Projekt die Bedeutung der genetischen Faktoren unter unterschiedlichen Umweltbedingungen.
Erkenntnisgewinn sesam
Dieses Projekt dient der Entdeckung von psychosozialen und biologischen Faktoren, indem es die Häufigkeit bestimmter genetischer Merkmale in Gruppen von gesunden und von erkrankten Teilnehmenden untersucht. In diesem Zusammenhang ist das Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt sehr wichtig. Der ganzheitliche Ansatz - d.h. die Untersuchung des komplexen Zusammenspiels zwischen Umwelt und genetischen Faktoren - wird unser Verständnis über die Ursachen psychischer Störungen entscheidend voranbringen. Letztendlich wird diese Forschung dazu beitragen, dass zukünftig bessere und auf die Ursachen hin gerichtete Therapien entwickelt werden, welche das Leiden der Patienten lindern.
Noch Mitte September 2006 hatte die psychologische Fakultät gehofft,
dass in absehbarer Zukunft drei weitere ordentliche Professuren in den Bereichen Molekulare Psychologie, Kognitive Psychologie und Persönlichkeitspsychologie besetzt respektive zur Ausschreibung frei gegeben werden.
Der Universitätsrat hat dann tatsächlich am 13.12.2006 die Hoffnungen erfüllt und die Schaffung der Professur für Molekulare Psychologie gutgeheissen. Und knapp zwei Monate später ist der Lehrstuhl schon besetzt. Dieses für akademische Verhältnisse doch recht forsche Tempo geht wohl nur mit einer Berufung "ad personam", wie in der entsprechenden Mitteilung der Uni vermerkt...

Samstag, 17. Februar 2007

arithmetische Details

Soeben hat der Nationalfonds den "Guide 2007" (noch nicht online) über alle "National Centres of Competence in Research", zu denen auch Sesam gehört, publiziert. Grundsätzlich eine spannende Lektüre. Darin ist z.B. zu erfahren, dass Sesam seit dem 1.10.2005 läuft, im ersten Jahr ein Budget von 3,65 Millionen hatte (im laufenden zweiten: 5,74 Mio) und 74,37 Personen beschäftigt. Über das Management steht in der tabellarischen Aufstellung auf S. 79, dass es aus 5,37 100% Stellen besteht, die auf 4 Frauen und 1 Mann verteilt sind (Nationalitäten: 2 D, 1 CH, 2 F, andere 1). 2 Seiten davor ist das Management namentlich aufgelistet. Da sind 5 Männer und 4 Frauen aufgeführt. Wie diese etwas verwirrliche Rechnung wohl gemeint ist?

basellandschaftliche Zeitung über Podium vom 9.2.

In der Basellandschaftlichen Zeitung berichtete am 13.02.2007 Andrea Masek über das Podium vom 9.2. (siehe auch baz vom 12.2.)

Forschung bei Kindern ist heikles Thema

Von Skepsis geprägt war eine öffentliche Diskussion über das Forschungsprojekt Sesam

«Humanforschung bei Kindern und Jugendlichen am Beispiel von Sesam» lautete das Thema einer Podiumsdiskussion an der Universität Basel, organisiert vom Centrum für Familienwissenschaften. Der Hörsaal war voll - und voll gegen Sesam. Alexander Grob, Vizedirektor des Nationalen Forschungsschwerpunkts Sesam, hatte einen schweren Stand.

Von der Podiumsleiterin, der Publizistin Klara Obermüller, auf die heftige Kritik zu Sesam angesprochen, gab Grob zu, dass man nicht damit gerechnet habe. Der Zeitpunkt für Sesam sei wohl auch unglücklich, da das eidgenössische Humanforschungsgesetz noch nicht steht. Er betonte aber die Einmaligkeit des Forschungsprojekts. Über 20 Jahre sollen 3000 Kinder, deren Eltern und Grosseltern begleitet werden mit dem Ziel, die menschliche Entwicklung und seelische Gesundheit besser zu verstehen.

Die Psychologin Ursula Walter, eine vehemente Kritikerin von Sesam, liess durchblicken, seelische Krankheiten seien ein sehr sensibles und heikles Thema. Doch sie bestätigte die Zunahme. «Sollte man da also nicht nach den Ursachen forschen?», warf Obermüller ein. Das Psychische sei das ganz Persönliche. Könne man dem wirklich auf den Grund gehen, fragt sich Walter. Obermüller fragte darauf, ob es hier nicht einfach auch um den Zusammenprall verschiedener psychologischer Ansätze gehe? Dies musste Walter bejahen. Auch, dass gewisse Teilprojekte von Sesam durchaus weiterverfolgt werden sollten.

Sofort aber warf sie weitere kritische Fragen auf. «Macht man einer schwangeren Frau nicht Angst, wenn man ihr sagt, 40 Prozent aller Kinder werden psychisch krank?» Die Beeinflussung der Familie sei gegeben, dies könne einerseits Sicherheit vermitteln, andererseits aber eben eine Bedrohung darstellen.

Grob erklärte, dass die Beobachtung (in den ersten zwei Jahren müssen die Teilnehmenden mit insgesamt 12 bis 14 Stunden rechnen) beeinflusse, aber nicht mehr als der ganz normale Alltag auch. Die Sesam-Teilnehmenden könnten jedoch Experten dazu befragen und die Entwicklung ihres Kindes dadurch besser verstehen.

Zur Frage des Datenschutzes - die später auch im Publikum wieder aufgegriffen wurde - meinte Grob, dieser sei gewährleistet. Dafür sorgten verschiedene Instanzen, darunter die Ethikkommission beider Basel. Die Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten sich davon nicht überzeugt, wie aus dem verbreiteten Kopfschütteln gefolgert werden konnte.

Was dürfen Eltern entscheiden?

Nun wurde auch der Jurist Kurt Seelmann einbezogen, der die Rechtslage der Forschung bei Kindern erklärte. Wobei er einleitend sagte, er wisse nur wenig über Sesam. Dies befremdete, wird er doch vor allem von den Sesam-Gegnern immer wieder zitiert.

Die Diskussion, auf dem Podium und im Publikum, ging dann vor allem um die Zulässigkeit drittnütziger Forschung (Forschung, die nicht den Beforschten, sondern Dritten zugute kommt). Ein Rechtsgutachten, das von Sesam Mitte Januar vorgestellt wurde (die bz berichtete), bestätigt die Zulässigkeit. Seelmann, der im vergangenen Jahr zu gegenteiligem Schluss kam, erklärte, er könne dazu nichts sagen, da er den genauen Wortlaut nicht kenne.

Weiter wurde deutlich, wie sehr die Meinungen (nicht nur von Fachleuten) darüber auseinandergehen, was Eltern für ihre Kinder entscheiden dürfen und was nicht. Einig war man sich ebensowenig über die Aufgaben des Staates: Wie stark muss er die Kinder schützen und wie fest fördern?

Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber Sesam aus dem Publikum, das teils auch nur sehr wenig über das Forschungsprojekt zu wissen schien, spiegelte sich zudem in der Frage wider: Wie werden die Eltern geködert? Sie erhielten sachliche Informationen, sagte Grob. Fahrauslagen würden entschädigt und Geschenke wie Plüschtiere im Wert von 20 Franken gemacht. Er erläuterte ferner, dass ein Ausstieg jederzeit möglich sei. Die Bereitschaft in der Schweiz sei aber sehr hoch, Sesam rechne mit einer Beteiligung - auch bei den Teenagern - bis zum Schluss von 70 bis 80 Prozent.

Mittwoch, 14. Februar 2007

NZZ: "Margraf zum Nutzen des 'Sesam'-Projekts"

In der Neuen Zürcher Zeitung vom 14.02.2007 auf Seite 17:

Die Risiken des Fragebogens - Der Psychologe Jürgen Margraf zum Nutzen des «Sesam»-Projekts

Das Nationalfondsprojekt «Sesam» steht in der Kritik, bevor es richtig begonnen hat. Die Angemessenheit des Verhältnisses von Risiko und Nutzen für die teilnehmenden Kinder wird in Frage gestellt. Für den Direktor von «Sesam», den Psychologen Margraf, hängen die Bedenken mit falschen Vorstellungen über die Art der Forschung zusammen.

hof. Das Ziel des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Sesam» ist ehrgeizig. Und um es zu erreichen, bedarf es eines langen Atems. Psychologen, Psychiater, Soziologen und Mediziner wollen die psychische Entwicklung von 3000 Kindern ab der 20. Schwangerschaftswoche bis zum 20. Lebensjahr erforschen. Mit einbezogen werden auch deren Eltern und Grosseltern (siehe Kasten). Das vom Schweizerischen Nationalfonds, der Universität Basel und Privaten (unter anderem der Pharmaindustrie) finanzierte Projekt steht seit seiner Lancierung vor etwas mehr als einem Jahr in der Kritik. Die Forschung an Kindern erzeugt Bedenken, zum Teil auch fundamentale Ablehnung. Der Ethikkommission beider Basel, die das Studiendesign von «Sesam» zurzeit begutachtet, wurde eine von 12 000 Menschen unterschriebene Petition überreicht, die den Kommissionsmitgliedern rät, «Sesam» den Riegel zu schieben. Für Jürgen Margraf, Direktor von «Sesam» und Basler Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, ist die Kritik kaum nachvollziehbar. Seiner Meinung nach gründet sie wesentlich auf falschen Vorstellungen über die Art der Forschung. Das Risiko für die Studienteilnehmer sei minimal, der Nutzen - insbesondere für die Allgemeinheit - umso grösser.

Stolze Studienteilnehmer

Risiken und Nutzen müssen bei der Forschung am Menschen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Ein kleiner Forschungsnutzen darf nicht mit einem für die Versuchsperson grossen gesundheitlichen Risiko einhergehen. Bei «Sesam» können Risiken für die Kinder und deren Angehörige in erster Linie bei der Erhebung der Daten entstehen. Die Teilnehmer der Studie werden beobachtet, sie füllen Fragebogen aus (selbstverständlich erst dann, wenn sie dazu fähig sind), führen Gespräche mit den Forscherinnen, es werden Blut- und Speichelproben genommen und bei den Ungeborenen Ultraschalluntersuchungen durchgeführt.

Es gebe keine Hinweise dafür, dass das Ausfüllen von Fragebögen zu negativen Folgen führen würde, sagt Margraf zur Risikoabschätzung - im Gegenteil: «Die Menschen sind stolz auf ihren Beitrag zur Forschung, sie fühlen sich ernst genommen, und sie werden im Hinblick auf den Untersuchungsgegenstand positiv sensibilisiert. Dies zeigen uns verschiedenste Befragungen von Teilnehmern anderer vergleichbarer Studien.» Für diesen Befund spreche auch die hohe Teilnehmerrate bei lange dauernden Forschungen. Bei einer Schizophrenie-Studie, die die Menschen während 22 Jahren begleitete, hätten 90 Prozent bis zum Schluss mitgemacht. Margraf rechnet damit, dass bei «Sesam» die Rate von 70 Prozent übertroffen werden wird: «Es liegt ja in unserem eigenen Interesse, dass wir die Teilnehmer nicht verärgern.» Das Risiko liegt also möglicherweise weniger bei der Erhebungsmethode selber als vielmehr beim Schutz der erhobenen Daten. Dem sei man sich bewusst, sagt Margraf. Die Daten würden anonymisiert, und Dritte, wie etwa die Industrie, hätten keinen Zugang zu personenbezogenen Daten. Man halte sich selbstverständlich an die einschlägigen Gesetze. Das Recht, nichts über die eigenen Daten erfahren zu müssen, werde respektiert.

Nuckeln für die Speichelprobe

Wenn die Wissenschafter Blut- und Speichelproben nehmen, um etwa die DNA oder Stresshormone zu untersuchen, greifen sie allerdings direkt in die körperliche Integrität der Studienteilnehmer ein. Man werde sich daher bemühen, Blutentnahmen an ärztliche Routineuntersuchungen zu koppeln, sagt Margraf. Trotzdem werde es nicht zu vermeiden sein, separat etwas Blut zu nehmen. Das Risiko dabei sei klein, es könnte zu einer Entzündung kommen, die aber medizinisch ohne weiteres zu behandeln sei. Speichelproben würden bei älteren Personen mit dem Wattestäbchen von der Wangeninnenschleimhaut gestrichen. Das sei absolut risikolos. Neugeborene könnten diese Prozedur aber als unangenehm empfinden. Deshalb gebe man ihnen für eine Minute einen Wattestab zum Nuckeln. Bei den Ungeborenen werden Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, die ohnehin zur Routine während der Schwangerschaft gehörten. Herzschläge des Fötus könnten mit einer neuen Methode aus dem Elektrokardiogramm der Mutter errechnet werden.

Da die Risiken für die Studienteilnehmer - insbesondere auch für die Kinder und Ungeborenen - nach Ansicht von Margraf ausserordentlich gering sind, muss im Grunde auch der kurzfristige Nutzen für die Teilnehmenden nicht allzu hoch veranschlagt werden, um «Sesam» als vertretbar einstufen zu können. Margraf erkennt den Gewinn für die Teilnehmer selber vor allem in der Sensibilisierung für Fragen der psychischen Gesundheit und der gesunden menschlichen Entwicklung. Dies könne das Befinden der Einzelnen durchaus positiv beeinflussen: «Wissen ist die beste Grundlage der Prävention», sagt Margraf. Allerdings sei «Sesam» keine Interventionsstudie. Die Forscher dürften nur in Extremfällen eingreifen, etwa wenn sie bei einem Teilnehmer Suizidgefahr feststellen würden. In weniger gravierenden Fällen könne an das bewährte medizinische Versorgungsnetz verwiesen werden.

Keine Garantie für Ergebnisse

Zudem, betont Margraf, handle es sich bei «Sesam» um Grundlagenforschung. Und diese werfe in der Regel keinen direkten Nutzen für die Teilnehmer ab, sondern einen potenziellen und vor allem langfristigen für andere Menschen in einer vergleichbaren Situation. Bei der Grundlagenforschung im Gesundheitsbereich könne es nicht um Therapie gehen, sondern zunächst darum, die Verhältnisse besser zu verstehen. Diese Art von Forschung sei im Übrigen alltäglich. Margraf erwähnt als Beispiel die Pisa-Studie, mit der in regelmässigen Abständen die Fähigkeiten und Kenntnisse von Schülern gemessen werden.

«Unser vorrangiges Ziel besteht nicht darin, Psychopharmaka zu entwickeln. Vielmehr wollen wir ein besseres Verständnis der menschlichen Entwicklung und der seelischen Gesundheit erlangen», sagt Margraf. Daraus könnten Grundlagen für eine wirksame Prävention und für einen besseren Umgang mit psychischen Krankheiten erarbeitet werden. Diese Krankheiten müssten endlich entstigmatisiert werden, weil sie zu unserem Leben gehörten wie alle anderen Krankheiten auch. Doch was für jede Forschung gelte, treffe auch auf «Sesam» zu: «Im Voraus können wir keine bestimmten Ergebnisse garantieren.»


3000 Kinder und Mütter, 2000 Väter und 5000 Grosseltern

hof. Die Leitung des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Sesam» rechnet damit, dass im Frühsommer mit der Rekrutierung der Studienteilnehmerinnen begonnen werden kann. Gesucht sind 3000 schwangere Frauen. Sie sollen von ihren Ärzten in der 12. Schwangerschaftswoche auf «Sesam» hingewiesen werden. Sie erhalten Informationsmaterial, und «Sesam»-Mitarbeiter, die über den Studienverlauf aufklären, stehen für Gespräche zur Verfügung. In der 16. Schwangerschaftswoche wird die Einverständniserklärung eingeholt. Ebenfalls muss das Einverständnis von den Verwandten erlangt werden. «Sesam»-Direktor Margraf rechnet damit, dass 2000 Väter und 5000 Grosseltern teilnehmen werden. Erste Datenerhebungen finden dann in der 20. Schwangerschaftswoche statt. «Sesam» (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) will den Ursachen nachspüren, die zu einer gesunden psychischen Entwicklung beitragen. Man wisse, dass 50 Prozent aller psychischen Störungen bereits vor dem 14. Altersjahr begännen, sagt Margraf.

Trotzdem bestehe bis anhin ein ausgesprochener Mangel an diesbezüglicher Forschung im Kindes- wie auch im höheren Alter. «Sesam» ist international betrachtet nicht die einzige Studie ihrer Art. In England etwa läuft seit geraumer Zeit die «Avon Longitudinal Study of Parents and Children» (ALSPAC). Deren Ziel ist es, zu verstehen, wie das Zusammenspiel von Umwelt und Genen die Gesundheit, das Verhalten und die Entwicklung des Kindes beeinflusst. Das Besondere an «Sesam» sei, so Margraf, dass drei Generationen gleichzeitig erforscht würden, dass die Studie bereits während der Schwangerschaft beginne und dass erstmals biomedizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Experten eng zusammenarbeiten würden.

Montag, 12. Februar 2007

baz über Podium vom 9.2.

Stefan Stöcklin am 12.2. in der baz auf S. 19:

«sesam» erregt Gemüter

Podium thematisiert heikle Punkte - Kritik ist ungebrochen

Eine gut besuchte Veranstaltung an der Universität Basel widmete sich dem Forschungsprojekt «sesam». Die Verantwortlichen wurden vor allem mit kritischen Fragen konfrontiert.

Während die Ethikkommission beider Basel (EKBB) das Gesuch für das Forschungsprojekt «sesam» prüft, machte das «Centrum für Familienwissenschaften» das kontrovers diskutierte Projekt zum Thema einer Podiumsdiskussion an der Universität über Forschung an Kindern. Unter der Leitung von Klara Obermüller (bekannt als Autorin und Moderatorin der Sternstunde «Philosophie» beim Schweizer Fernsehen) wurden am Freitagabend einige der Kernpunkte des geplanten Projektes diskutiert. Und einmal mehr wurde an der von gut zweihundert Personen besuchten Veranstaltung deutlich, wie viel Gegenwind dem Projekt entgegenbläst. Denn sowohl von der Moderation als auch vom Publikum her wurden fast ausschliesslich kritische Fragen gestellt oder Feststellungen platziert.

Weichenstellungen

In einer ersten Runde fasste der stellvertretende Direktor des «Nationalen Forschungsschwerpunktes», Alexander Grob, kurz zusammen, weshalb die gross angelegte Studie an 3000 Kindern, die ab der zwölften Schwangerschaftswoche bis zum 20. Altersjahr untersucht werden sollen, nötig sei. Sein Hauptargument ist, dass viel zu wenig über die Einflüsse und biologischen Faktoren bekannt sei, die bei Kindern zu einer gesunden Entwicklung führten.

Weil entscheidende Weichenstellungen früh in der Kindheit gestellt würden, müsse man mehr darüber in Erfahrung bringen. Diese Wissenslücken könnten mit «sesam» zumindest teilweise gefüllt werden; die Erkenntnisse könnten zudem für eine wirksame Prävention psychischer Krankheiten genutzt werden.

Missbrauchsgefahr

Die Psychologin Ursula Walter führte als Kritikerin einige der heiklen Punkte an. Sie bemängelte insbesondere den allumfassenden Anspruch des Projektes und sagte, man würde der Öffentlichkeit «zu grosse Versprechen machen, man habe sich zu weit aus dem Fenster gelehnt». Zudem würden die Forscher selbst die Situation in den Familien beeinflussen, man erhalte keine objektivierbaren Daten.

Schliesslich seien die geplanten DNA-Untersuchungen undurchsichtig und Anlass zu grossen Bedenken. Alexander Grob bestritt den «absoluten Wahrheitsanspruch» ebenso wie die Gefahr eines Missbrauchs genetischer Daten. Da werde man sich an die Vorgaben der EKBB halten sowie an die Datenschutzreglemente.

Viel Platz nahm an der Veranstaltung das Thema Forschung mit nicht einwilligungsfähigen Kindern ein. Es geht hier um die Frage, ob die Eltern für ihre noch ungeborenen Kinder in ein Forschungsprojekt einwilligen dürfen, das ihnen keinen unmittelbaren Nutzen bringt.

Der Rechtsphilosoph Kurt Seelmann von der Universität Basel führte aus, dass das Kindswohl in den aktuellen Gesetzen sehr hoch bewertet ist und die Verfügungsgewalt der Eltern engen Grenzen unterliegt. Massgeblich sei, so Seelmann, ob sich für die Beteiligten ein Nutzen ableiten lasse oder nicht. «Wenn ‹sesam› einen Nutzen für die Betroffenen ausschliesst», so Kurt Seelmann, «dann wirds schwierig.» Alexander Grob hingegen machte klar, dass sowohl im geplanten Humanforschungsgesetz als auch in der Biomedizin-Konvention diese fremdnützige Forschung in Abwägung von Nutzen und Risiken erlaubt sei.

Baldiger Entscheid

Moderatorin Klara Obermüller kam unter anderem auf die lange Vorlaufszeit des Projektes zu sprechen und die Kritik in der Öffentlichkeit. «Haben Sie Fehler gemacht», fragte sie Alexander Grob. «Wir würden verschiedene Dinge anders machen», sagte dieser, man halte mit «sesam» aber auch den Kopf für «gewisse Dinge» hin, weil die Rechtslage momentan wegen dem Humanforschungsgesetz in Diskussion sei.

Man darf gespannt sein, zu welchem Entscheid die Experten der EKBB kommen werden. Mit ihrem Verdikt ist in ein bis zwei Monaten zu rechnen.
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Sesam Watch

Beobachtungen und Notizen zum Schweizer NCCR "Sesam", der 3'000 Kinder und ihr Umfeld vom ersten Ultraschallbild an 20 Jahre lang beobachten wollte (vorzeitiger Abbruch: 13.3.08). Autonom, skeptisch, ehrenamtlich. Kontakt: sesamwatch@gmail.com

Grundsätze



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