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    <title>Sesam Watch (Beobachtungen und Notizen zum Schweizer NCCR &quot;Sesam&quot;, der 3&apos;000 Kinder und ihr Umfeld vom ersten Ultraschallbild an 20 Jahre lang beobachten wollte (vorzeitiger Abbruch: 13.3.08). Autonom, skeptisch, ehrenamtlich. Kontakt: sesamwatch@gmail.com) : Kommentare</title>
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    <description>Beobachtungen und Notizen zum Schweizer NCCR &quot;Sesam&quot;, der 3&apos;000 Kinder und ihr Umfeld vom ersten Ultraschallbild an 20 Jahre lang beobachten wollte (vorzeitiger Abbruch: 13.3.08). Autonom, skeptisch, ehrenamtlich. Kontakt: sesamwatch@gmail.com</description>
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    <title>Aargauer Zeitung: &quot;Margraf verlässt enttäuscht die Schweiz&quot;</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/6053656/</link>
    <description>Bis vor einigen Monaten war &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5757983/&quot;&gt;unklar, ob Jürgen Margraf nun nach Bochum wechselt oder nicht&lt;/A&gt;. Jetzt schrieb aber Felix Strauman am 13. November in der Aargauer Zeitung:&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;(Start Artikel)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der profilierte Depressionsforscher Jürgen Margraf verlässt enttäuscht die Schweiz.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgerechnet jetzt nach dem Tod des deutschen Nationaltorhüters Robert Enke, wo vielen Menschen die Bedeutung oft tabuisierter psychischer Krankheiten schmerzlich bewusst wird, verlässt einer der profiliertesten Depressionsforscher der Schweiz enttäuscht das Land. Jürgen Margraf, Psychologieprofessor an der Universität Basel, wurde von Deutschland mit einer Humboldt-Professur abgeworben. Margraf hat entschieden, das Angebot anzunehmen, und wird am 1. März 2010 eine attraktive Stelle an der Ruhr-Universität Bochum antreten  unbelastet von administrativen Aufgaben und ausgestattet mit einem komfortablen Forschungsbudget.&lt;br /&gt;
Mit dem Namen Jürgen Margraf eng verbunden ist einesder bemerkenswertesten Forschungsprojekte der Schweiz. Der 22 Millionen Franken teure nationale Forschungsschwerpunkt mit dem Namen Sesam (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) an der Universität Basel hatte das ambitionierte Ziel, die Entstehung psychischer Krankheiten interdisziplinär mit Methoden der Soziologie, Psychologie und Biologie zu untersuchen. Dazu wollte man 3000 Kinder von der zwölften Schwangerschaftswoche an bis zum 20. Lebensjahr systematisch mit ihrem gesamten Lebensumfeld inklusive Eltern und Grosseltern zu verfolgen.&lt;br /&gt;
Obwohl das Projekt von internationalen Gutachtern beste Noten erhielt, scheiterte das Projekt kläglich und wurde vor anderthalb Jahren auf Antrag der Projektleitung gestoppt. Ein Bericht des Nationalfonds macht dafür unter anderem die Opposition radikaler Interessengruppen verantwortlich. Wenn auch nicht namentlich erwähnt, ist damit vor allem der «Basler Appell gegen Gentechnologie» gemeint, der von Beginn an Stimmung gegen das Projekt machte. Ebenfalls bedeutend waren laut Autoren des Berichts die falsch eingeschätzte Teilnahmebereitschaft von werdenden Müttern sowie unklare rechtliche Zuständigkeiten zwischen den Kantonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Herr Margraf, Sie haben sich entschieden, der Schweiz den Rücken zu kehren. Mussten Sie lange überlegen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Jürgen Margraf:&lt;/b&gt; Letzten Endes schon. Ich bin seit gut zehn Jahren Professor an der Universität Basel und habe zusammen mit Kollegen sehr viel Aufbauarbeit und Herzblut hineingesteckt. Mir ist aber klar geworden, dass es unter den gegebenen Rahmenbedingungen sehr schwierig sein würde, in den nächsten zehn Jahren einen grossen Schritt nach vorne zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ich nehme an, Sie sprechen vor allem Ihr gescheitertes «Sesam»-Projekt an.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Das ist sicher ein Aspekt. Diese Erfahrung hat gezeigt, dass es in der Schweiz sehr schwierig ist, so ein Projekt an der Schnittstelle von Sozial- und Naturwissenschaften umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was hat aus Ihrer Sicht rückblickend zum Scheitern geführt?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Dazu gibt es einen Bericht aus einer unabhängigen Nationalfonds-Untersuchung. Aus meiner Sicht hat eine Mischung verschiedener Faktoren dazu geführt, dass die hohen Anforderungen an den nationalen Forschungsschwerpunkt nicht realisierbar waren. Unter anderem ist bis heute nicht klar, wer zuständig ist, wenn eine Studie über mehrere Kantone und Disziplinen geht. In diesem Umfeld hatten wir nicht genügend Unterstützung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was hätte dann konkret passieren müssen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Zum Beispiel können bei ungerechtfertigten öffentlichen Angriffen die kritisierten Forscher schlecht selber sagen: Es ist aber alles ganz wundervoll, was wir machen. Da müssen andere aktiv werden und da ist auch die Universitätsleitung gefordert. Ein interdisziplinäres Projekt ist immer eine schwierige Aufgabe, aber unter normalen Umständen können die Probleme gelöst werden. Doch unter erschwerten Umständen können Hindernisse plötzlich zu unüberwindbaren Hürden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Planen Sie eine Neuauflage des Sesam-Projekts in Deutschland?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Diese Art Forschung läuft inzwischen an verschiedenen Orten der Welt. Es ist nicht sinnvoll, das Gleiche mit fünf Jahren Verspätung nun noch einmal zu machen. Ich werde andere Projekte beginnen. Für mich bleibt weiter die grosse Herausforderung, zu klären, was die Ursachen von gesunder und kranker Entwicklung in einem so tabuisierten Gebiet wie der Psyche sind. Das muss bewältigt werden, sonst werden wir weiterhin jede Menge menschliches Leid und sehr hohe unnötige Kosten haben. Andere Themen, mit denen ich mich beschäftigen werde, sind die psychotherapeutische Behandlung bei Angsterkrankungen und Depressionen und die Frage, wie das alles im Guten wie im Schlechten in Familien weitergegeben wird und ob wir darauf Einfluss nehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Hätte man den Tod des deutschen Nationaltorhüters Robert Enke verhindern können?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Ich kenne den Fall nur aus der Ferne, es scheint aber, dass man versucht hat, alles richtig zu machen. Er hatte auch eine stabile, liebevolle Beziehung und trieb Sport  beides schützende Faktoren bei Depression. Bei Enke hat es trotzdem nicht gereicht. Im Einzelfall kann man das einfach nicht mit Sicherheit voraussagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was neben den Erfahrungen mit dem Sesam-Projekt hat Sie sonst noch dazu bewogen, die Schweiz zu verlassen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Die Situation an den Universitäten. In Basel ist die Zahl der Studierenden in den letzten Jahren dramatisch nach oben gegangen. Wir haben in der Psychologie seit Jahren ein Betreuungsverhältnis von über 100 Studierenden auf eine Professur. Das ist auf Dauer absolut untragbar. Das geht nur mit riesigem Aufwand und auf Kosten des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Forschung. Ab 1 zu 80 müssten eigentlich sofort Notmassnahmen eingeleitet werden. Dazu gäbe es eidgenössische Vereinbarungen, an die sich die Universität aber nicht hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wenn Sie die Forschungslandschaft in den letzten Jahren beobachten: Sind die Schweizer wissenschaftsskeptischer geworden?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Ich glaube, dass es zwei gegenläufige Entwicklungen gibt. Viele Leute finden Forschung wichtiger und sinnvoller denn je. Daneben gibt es eine kleinere Anzahl von Leuten, die ganz dagegen sind. Ob dieser Teil grösser geworden ist, weiss ich nicht. Aber er ist da. Und die Rahmenbedingungen in der Schweiz mit dem starken Föderalismus, der Basisdemokratie und der Angst der Politiker, für heikle Themen einzustehen, machen es möglich, dass kleinere Gruppierungen überproportionalen Einfluss haben. Hinzu kommt, dass man beim Thema psychische Gesundheit immer noch auf Vorbehalte stösst. Ich werde das Gefühl bis heute nicht los, dass viele nicht realisieren, wie häufig und schwerwiegend psychische Probleme in unserer Gesellschaft sind. Immer wieder sind die Menschen erstaunt, wenn ich Zahlen zur Häufigkeit solcher Erkrankungen vortrage. Dabei sind diese überhaupt nichts Neues und betreffen auch viele andere Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wie reagieren denn die Leute auf Ihre Zahlen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Margraf:&lt;/b&gt; Statt zur Kenntnis zu nehmen, dass psychische Krankheiten wirklich häufig sind und man etwas dagegen tun müsste, gibt es bei manchen Leuten alle möglichen Mutmassungen, warum ich jetzt solche Zahlen sage: «Will der jetzt riesige Beschäftigungsprogramme für Psychologen starten oder seine eigene Wichtigkeit erhöhen?» Ich glaube, dass die Probleme der psychischen Gesundheit grundsätzlich unterschätzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;(Ende Artikel aus der Aargauer Zeitung)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S. Zu einigen Primärquellen für die Zahlen, &quot;wie häufig und schwerwiegend psychische Probleme in unserer Gesellschaft sind&quot;, siehe &lt;a href=&quot;http://io1.blogspot.com/2009/06/panikattacken-und-angstzustande-weit.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Links in diesem Blogposting&lt;/a&gt;. Zu Margrafs Kritik an den Kritikern siehe &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5810719/&quot;&gt;dieses Posting bei Sesam Watch&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Margraf</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
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  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5757983/">
    <title>Geht Margraf doch nicht nach Bochum?</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5757983/</link>
    <description>Jürgen Margraf habe sich noch nicht endgültig festgelegt, &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5753751/&quot;&gt;ob er tatsächlich nach Bochum wechsle&lt;/a&gt;, schreibt heute die Basler Zeitung baz. Die &lt;a href=&quot;http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2009/msg00176.htm&quot;&gt;Meldung der dortigen Uni&lt;/a&gt; sei wohl etwas vorschnell ins Netz gestellt worden, sagte Margraf dem Blatt. Offenbar ist es so, dass zwar die Humboldt-Stiftung ihm &lt;a href=&quot;http://www.humboldt-foundation.de/web/1085188.html&quot;&gt;ihren Forschungspreis zugesprochen&lt;/a&gt; hat, aber er und Bochum jetzt erst in Berufungsverhandlungen miteinander treten, deren Ausgang im Prinzip noch offen ist. Die baz schreibt, für Margraf sei auch ein Verbleib in Basel &quot;durchaus im Bereich des Möglichen&quot;. Bis in vier Wochen will Margraf sich laut baz entschieden haben.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Margraf</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-12T07:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5995805/#5996231">
    <title>interessante Info zur Person</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5995805/#5996231</link>
    <description>Renato L. Galeazzi hat das Staatsexamen 1968 in Bern abgelegt und seine klinische Ausbildung vorwiegend am Inselspital bzw. in San Francisco (klinische Pharmakologie) absolviert. 19852004 war er Chefarzt für Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen und 19912004 Forschungsrat SNF. Als Mitbegründer der pharmakritik präsidiert er seit 2005 die Ethikkommission für Innere Medizin des Kantons Zürich.</description>
    <dc:creator>so nicht</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 so nicht</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-16T16:25:35Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5995805/">
    <title>NZZ-Leserbrief 13.8.09, S.9: Untaugliche Vorschläge des Nationalfonds</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5995805/</link>
    <description>Das &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5810719/&quot;&gt;Papier der Arbeitsgruppe «Lesson learned»&lt;/a&gt; (leider nur in Einzahl) des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), über das in der NZZ vom 10. Juli berichtet wird, darf nicht unkommentiert bleiben. Einzelne der Vorschläge sind sehr wichtig und pertinent, so zum Beispiel die Empfehlung, die Zuständigkeiten bei Multizenterstudien zu klären (was schon in Realisierung ist; hier werden Eulen nach Athen getragen), oder der Vorschlag, eine Rekurskommission zu schaffen. Dass sich hingegen die Antragsteller von Forschungsgesuchen bezüglich der Zusammensetzung der Kommissionen äussern dürften, ist nicht ein sehr durchdachter Vorschlag.&lt;br /&gt;
Wer beide Gremien, den Forschungsrat des SNF und die Ethikkommissionen, kennt, weiss um deren verschiedene Arbeitsweise und deren unterschiedlichen Auftrag. Ich möchte die Antwort des Forschungsrates hören, wenn jeder Antragsteller sich über die Zusammensetzung ebendieses Forschungsrates äussern würde bzw. Druck auf dessen Zusammensetzung ausüben könnte! Auch da fehlen gelegentlich «Fachkompetenzen».&lt;br /&gt;
Und dass sich die Ethikkommissionen nur «mit operativen Aspekten von Projekten» beschäftigen sollten, entspricht in keiner Weise dem inhärenten ethischen Auftrag oder international anerkannten Richtlinien. Ein Gesuch an den SNF hat anderen Kriterien zu genügen als ein operationalisiertes, klinisches Forschungsgesuch. Ersteres ist weiter gefasst, geht weniger in die wissenschaftlichen Details und beschreibt die vorgeschlagene Forschung in einem grösseren Zusammenhang. Ein Gesuch an die Ethikkommission hingegen ist detailliert und muss auch konkrete Vorgänge genau definieren. Zudem ist die Begutachtung der «Wissenschaftlichkeit» integraler Bestandteil der ethischen Begutachtung und kann nicht delegiert werden.&lt;br /&gt;
Auch der Vorschlag «Vorstudien, die für die Machbarkeitsabschätzung eines Hauptprojektes nötig sind, sollen unabhängig von der Hauptstudie und vor dieser begutachtet werden» ist unverständlich, als ob es für Vor- und Hauptstudien verschiedene «Ethiken» gäbe! Dass zudem im Fall «Sesam» von den Ethikkommissionen gemeinsam vorgegangen worden ist, braucht hier nicht wiederholt zu werden, und dass «Sesam» am fehlenden Realitätssinn der Gesuchsteller und des Forschungsrates gescheitert ist, bestreitet implizite auch der Bericht nicht!&lt;br /&gt;
Renato L. Galeazzi (St. Gallen)</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Aussenreaktionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-16T11:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5812593/">
    <title>&quot;Sesam&quot; heisst auf Englisch &quot;National Children&apos;s Study&quot;</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5812593/</link>
    <description>Was in der Schweiz mit 3&apos;000 Kindern scheiterte, &lt;a href=&quot;http://www.nationalchildrensstudy.gov&quot;&gt;soll in den USA mit 100&apos;000 gelingen&lt;/a&gt;:
&lt;blockquote&gt;The National Childrens Study will examine the effects of environmental influences on the health and development of 100,000 children across the United States, following them from before birth until age 21. The goal of the Study is to improve the health and well-being of children.&lt;br /&gt;
The Study defines environment broadly, taking a number of natural and man-made environmental, biological, genetic, and psychosocial factors into account. By studying children through their different phases of growth and development, researchers will be better able to understand the role these factors have on health and disease. Findings from the Study will be made available as the research progresses, making potential benefits known to the public as soon as possible.&lt;br /&gt;
Ultimately, the National Childrens Study will be one of the richest research efforts geared towards studying childrens health and development and will form the basis of child health guidance, interventions, and policy for generations to come.&lt;br /&gt;
The National Childrens Study is led by a consortium of federal partners: the U.S. Department of Health and Human Services (including the Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development and the National Institute of Environmental Health Sciences of the National Institutes of Health and the Centers for Disease Control and Prevention), and the U.S. Environmental Protection Agency.&lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Geistesverwandte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-09T06:24:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5810719/">
    <title>&quot;Lehren&quot; des Schweizerischen Nationalfonds aus Sesam</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5810719/</link>
    <description>Der SNF &lt;a href=&quot;http://www.snf.ch/D/NewsPool/Seiten/news_090703_sesam.aspx&quot;&gt;teilte am 3. Juli mit&lt;/a&gt;:
&lt;blockquote&gt;Der Schweizerischen Nationalfonds (SNF) hat im Rahmen seines nun verabschiedeten &lt;a href=&quot;http://www.snf.ch/SiteCollectionDocuments/Web-News/news_090703_sesam_d.pdf&quot;&gt;Berichts Lesson learned (.pdf)&lt;/a&gt; die Lehren aus dem im Januar erfolgten Abbruch des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) SESAM gezogen. Er formuliert darin die aus den gemachten Erfahrungen gezogenen Schlüsse und Erkenntnisse für vergleichbare künftige Grossprojekte. Insbesondere an die vorangehenden Machbarkeitsstudien will der SNF noch umfassendere Anforderungen stellen.&lt;/blockquote&gt;
Als Ursachen für das Scheitern nennt die Medienmitteilung:
&lt;blockquote&gt;1. zu optimistische Annahmen bezüglich der Teilnahme von werdenden Müttern an der Kernstudie&lt;br /&gt;
2. Unklarheiten bei rechtlichen Zuständigkeiten sowie aufwändiges Ethikverfahren in Basel und anderen Kantonen&lt;br /&gt;
3. anhaltende öffentliche Kritik am NFS, insbesondere durch Interessengruppen&lt;/blockquote&gt;
Punkt 1 geht auf die Kappe der Sesam-Leitung und der Expertengremien im und um den SNF. Gegen den im zweiten Punkt formulierten Vorwurf, die Ethikkommission sei mitschuld, verwahrte sich deren Präsident Hans Kummer mit einer ausführlichen &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5473814/&quot;&gt;Begründung bereits im Januar in der NZZ&lt;/a&gt;. Und dass Punkt 3 als offizieller Grund für das Scheitern genannt wird, verweist implizit auf die in 3.6 von &quot;Lesson learned&quot; artikulierte Kritik an den Verantwortlichen in SNF und Sesam:
&lt;blockquote&gt;(...) Wichtig erscheint aber,dass der Umgang mit öffentlicher Kritik &quot;Chefsache&quot; ist, d.h. vom SNF ohne Verzug auf verantwortlicher Ebene ernst genommen werden muss, sobald sie auftaucht. Der SNF hat eine wichtige Funktion als Verteidiger von seriöser wissenschaftlicher Forschung wahrzunehmen, die er auch angemessen kommunizieren muss. Um zeit- und sachgerecht reagieren zu können, braucht er die dazu nötige Kommunikationskompetenz und ein angemessenes Monitoring, besonders im Fall der Orientierten Forschung. (...)&lt;/blockquote&gt;
Es wird also im Bericht zwar zugegeben, dass die Unfähigkeit der Verantwortlichen, mit öffentlich artikulierter Skepsis gegenüber Sesam umzugehen, Mitschuld trägt an dessen Scheitern. Aber trotzdem schiebt das Communiqué zu &quot;Lesson learned&quot; jenen, die ihre Skepsis artikulierten, die Schuld in die Schuhe. Sachlich richtig wäre, unter 3. zu schreiben: &quot;fehlende Kommunikationskompetenz und mangelndes Monitoring bei SNF und Sesam&quot;. Dann wären aber am Ende SNF und Sesam ganz allein am Debakel schuld, denn das Argument der Verzögerung durch die Ethikkommission(en) (Punkt 2) darf wohl als Scheinargument bezeichnet werden (siehe &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5473814/&quot;&gt;Hans Kummers Argumentarium&lt;/a&gt;). Inhaltlich äussert sich der SNF übrigens mit keiner Silbe zur &quot;anhaltenden Kritik&quot;.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Politikreaktionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-08T09:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5753751/">
    <title>Jürgen Margraf und Sylvia Schneider wechseln nach Bochum</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5753751/</link>
    <description>Die Ruhr Uni Bochum &lt;a href=&quot;http://www.pm.rub.de/pm2009/msg00176.htm&quot;&gt;teilt heute mit&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Zum Sommersemester 2010 wird Prof. Dr. Jürgen Margraf, international renommierter Spezialist für Angst- und Panikstörungen, als Humboldt-Professor den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie übernehmen. Der Träger des internationalen Forschungspreises der Alexander von Humboldt-Stiftung, der zurzeit in Basel arbeitet, wird mit fünf Millionen Euro für fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Förderung soll dazu verwendet werden, ein Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit an der RUB aufzubauen. Mit Prof. Margraf kommt auch seine Frau, Prof. Dr. Sylvia Schneider, nach Bochum. Sie ist Spezialistin auf dem Gebiet der Kinderpsychologie. Wir sind glücklich und stolz über die Entscheidung der Humboldt-Stiftung, sagte Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. Sie bestätigt uns erneut, dass die Ruhr-Universität den Nährboden für internationale Spitzenforschung bietet.&lt;/cite&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Margraf</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-10T13:20:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5573635/">
    <title>&quot;Am Tisch mit ...&quot; 45 Minuten Interview mit Jürgen Margraf</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5573635/</link>
    <description>HR2 brachte am 24.10.08 in längeres Gespräch mit Jürgen Margraf in der Sendung &quot;Doppel-Kopf&quot;. &lt;a href=&quot;http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=22564&amp;key=standard_podcasting_hr2_doppelkopf&amp;mediakey=podcast/hr2_doppelkopf/am_tisch_mit_juergen_margraf___sesam-forscher_&amp;type=a&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hier ist sie online zu hören&lt;/A&gt;. Hier ist &lt;a href=&quot;http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_doppelkopf/am_tisch_mit_juergen_margraf___sesam-forscher_.mp3&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;das File zum Download&lt;/a&gt; (rechte Maustaste -&gt; &quot;speichern unter...&quot;).</description>
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    <dc:subject>Margraf</dc:subject>
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    <dc:date>2009-03-10T21:25:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5520314/">
    <title>Sesam in SNF Dokument: Ethikprüfung hat verzögert</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5520314/</link>
    <description>Im vor wenigen Tagen erschienenen &quot;&lt;a href=&quot;http://www.snf.ch/SiteCollectionDocuments/nccr_guide_09.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Guide 2009&lt;/a&gt;&quot; des Schweizerischen Nationalfonds SNF, in dem alle nationalen Forschungsschwerpunkte kurz vorgestellt werden, steht auf Seite 81, im Teil über Sesam:&lt;small&gt;&lt;blockquote&gt;Due to the low recruitment rate, the recruitment for the sesam core-study was stopped in March 2009, while individual studies that recruit individuals independent of the core-study are still ongoing. Therefore, the NCCR sesam in its originally designed form will be finished after the first funding period in 2009. The ongoing individual focus on research topics such as the impact of family socialisation factors on child development, the psychobiological programming of stress response, the psychobiological consequences of mental health during pregnancy, maternal sensitivity and amygdala functioning, the postnatal programming of human mesolimbic dopaminergic function, family functioning as well as the relationship between fetal heart rate variability and psychosocial development of children. In ongoing prestudies, new methods (e.g., digital diaries, specific questionnaires, translated questionnaires or methods for the collection of biological samples) that have been developed for the application within the core study are evaluated. &lt;b&gt;It has to be mentioned that due to the long and complicated process of ethical evaluation, the start of the recruitment within the whole NCCR was markably delayed.&lt;/b&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/small&gt;Zur Aussage im letzten Satz (&quot;... long and complicated ...&quot;) schrieb Hans Kummer, zur fraglichen Zeit Präsident der Ethikkommission beider Basel (EKBB), in einem &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5473814/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Artikel in der NZZ vom 16.1.2009&lt;/a&gt;:&lt;small&gt;&lt;blockquote&gt;Die Sesam-Leitung sieht in einer umständlichen, wenig kooperativen Handlungsweise der kantonalen Ethikkommissionen, im Besonderen der EKBB, einen «fundamentalen» Grund des Misserfolges der Studie. Diese Einschätzung muss in aller Form zurückgewiesen werden: Die Studienleitung von Sesam benötigte fast 20 Monate nach der Freigabe durch den SNF, bis sie die Studie der EKBB einreichte. Im Vergleich dazu konnte das Projekt trotz erheblicher Korrekturbedürftigkeit in weniger als 6 Monaten nach der Einreichung mit wenigen Auflagen freigegeben werden. Von dieser Zeit beanspruchte die Sesam-Leitung erst noch mehr als die Hälfte für ihre Antworten. Die Studie war zweifellos von Anfang an äusserst anspruchsvoll konzipiert und schwierig zu verwirklichen. Sie ist aber letztlich gescheitert an einer mangelhaften Planung (Rekrutierung am falschen Ort, zu grosse Anforderungen an die Studienteilnehmerinnen) und einer primär negativen und von Misstrauen geprägten Einstellung der Studienleitung gegenüber der ethischen Prüfung. Diese Einstellung entbehrt jeglicher Grundlage. (...) Voraussetzung für einen guten Ablauf der ethischen Begutachtung eines Forschungsprojektes ist allerdings, dass sich Studienleiter und Ethikkommission ohne negative Vorurteile mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen begegnen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können schmerzhafte und teure Fehlentwicklungen wie hier künftig vermieden werden.&lt;/blockquote&gt;&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Diskussion</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-02-16T16:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5473824/">
    <title>Leserbrief Silvia Schneider &amp; Jürgen Margraf in der NZZ vom 27.1.09</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5473824/</link>
    <description>&lt;b&gt;Seriöses Verfahren&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Prof. Hans Kummer erweckt in &lt;a href=&quot;http://sesam.twoday.net/stories/5473814/&quot;&gt;seinem Artikel vom 16.1.09&lt;/a&gt; den Eindruck, der Schweizerische Nationalfonds (SNF) sei bei der Begutachtung des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Sesam» unüblich oder gar unseriös vorgegangen. Tatsächlich trifft das Gegenteil zu. Entsprechend den Richtlinien des SNF erfolgte eine umfassende internationale Begutachtung, die bei Nationalen Forschungsschwerpunkten sogar ein mehrstufiges Verfahren mit verschiedenen Gutachtern von hoher internationaler Reputation umfasst. Bei allen SNF-Forschungsprojekten erfolgt eine allfällige ethische Begutachtung im Anschluss an die Bewilligung. Dies entspricht den Gepflogenheiten der internationalen Forschungsförderung. Es befremdet, dass der ehemalige Vorsitzende einer Ethikkommission diese Sachverhalte hier irreführend darstellt. Auf die weiteren tendenziösen beziehungsweise falschen Darstellungen im erwähnten Artikel  wie etwa die skandalöse Unterstellung, die «Sesam»-Leitung habe die ethische Begutachtung des «Sesam»-Projektes umgehen wollen  möchten wir an dieser Stelle nicht eintreten.&lt;br /&gt;
Prof. Dr. Silvia Schneider und Prof. Dr. Jürgen Margraf Universität Basel, Nationaler Forschungsschwerpunkt «Sesam»</description>
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    <dc:subject>Margraf</dc:subject>
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    <dc:date>2009-01-27T09:03:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5473814/">
    <title>Nachtrag: Hans Kummer über Gründe für Scheitern</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5473814/</link>
    <description>Neue Zürcher Zeitung am 16. Januar 2009:&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zu Unrecht der ethischen Prüfung misstraut - Woran der ehrgeizige Nationale Forschungsschwerpunkt «Sesam» gescheitert ist&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Hans Kummer *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Im März vor einem Jahr ist die hochdotierte Kernstudie des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Sesam» eingestellt worden. Zurzeit wird aufgearbeitet, woran das Forschungsprojekt zur Ergründung psychischer Krankheiten gescheitert ist (siehe Kasten). Zum Teil wird der Ethikkommission eine Mitschuld gegeben. Hier erläutert der damals zuständige Präsident der Ethikkommission, woran die Studienorganisation aus seiner Sicht krankte.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die «Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health» (Sesam) hat wegen ihrer Grösse, ihrer Kosten, der mit ihr verbundenen ethischen Fragen und letztlich auch wegen des plötzlichen Abbruchs zu vielfältigen Diskussionen geführt. Die Frage nach der Schuld für das Scheitern dieses Forschungsprojektes ist in letzter Zeit thematisiert worden. Dabei wurden wiederholt die kantonalen Forschungsethik-Kommissionen in den Vordergrund gerückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lob und Kritik von Anfang an&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Sesam war der Einschluss von 3000 schwangeren Frauen und ihren Ungeborenen in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche zusammen mit ihren Partnern und den Eltern des Paares geplant. Die Studiendauer war auf 20 Jahre angelegt. Neben umfangreichen Laboranalysen, Fragebögen, Interviews und Beobachtungen waren auch genetische Studien vorgesehen. Die Erwartungen an die Sesam-Studie waren von Beginn weg sehr hoch («Schatz von nationaler Bedeutung», «Forschung von höchster Qualität»). Die Studie wurde aber bereits in der Anfangsphase von Fachvertretern scharf kritisiert. Die ethische Kritik richtete sich vornehmlich gegen den Einbezug von Kindern in eine jahrelange, fremdnützige Studie (also eine Studie, die den teilnehmenden Kindern direkt keinen Nutzen bringt) mit vorgeburtlichen Untersuchungen und genetischen Analysen bei Neugeborenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sesam-Studie wurde im März 2005 von Bundesrat Pascal Couchepin als Nationaler Forschungsschwerpunkt bewilligt mit einem finanziellen Rahmen von 10,2 Millionen Franken für die erste Projektphase von vier Jahren und ergänzt durch weitere Millionen von der Universität Basel, der Firma Roche AG und von Stiftungen. Diese Bewilligungen erfolgten ohne vorherige Begutachtung und Freigabe durch die zuständige Ethikkommission, und dies trotz der absehbaren ethischen Brisanz der Forschungsinhalte. Die Sesam-Kernstudie wurde nämlich erst beinahe 20 Monate später der Ethikkommission beider Basel (EKBB) zur Beurteilung vorgelegt. Die Studienleitung äusserte Zweifel an der Zuständigkeit der EKBB für die Beurteilung ihrer Studie und versuchte, die Nationale Ethikkommission einzuschalten, obschon die Beurteilung von Einzelprojekten nicht zu deren Aufgaben gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Versuche, die EKBB zu umgehen, erfolgten auf der politischen Ebene. Schliesslich wurden im Sommer 2006 der EKBB sogenannte «Vorstudien» unterbreitet, deren Realisierung nur dann sinnvoll gewesen wäre, wenn Sicherheit bestanden hätte, dass anschliessend die Kernstudie zur Durchführung gelangen würde. Diese Voraussetzung war zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt, und deshalb lehnte die EKBB diese Gesuche ab und beharrte auf der Einsicht in die Kernstudie. Entgegen wiederholten Behauptungen wurde der EKBB nie eine «Pilotstudie» unterbreitet, in der die gewählten Verfahren (inklusive Rekrutierungsprozedere) an einer kleinen Gruppe repräsentativ ausgewählter Personen hätten geprüft werden können. Eine solche Pilotstudie wäre bei der EKBB auf offene Ohren gestossen und hätte die später in aller Härte zutage getretenen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung offengelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 31. Oktober 2006, anderthalb Jahre nach Bewilligung durch den Bundesrat, wurde die Sesam- Kernstudie schliesslich eingereicht. Die EKBB stellte darin zum Teil gravierende Mängel fest. In der Folge entwickelte sich jedoch eine gute Zusammenarbeit zwischen der Sesam-Leitung und der EKBB. Am 19. März 2007 konnte die Sesam-Studie mit sieben Auflagen freigegeben werden. Die weitaus wichtigste Auflage war der geforderte Verzicht auf die genetischen Analysen bei Neugeborenen mit Aufschub bis zur Erlangung der Urteilsfähigkeit. Nicht betroffen von dieser Einschränkung waren die urteilsfähigen Studienteilnehmer. Am 24. Juli 2007 waren alle Auflagen erfüllt, und dem Studienbeginn stand aus der Sicht der EKBB nichts mehr im Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten bei der Rekrutierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rekrutiert wurde in Polikliniken der öffentlichen Spitäler in Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Die Rekrutierung stiess von Beginn weg auf grosse Schwierigkeiten. Die anspruchsvollen Fragenkataloge verlangten von den werdenden Müttern gute deutsche oder französische Sprachkenntnisse. Die öffentlichen Polikliniken für Gynäkologie/Geburtshilfe werden aber vorwiegend von fremdsprachigen Frauen aufgesucht, während die meisten Schweizerinnen die Schwangerschaft von ihrem privaten Frauenarzt überwachen lassen und erst kurz vor dem Geburtstermin das Spital aufsuchen, lang nach dem Ende der Rekrutierungsphase. Diese Schwierigkeiten wären in einer Pilotstudie festgestellt worden und hätten durch den Einbezug der frei praktizierenden Frauenärzte weitgehend verhindert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schlechte Rekrutierung hatte aber  wie die Befragung der ablehnenden Mütter zeigte  noch andere Gründe: Vielen Müttern war der in der Tat aussergewöhnliche Aufwand zu gross und die Studiendauer von 20 Jahren zu lang. Es wurden auch Bedenken laut, ein ungeborenes Kind in eine mehrjährige Studie einzuschliessen, ohne abschätzen zu können, wie sich das Kind später dazu einstellen würde und ob diese lange Begleitung mit Interviews und Beobachtungen nicht doch negative Folgen haben könnte. Keinen Einfluss hatten offenbar die kritischen Medienberichte, denn laut der Studienleitung hatte die Mehrzahl der Schwangeren vom Projekt Sesam vorher noch nie etwas gehört. Nachdem sich bis März 2008 anstelle der erwarteten 300 nur gerade 17 werdende Mütter für eine Teilnahme entschieden hatten, wurde das Projekt abgebrochen. Ein Schritt, der ausser mit einer sehr verständlichen Enttäuschung der Studienleiter auch mit einer grossen finanziellen Einbusse verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuldzuweisung an Ethikkommission&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sesam-Leitung sieht in einer umständlichen, wenig kooperativen Handlungsweise der kan-tonalen Ethikkommissionen, im Besonderen der EKBB, einen «fundamentalen» Grund des Misserfolges der Studie. Diese Einschätzung muss in aller Form zurückgewiesen werden: Die Studienleitung von Sesam benötigte fast 20 Monate nach der Freigabe durch den SNF, bis sie die Studie der EKBB einreichte. Im Vergleich dazu konnte das Projekt trotz erheblicher Korrekturbedürftigkeit in weniger als 6 Monaten nach der Einreichung mit wenigen Auflagen freigegeben werden. Von dieser Zeit beanspruchte die Sesam-Leitung erst noch mehr als die Hälfte für ihre Antworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studie war zweifellos von Anfang an äusserst anspruchsvoll konzipiert und schwierig zu verwirklichen. Sie ist aber letztlich gescheitert an einer mangelhaften Planung (Rekrutierung am falschen Ort, zu grosse Anforderungen an die Studienteilnehmerinnen) und einer primär negativen und von Misstrauen geprägten Einstellung der Studienleitung gegenüber der ethischen Prüfung. Diese Einstellung entbehrt jeglicher Grundlage. Die kantonalen Regierungen sind besorgt, nur sorgfältig ausgewählte und fachlich einwandfrei qualifizierte Vertreter aller Sparten der Medizin, der Psychologie, der Pflege, der Jurisprudenz, der professionellen Ethik und der Laien in die Kommissionen zu wählen. Die Mitglieder sind zudem unabhängig von Sponsoren, politischen Einflüssen und von der Akademie. Sie sind auch vertraut mit den lokalen Verhältnissen der Forschung. Sie bieten Gewähr für eine korrekte und gerechte Bewältigung ihrer Aufgabe, wie die Erfahrung der vergangenen Jahre bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für einen guten Ablauf der ethischen Begutachtung eines Forschungsprojektes ist allerdings, dass sich Studienleiter und Ethikkommission ohne negative Vorurteile mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen begegnen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können schmerzhafte und teure Fehlentwicklungen wie hier künftig vermieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Autor, Prof. Dr. med., war Präsident der Ethikkommission beider Basel (EKBB) von 2000 bis Juli 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;&lt;blockquote&gt;Weiteres Vorgehen ist noch offen&lt;br /&gt;
Hofmann M. (hof)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hof. Es war ein Forschungsprojekt, das über die Landesgrenzen hinaus allein wegen seiner Grösse Aufmerksamkeit erlangte. Während 20 Jahren sollten 3000 Kinder, ihre Eltern und Grosseltern kontinuierlich untersucht werden, um Erkenntnisse über ihre psychische Verfassung zu erlangen. Im Jahr 2005 wurde die «Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health» (Sesam) als Nationaler Forschungsschwerpunkt vom Bundesrat bewilligt. Am 13. März 2008 dann beantragte das Leitungsgremium von Sesam, das an der Universität Basel beheimatet ist, den Abbruch der Kernstudie. Es hatten sich zu wenige Frauen als Teilnehmerinnen gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt waren für das Projekt 8,3 Millionen der bis dann bewilligten 22,4 Millionen Franken aufgebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Antwort auf eine Interpellation der grünen Nationalrätin Maya Graf (Basel-Landschaft) gibt der Bundesrat implizit der Ethikkommission beider Basel, die die Studie begutachtete, Mitschuld am Scheitern von Sesam. Die ethische Prüfung habe die Studie verzögert, so dass keine Pilotstudie durchgeführt werden konnte. Der damalige Präsident der Forschungsethik-Kommission widerspricht im nebenstehendem Artikel dieser Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der nächsten zwei Wochen wird das Eidgenössische Departement des Innern über den weiteren Verlauf der Studie entscheiden. Ein Antrag des Schweizerischen Nationalfonds wird in den kommenden Tagen vorgelegt. So ist man etwa darum bemüht, Teilstudien von Sesam trotz der Einstellung der Hauptstudie weiterführen zu können.&lt;/blockquote&gt;&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Ethik</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-27T08:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5463897/">
    <title>Abbruch Sesam formell beschlossen</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5463897/</link>
    <description>Das &lt;a href=&quot;http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&amp;msg-id=24973&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&gt;Eidgenössische Departement des Inneren teilt mit&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
Bern, 22.01.2009 - Auf Antrag des Schweizerischen Nationalfonds SNF hat das Eidgenössische Departement des Innern am 19. Januar entschieden, den Nationalen Forschungsschwerpunkt ,Schweizerische ätiologische Studie zur psychischen Gesundheit&quot; SESAM formell auf den 30. September 2009 abzubrechen. Für den ordnungsgemässen Abschluss hat das EDI zudem eine einjährige Auslaufphase genehmigt. Hauptgrund für den Abbruchentscheid ist, dass die für die geplante Kernstudie notwendige Anzahl von 3&apos;000 Probanden nicht rekrutiert werden konnte. In der Auslaufphase können im Rahmen von SESAM begonnene wissenschaftliche Arbeiten, die nicht unmittelbar von der Kernstudie abhängig sind, abgeschlossen und deren Ergebnisse gesichert und publiziert werden.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Politikreaktionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-22T13:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5254683/">
    <title>Jürgen Margraf bei HR2-Kultur</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5254683/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.google.ch/search?hl=de&amp;q=Regina+Oehler&quot;&gt;Regina Oheler&lt;/a&gt; interviewt Jürgen Margraf für &lt;a href=&quot;http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=9108&amp;key=standard_document_20803526&quot;&gt;die Sendung &quot;Doppelkopf&quot; des Kulturprogramms des Hessischen Rundfunks&lt;/a&gt;:&lt;small&gt;&lt;blockquote&gt;Wie kommt es, dass manche Menschen in schwierigen Lebenssituationen zusammenbrechen und psychisch krank werden, während andere ungeahnte Kräfte mobilisieren können? Wovon hängt seelische Gesundheit ab? Das ist eines der großen Forschungsthemen von Jürgen Margraf. &lt;br /&gt;
Er lehrt an der Universität Basel Psychologie. International bekannt wurde er, als er eine maßgeschneiderte Therapie gegen Panikattacken entwickelte, die sich als außerordentlich erfolgreich erwies. Im Gespräch mit Regina Oehler erzählt Professor Margraf auch von seiner nordhessischen Kindheit, seiner Entdeckung der Psychologie in Brüssel und von seinem ganz persönlichen Rezept für seelische Gesundheit.&lt;/blockquote&gt;&lt;/small&gt;Zu hören am 24.10.08 auf hr2.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-10-14T09:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/5013152/">
    <title>BaZ vom 12.6.08: Falsch eingeschätzt. Ethikkommission reagiert auf Kritik.</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/5013152/</link>
    <description>SESAM. Eine «dramatische Fehleinschätzung» und «ungenügende Projektplanung» habe zum Scheitern des Nationalen Forschungsschwerpunkts «sesam» geführt. Mit dieser Analyse schliesst die Ethikkommission beider Basel (EKBB) ihre Stellungsnahme zuhanden des Bundesrats. Dieser hatte in seiner &lt;a href=&quot;http://www.parlament.ch/D/cv-geschaefte?gesch_id=20083225&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Antwort auf eine Interpellation von Nationalrätin Maya Graf&lt;/a&gt; Ende Mai der Kommission eine Mitschuld am «sesam»-Fiasko unterstellt. Dagegen verweisen André Perruchoud, EKBB-Präsident, und dessen Vorgänger Hans Kummer auf zahlreiche Versäumnisse der «sesam»-Leitung. «Verhängnisvoll wirkte sich der unverständlich grosse Zeit- und Geldverlust bis zur Einleitung der ethischen Prüfung aus», heisst es. Negativ habe sich auch der Verzicht auf eine Machbarkeitsstudie ausgewirkt. Die Beurteilung der Vorstudien wurde hingegen zurückgestellt, da es sich hier um ein «ethisch heikles» Vorgehen gehandelt habe, das nicht unabhängig von der Bewilligung der Kernstudie in Angriff genommen werden sollte. Die EKBB verwahrt sich gegen die Darstellung, die Kernstudie sei erst nach einem zweijährigen Bewilligungsprozess freigegeben worden, benötigte man doch für diese «sehr schweirige Aufgabe» nur 118 Tage. och</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-12T12:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4960547/">
    <title>BaZ vom 29.5.08: Bundesrat kritisiert Ethikkommission</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4960547/</link>
    <description>Nachspiel zum Sesam-«Fiasko»&lt;br /&gt;
Markus Kocher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesrat unterstellt in seiner Antwort auf eine Interpellation von Nationalrätin Maya Graf der Ethikkommission eine Mitschuld am Scheitern des Forschungsprojekts Sesam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Jahre dauerte das Spektakel um den nationalen Forschungsschwerpunkt Sesam. Die Studie, die über einen Zeitraum von 20 Jahren 3&apos;000 Kinder mit ihren Familien begleiten wollte, galt als Aushängeschild der schweizerischen Forschungslandschaft. Gleichzeitig stand sie von Anfang an auch in der Kritik und unter scharfer Beobachtung. Im März 2008, rund drei Jahre, nachdem der Nationalfonds das Projekt bewilligt hatte, gab die Projektleitung den Abbruch der Kernstudie bekannt: Es hatten sich viel zu wenig Frauen für eine Teilnahme gemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baselbieter Nationalrätin Maya Graf wollte vom Bundesrat in einer Interpellation «einige Fragen zur Verantwortlichkeit des Fiaskos» geklärt haben. Insbesondere sei nicht einzusehen, warum in Vorstudien die praktische Durchführbarkeit nicht getestet worden sei. Rund die Hälfte der für das Projekt bewilligten 20 Millionen Franken sei bereits geflossen, ohne dass es zu einem Resultat gekommen sei. «Der Schweizerische Nationalfonds verliert 10,2 Millionen Franken, ohne dass ein Resultat vorliegt».&lt;br /&gt;
Der Bundesrat hält in seiner Antwort fest, dass die geplante Pilotstudie zurückgestellt werden musste, weil die Ethikkommission Pilot- und Kernstudie nur als Ganzes beurteilen wollte. Mit anderen Worten: Die Pilotstudie konnte nicht bewilligt werden, bevor nicht auch die Kernstudie zur Begutachtung vorlag. Das langwierige Prozedere führte dazu, dass das Projekt erst nach Ablauf von zwei Jahren in Angriff genommen werden konnte - zu spät. Der Bundesrat sieht einen Teil der Verantwortung für das Scheitern bei der Ethikkommission, wenn er schreibt: «Die Verzögerung führte dazu, dass Sesam ohne Pilotstudie mit der eigentlichen Rekrutierung der Probanden beginnen musste.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darstellung des Bundesrats widerspricht in Teilen dem, was die Ethikkommission schon früher bemängelt hatte: Die Verzögerungen seien bei der Sesam-Leitung entstanden; diese hätte eine Einsicht in die von der Kommission geforderten Unterlagen jeweils erst sehr spät ermöglicht. Die ethische Beurteilung sei dann innert weniger Wochen erfolgt. Ausserdem sei (im Unterschied zur Pilotstudie) nie eine Vorstudie geplant gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Unbefriedigend». Die Antort des Bundesrates sei «unbefriedigend» und lasse viele Fragen offen, sagt Maya Graf gegenüber der baz. Sie kritisiert, dass die Schuld am Scheitern der Studie mehrheitlich auf die Arbeit der Ethikkommission geschoben wird. Das Vorgehen der verantwortlichen Stellen, des Nationalfonds und des Leitungsgremiums von Sesam, bleibe ausgeklammert. Hätte man nicht von Anfang an versucht, sich bei ethischen Fragen um die Verantwortlichkeit zu drücken, hätte es wohl keine derartigen Verzögerungen gegeben, glaubt Graf. Ausserdem ist es ihr unbegreiflich, warum man nicht schon im Vorfeld die nötigsten Abklärungen darüber getroffen habe, ob überhaupt genügend Mütter für eine solche Studie in Frage gekommen wären.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-29T07:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4954605/">
    <title>Antwort des Bundesrates vom 21.5.08 auf die Interpellation Maya Graf vom 20.3.08</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4954605/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20083225&quot;&gt;08.3225 - Interpellation&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Nationaler Forschungsschwerpunkt SESAM. Wer trägt die Verantwortung?	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingereicht von:	 Graf Maya	&lt;br /&gt;
Einreichungsdatum:	20.03.2008	&lt;br /&gt;
Eingereicht im:	Nationalrat	&lt;br /&gt;
Stand der Beratung:	Im Plenum noch nicht behandelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort des Bundesrates vom 21.05.2008&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ist gemäss den allgemeinen Zuständigkeiten (Art. 8c Forschungsverordnung, SR 420.11) betreffend Auswahl- und Entscheidverfahren der Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) für die Beurteilung der wissenschaftlichen Aspekte zuständig. Er stützt sich dabei auf ausgewiesene ausländische Expertenpanels ab. Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) ist demgegenüber für die forschungs- und hochschulpolitische Beurteilung zuständig und holt diesbezüglich auch die Stellungnahme des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates (SWTR) ein. Das SBF unterbreitet schliesslich dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) einen begründeten Antrag zum Entscheid. Dieses Verfahren wurde im März 2005 mit dem Entscheid des EDI zur Lancierung des NFS SESAM abgeschlossen.&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund können die Fragen folgendermassen beantwortet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2./3. Zuständigkeit bzw. Verantwortlichkeit: Nach Abschluss des erwähnten Entscheidverfahrens oblag es dem Leitungsgremium des NFS SESAM gemäss Vertrag mit dem SNF, sämtliche zur Durchführung der Projekte notwendigen Bewilligungen einzuholen. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Graf (05.3684 &quot;Nationaler Forschungsschwerpunkt SESAM&quot;) ausgeführt hat, haben auch die Genehmigungsinstanzen entsprechende rechtliche Abklärungen vorgenommen. Am 25. Juli 2007 wurde dieser Prozess mit der Freigabe der (Kern-) Studie durch die Ethikkommission beider Basel (EKBB) abgeschlossen, und es konnte mit der Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen begonnen werden. Die Leitung des NFS SESAM musste dann im März 2008 feststellen, dass das mit dem SNF vereinbarte Ziel betreffend Anzahl Studienteilnehmerinnen nicht mehr in der vorgegebenen Frist erreicht werden konnte, und hat am 13. März 2008 beim SNF den Abbruch der Kernstudie beantragt. Gestützt auf Artikel 8g der Forschungsverordnung (Abbruch von Nationalen Forschungsschwerpunkten) prüft der SNF zurzeit die Sachlage und wird voraussichtlich im Sommer 2008 beim EDI diesbezüglich einen Antrag stellen.&lt;br /&gt;
Beim NFS SESAM müssen zwei Sachlagen unterschieden werden: einerseits die Beurteilung des Forschungsvorhabens unter ethischen Kriterien und andererseits die rein wissenschaftliche Vorgabe betreffend die notwendige Anzahl Probanden. Wie dargelegt, ist die Kernstudie (entsprechend den Kriterien der Ethikkommission) mit geringfügigen Anpassungen genehmigt worden. Dass heute die notwendige Anzahl Probanden nicht zur Verfügung steht, stellt eine andere Sachlage dar, tangiert aber keineswegs die von den Experten bestätigte wissenschaftliche Qualität des Vorhabens. Dies kommt bei Forschungsprojekten mit Kohorten oft vor, sowohl bei öffentlich wie auch bei privat finanzierten Vorhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Pilotstudie: Wie dies bei jeder derartigen Studie der Fall ist, hatte auch der NFS SESAM eine Pilotstudie geplant. Die Ethikkommission beider Basel EKBB verlangte von SESAM jedoch den Verzicht auf die vorgesehene Etappierung in Pilot- und Hauptstudie, verknüpft mit der Auflage, die Kernstudie als Ganzes zur Beurteilung nach ethischen Kriterien einzureichen. Angesichts der Kritik verschiedener Kreise an SESAM wäre es aus politischen Gründen undenkbar gewesen, Rekrutierungstests mit Müttern ohne vorangehende Beurteilung durch eine Ethikkommission durchzuführen. Zudem wären solche Versuche ohne Kenntnisse der genauen Auflagen wenig aussagekräftig gewesen. Die Kernstudie als Ganzes wurde in der Folge am 25. Juli 2007 nach einem fast zweijährigen Bewilligungsprozess frei gegeben. Diese Verzögerung und die Verbindung der beiden Stufen (Pilot- und Hauptstudie) führten schliesslich dazu, dass SESAM ohne Pilot mit der eigentlichen Rekrutierung der Probandinnen beginnen musste.&lt;br /&gt;
1./5. Teilstudien und Finanzierung: Genaue Angaben zu den seit dem Start des NFS SESAM bereits gewonnenen Forschungsresultaten und zu den bisher verwendeten Bundesmitteln können zum jetzigen Zeitpunkt ausserhalb des SNF-Reportings nicht gemacht werden. Wie bei allen NFS üblich, wurde aber auch der NFS SESAM entsprechend den etablierten und standardisierten Verfahren beim SNF seit Beginn an jährlich von einem internationalen Expertengremium hinsichtlich der Erfüllung der wissenschaftlichen Ziele beurteilt. Auch musste der NFS SESAM jährlich Rechenschaft über die finanzielle Situation ablegen. Neben der finanziellen Beurteilung (Zwischenbericht) wird auch die Frage betreffend die eventuelle Weiterführung von Teilprojekten Gegenstand der oben erwähnten Abklärungen des SNF sein. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, sie zu Ende zu führen, sofern die Teilstudien durch den Abbruch der Kernstudie nicht betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Schlussfolgerungen / Konsequenzen: Der NFS SESAM wurde 2005 zusammen mit fünf weiteren NFS in einem kompetitiven Verfahren ausgewählt. Die unabhängigen Experten sprachen dem Forschungsvorhaben höchste Qualität auf internationalem Niveau zu. Auch was die Lancierung einer gross angelegten Kohortenstudie in der Schweiz zur Thematik der psychischen Gesundheit anbelangte, beurteilten die Experten die Situation äusserst positiv. Gemäss ihrer Einschätzung war die Schweiz für die Durchführung einer multigenerational angelegten Studie dieses Typs eines der wenigen prädestinierten Länder (zuverlässige Meldeverfahren, Verfügbarkeit pränataler Diagnostik, geringe Bevölkerungsmobilität). Bei allen innovativen Forschungsvorhaben bleibt immer ein Restrisiko, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten. Ob und wie weit das Risiko betreffend die Probandenrekrutierung bei Kohortenstudien über eine konsolidierte Abschätzung (Machbarkeitsprüfung) inskünftig minimiert werden könnte, wird der SNF im Rahmen seiner Abklärungen überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig:	Departement des Innern (EDI)&lt;br /&gt;
Erstbehandelnder Rat: Nationalrat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitunterzeichnende:	Aeschbacher Ruedi - Amacker-Amann Kathrin - Aubert Josiane - Bänziger Marlies - Fasel Hugo - Genner Ruth - Gilli Yvonne - Girod Bastien - Hodgers Antonio - John-Calame Francine - Lachenmeier-Thüring Anita - Lang Josef - Leuenberger Ueli - Moser Tiana Angelina - Schelbert Louis - Schenker Silvia - Teuscher Franziska - Thorens Goumaz Adèle - Tschümperlin Andy - Vischer Daniel - Weibel Thomas - Widmer Hans - Wyss Brigit   (23)</description>
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  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4871198/">
    <title>«Debatte» Nr. 4, März 08: Sesam öffne Dich!</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4871198/</link>
    <description>Von Peter Streckeisen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2001 fördert der Bund Nationale Forschungsschwerpunkte (NFS) mit längerer Laufzeit und grösserer Finanzierung als die bisherigen Nationalfonds-Projekte. Ein umstrittenes NFS mit dem geheimnisvollen Namen Sesam widmet sich der Erforschung des Seelenheils von 3000 heranwachsenden Kindern. Es wird durch den Pharmakonzern Roche unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nationalen Forschungsschwerpunkte behandeln Themen von strategischer Bedeutung für die Zukunft der schweizerischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, wie es auf der Internetseite des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftliche Forschung (SNF) heisst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer hat, dem wird gegeben&lt;br /&gt;
Die Auswahl der NFS folgt einem ungeschriebenen Gesetz: Berücksichtigt werden nur die Projekte, hinter denen mächtige gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Interessen stehen. Die Einhaltung dieser Regel wird durch die Vorgabe gewährleistet, dass der Bund nur Projekte bewilligt, für die sich ansehnliche Drittmittel  d.h. weitere Finanzierungsquellen  auftreiben lassen. Ein Blick auf die Liste der 20 laufenden NFS (Kasten) lässt erahnen, wessen Interessen bedient werden. Es handelt sich um verschiedene Industriezweige, am Rande aber auch um Gruppen wie die NGOs (NFS Nord- Süd) oder das Hochkulturmilieu (NFS Bildkritik). Auf dieser Liste befindet sich auch ein Forschungsvorhaben, das mit viel Gespür für Marketing unter der Abkürzung Sesam präsentiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erforschung des Seelenheils&lt;br /&gt;
Die Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health (Sesam) verfolgt kein bescheidenes Ziel: Sie will die menschliche Entwicklung und die seelische Gesundheit verstehen. Die Projektleitung beruft sich auf zunehmende Depressionen, Angststörungen, Jugendgewalt und beeinträchtigte Leistungsfähigkeit, deren Ursachen erforscht werden sollen. Es geht darum herauszufinden, warum Menschen nicht normal angepasst und leistungsfähig sind, und was dagegen unternommen werden kann. Ein solches Forschungsvorhaben lässt sich politisch rechtfertigen: für die Wettbewerbsfähigkeit oder für eine Senkung der Sozial- und Gesundheitsausgaben, wie die Diskussion über die Zunahme der psychischen Krankheiten bei der IV zeigt. Natürlich gibt es auch Wirtschaftsinteressen: So ist die Versicherungsbranche an Risikoprofilen interessiert, um ihre KundInnen in verschiedene Kategorien einzuteilen und zu unterschiedlichen Bedingungen zu versichern. Die Pharmaindustrie sucht Erkenntnisse für die Entwicklung von Medikamenten gegen Depressionen und weitere psychische Störungen. Der Roche- Konzern hat im Februar 2006 bekannt gegeben, Sesam mit 6 Millionen Franken zu unterstützen; das ist mehr als ein Viertel der für 2005-08 budgetierten knapp 23 Millionen Franken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Schwangerschaft bis zum Erwachsenenalter&lt;br /&gt;
Sesam ist eine Langzeitstudie: 3&apos;000 heranwachsende Kinder sollen ab der 20. Woche der Schwangerschaft bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter untersucht werden. Mit einbezogen werden die Eltern und Grosseltern; insgesamt soll die Studie 15&apos;000 Personen umfassen. Sie umfasst medizinische Abklärungen, genetische Analysen, Beobachtungen des Verhaltens von Kindern und Eltern und Umfragen mit Fragebogen. Mit der Suche nach TeilnehmerInnen wurde im Oktober 2007 am Basler Universitätsspital begonnen. Interessentinnen werden in der Schwangerschaftsberatung mit einer bunten Broschüre angelockt, auf deren Frontseite eine schwangere Frau im Jahr der Euro 08 im roten TShirt mit Schweizerkreuz posiert. Was macht uns gesund, was macht uns krank?  so lautet die Überschrift. Es fehlt bei Sesam nicht an der Marketingkompetenz. Auch billige Arbeitskräfte sind vorhanden: Studierende werden als PraktikantInnen angeworben und verrichten  für ein Arbeitszeugnis  einige Monate Gratisarbeit (Fragebogen tippen, Datenfiles vorbereiten, Papiere ordnen). Andere Studierende dürfen nach Hunderten Arbeitsstunden für Sesam eine kürzere Abschlussarbeit abliefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wissenschaftsmanager&lt;br /&gt;
Das NFS Sesam ist an der Psychologischen Fakultät der Universität Basel angesiedelt. Die Leitung liegt bei Professor Jürgen Margraf  einem jungen und dynamisch auftretenden Psychologen, der sich am Verhandlungstisch oder im Scheinwerferlicht der Medien genau sowohl fühlt wie im wissenschaftlichen Labor. Er war an vorderster Front dabei, als die Psychologie kürzlich aus der Philosophisch- Historischen Fakultät austrat und eine eigene Fakultät bildete. Zu Beginn der 90er Jahre verselbständigte sich in Basel das Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum (WWZ) und wurde rasch zu einer Bastion der Experten im Dienste von Privatisierung und Sozialabbau - Silvio Borner lässt grüssen. Jürgen Margraf und seine Entourage  darunter seine Frau, die Professorin Silvia Schneider, selbst Mitglied der strategischen Leitung von Sesam  wollen die Psychologie von der Psychoanalyse und der Sozialpsychologie trennen und naturwissenschaftlich ausrichten. Zudem profilierte sich Margraf als Berater des Bundesamts für Sozialversicherungen bei der 5. IV-Revision und als feuriger Anhänger der Bologna - Studienreform, bei deren Einführung seine Fakultät einer Pionierrolle beanspruchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein soziologisches Feigenblatt?&lt;br /&gt;
Der Schweizerische Nationalfonds führt Sesam unter Sozial- und Geisteswissenschaften und beteiligt sich dadurch an einem Etikettenschwindel, der die Legitimierung des umstrittenen Vorhabens begünstigen soll. In Wirklichkeit ist Sesam von Fachleuten aus der Medizin, den Naturwissenschaften und einer naturwissenschaftlich orientierten Psychologie dominiert. Unter den 33 Mitgliedern der Projektleitung figuriert nur eine Person, die nicht einem solchen Profil entspricht: Es handelt sich um Professor Johannes Siegrist, den Leiter des Instituts für Medizinsoziologie an der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf. Siegrist ist mit der Theorie der Gratifikationskrisen bekannt geworden: Die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden, steigt demnach, wenn Menschen sich stark verausgaben und nicht angemessen entschädigt werden. In den 80er Jahren führte er Studien über die gesundheitsschädigenden Auswirkungen des Rauchens durch, die von der Tabakindustrie mit finanziert wurden, wie der Spiegel am 6.6.2005 berichtete. In einer Stellungnahme räumte Siegrist ein, im Nachhinein hätten sich die Kontakte zur Tabakindustrie als Fehler erwiesen und die Public Health Forschung sollte vollkommen unabhängig von Industrieinteressen erfolgen. Weiss er nicht, dass Sesam durch den Roche-Konzern gesponsert wird? Ist Big Pharma harmloser als die Tabakindustrie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganzheitlich oder sozialistisch?&lt;br /&gt;
In einem Interview mit der NZZ am Sonntag (11.6.2006) trug Jürgen Margraf ein Loblied auf die Interdisziplinarität vor und versteifte sich zur Behauptung, Sesam könne als ganzheitlich bezeichnet werden, da zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen beteiligt seien. Angesprochen auf den von KritikerInnen formulierten Vorwurf eines reduktionistischen Menschenbildes reagierte er ungehalten und meinte, das Projekt sei nicht biologistisch, nur weil BiologInnen dabei seien. Daraufhin fragte er rhetorisch zurück: Wir haben Soziologie dabei  sind wir deswegen sozialistisch? Dass der Sozialismus in Margrafs Konzept von Interdisziplinarität keinen Platz hat, überrascht nicht. Man fragt sich aber, was er unter Soziologie versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethik und Genetik&lt;br /&gt;
In einer breiten politischen und wissenschaftlichen Öffentlichkeit ist Sesam auf Kritik gestossen. Neben dem Vorwurf wissenschaftlicher Einseitigkeit werden ethische Bedenken vorgetragen. Der Basler Appell gegen Gentechnologie lancierte eine Petition, die im März 2006 mit 12000 Unterschriften eingereicht wurde. Sie fordert den Abbruch des Forschungsvorhabens, da es sich um fremdnützige Forschung an Kindern handle, wofür in der Schweiz keine rechtliche Grundlage existiere; als problematisch werden insbesondere die Erbgutanalysen betrachtet. In der Tat sind das eidgenössische Humanforschungsgesetz und ein Verfassungsartikel dazu zurzeit in der Vernehmlassung und werden nicht vor 2010 in Kraft treten. Ausserdem fordert der Basler Appell eine Akteneinsicht  insbesondere sollen der Inhalt der Projektskizze, das Sesam- Hauptgesuch sowie die Verträge von Sesam mit dem Schweizerischen Nationalfonds und mit Roche öffentlich zugänglich gemacht werden, damit eine ernsthafte Diskussion über das Projekt ermöglicht wird. Sogar die SP Basel- Stadt fühlte sich veranlasst, ein kritisches Positionspapier zu verfassen: Darin wird zwar grundsätzlich begrüsst, dass Sesam als NFS bei der Universität Basel angesiedelt worden sei, doch bemängelt die SP die Informationspolitik der Projektleitung, mahnt die Rücksichtnahme auf ethische Bedenken an und wünscht sich eine engmaschige Kontrolle durch die zuständige Ethikkommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein helvetischer Kompromiss&lt;br /&gt;
Im März 2007 erteilte die Ethikkommission Beider Basel (EKBB) grünes Licht für den Start von Sesam, allerdings unter Auflagen; insbesondere sollte auf die genetischen Analysen bei Kindern verzichtet werden. Damit war ein zentraler Bestandteil des Forschungsvorhabens in Frage gestellt und es wurde gemunkelt, Roche könnte die Unterstützung zurückziehen. Der Projektleitung gelang es, den Entscheid abzuschwächen: Die Ethikkommission erlaubt nun die Entnahme von Speichelproben nach der Geburt, um die DNA zu bestimmen. Diese Proben dürfen aber erst untersucht werden, wenn die volljährig gewordenen Kinder zustimmen. Bis dann werden sie eingefroren und in einer Biodatenbank aufbewahrt, deren Inhalt Sesam nicht ohne Rücksprache mit der EKBB verwenden soll. In einem Interview mit der Aargauer Zeitung (28. März 2007) betonte Jürgen Margraf, er könne mit diesem Kompromiss gut leben, weil sich Korrelationen zwischen Erbgut und Krankheiten erst im Erwachsenenalter zeigten. Und bei den 12000 Erwachsenen können wir die DNA-Analysen sofort durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gen und die Umwelt&lt;br /&gt;
Die Projektverantwortlichen betonen, das Ziel bestehe nicht darin, ein Gen zu finden, das Depressionen oder Gewaltneigung verursacht; vielmehr gehe es darum, wie die psychischen Störungen sich im Zusammenspiel von Erbgut und Umwelteinflüssen entwickelten. Soziale Umstände, Familienstrukturen, Lebensstile und Verhaltensweisen der El tern  zum Beispiel die (mangelnde) Feinfühligkeit der Mutter  könnten sich als ebenso wichtig erweisen wie genetische Faktoren. Doch wenn es Menschen in einer Gesellschaft schlecht geht, kann auf zwei Weisen darauf reagiert werden: durch Anpassung und Therapierung der einzelnen Menschen (eventuell der Familie, des unmittelbaren Umfeldes) oder durch Veränderungen der Gesellschaftsstrukturen. Es ist jetzt schon klar, in welche Richtung die Empfehlungen des Sesam- Projekts weisen werden, wenn die Ergebnisse vorliegen. Sie werden sich pseudowissenschaftlich auf eine Datenbank mit vielfältigen Angaben über 15000 Menschen beziehen, die im Verlauf von 20 Jahren gesammelt wurden. Die ideologische Wirkungsmacht des akademischindustriellen Komplexes, von dem Sesam nur einen Ausschnitt darstellt, sollte nicht länger unterschätzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 20 Nationalen Forschungsschwerpunkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Emotionen im individuellen Verhalten und in sozialen Prozessen&lt;br /&gt;
2. Bildkritik  Macht und Bedeutung der Bilder&lt;br /&gt;
3. Computerunterstützte und bildgeführte medizinische Eingriffe&lt;br /&gt;
4. Herausforderungen an die Demokratie im 21. Jahrhundert&lt;br /&gt;
5. Bewertung und Risikomanagement im Finanzbereich&lt;br /&gt;
6. Grenzen in der Genetik&lt;br /&gt;
7. Interaktives Multimodales Informationsmanagement&lt;br /&gt;
8. Variabilität, Vorhersehbarkeit und Risiken des Klimas&lt;br /&gt;
9. Materialien mit neuartigen elektronischen Eigenschaften&lt;br /&gt;
10. Medienwandel  Medienwechsel  Medienwissen: Historische&lt;br /&gt;
Perspektiven&lt;br /&gt;
11. Mobile Informations- und Kommunikationssysteme&lt;br /&gt;
12. Molekulare Onkologie&lt;br /&gt;
13. Nanowissenschaften&lt;br /&gt;
14. Plastizität und Reparatur des Nervensystems&lt;br /&gt;
15. Nord-Süd  Forschungspartnerschaften zur Linderung von Syndromen des globalen Wandels&lt;br /&gt;
16. Überlebenserfolg von Pflanzen in naturnahen und landwirtschaftlichen Ökosystemen&lt;br /&gt;
17. Quantenphotonik&lt;br /&gt;
18. Schweizerische ätiologische Studie zur psychischen Gesundheit&lt;br /&gt;
(Sesam)&lt;br /&gt;
19. Strukturbiologie&lt;br /&gt;
20. Rahmenbedingungen des internationalen Handels</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-10T09:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4855837/">
    <title>Die Zeit vom 3.4.08: Kein Test mit Föten</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4855837/</link>
    <description>Warum eine Langzeitstudie zu den frühen Ursachen psychischer Erkrankungen abgeblasen wurde - ein Interview&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interview: Ralf Krauter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit: Laut WHO werden psychische Erkrankungen ab 2020 die zweithäufigste Ursache gesundheitlicher Probleme sein. Das Schweizer Forschungsprojekt Sesam wollte deshalb die Ursachen von Depression, Sucht und Jugendgewalt in einer Langzeitstudie verfolgen. Die Untersuchung wurde jetzt aber eingestellt. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Grob: Weil zu wenig schwangere Frauen bereit waren, mitzumachen. Statt der angestrebten 110 Schwangeren aus der Region Basel haben wir bislang nur 20 Zusagen. Mit dieser Teilnahmequote hätten wir unsere Ziele nicht erreichen können. Wir wollten bei 3&apos;000 Heranwachsenden medizinische, psychologische und soziale Faktoren erfassen, welche die psychische Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. Die Kinder sollten von der 12. Schwangerschaftswoche bis zu ihrem 20. Lebensjahr  regelmässig untersucht und befragt werden. Parallel dazu waren Interviews mit ihren Eltern und Grosseltern geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit: Es ging also um die langfristige Erfassung persönlicher Informationen über diese Kinder und Jugendlichen. Waren die Vorbehalte der Frauen nicht abzusehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Wegen Verzögerungen im Begutachtungsprozess konnten wir eine geplante Pilotstudie nicht durchführen und mussten die Teilnahmebereitschaft deshalb abschätzen. Ähnliche Untersuchungen in der Vergangenheit erziehlten Teilnahmequoten von 70 bis 80 Prozent. Es sah also so aus, als ob wir mit einer deutlich höheren Quote hätten rechnen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit: Wie begründeten die Frauen in diesem Fall ihre Absagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Am häufigsten hiess es: Zu viel Aufwand. Oder: Ich möchte mich nicht so lange verpflichten. Wobei die Frauen jederzeit aus der Studie hätten aussteigen können. Aber offensichtlich haben sie das nicht so gesehen, sondern gedacht: Wenn ich jetzt Ja sage, muss ich über einen sehr langen Zeitraum mitmachen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit: Ist diese sinkende Bereitschaft, an Langzeitstudien teilzunehmen, womöglich ein genereller Trend?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Ich denke allerdings, dass die gesellschaftliche Entwicklung stark durch Individualismus geprägt ist. In der Forschung stellt sich eine Person für andere zur Verfügung - in der Hoffnung, dass das gewonnene Wissen später gesamtgesellschaftlich gewinnbringend umgesetzt werden kann. Diese Hoffnung setzt eine positive Haltung gegenüber dem Allgemeinwohl und der Forschung voraus. In der gegenwärtigen Situation scheint diese Haltung nicht sehr ausgeprägt zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit: Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Was hätten Sie den rückblickend anders gemacht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Wir hätten auf einem einfacheren und direkteren Weg mit den Studienteilnehmerinnen in Kontakt treten können. Wegen ungenügender gesetzlicher Vorgaben haben die Aufsichtsbehörden die praktische Durchführung der Studie erschwert. Die Einverständniserklärung zum Beispiel ist ein ausserordentlich umfangreiches Dokument, in dem die Frau für sich und gesondert für das Kind viele Unterschriften leisten musste, um zu bekunden, dass sie über die Details der Studie aufgeklärt ist und freiwillig mitmacht. Wenn sie diese Erklärung sehen und sich noch die Situation vergegenwärtigen, dass man sechs, sieben Unterschriften geben soll, dann ist das bedrohlich für die Frauen. Wir waren einem ungeheuren Formalismus ausgesetzt. Vermutlich hat das die Frauen beängstigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Grob ist Psychologe an der universität Basel und stellvertretender Direktor des Schweizer Sesam-Projektes</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-03T10:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4816716/">
    <title>Deutschlandfunk über Abbruch Kernstudie</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4816716/</link>
    <description>Am 26. März berichtete der Deutschlandfunk in seinem Wissenschaftsmagazin über das Ende der Kernstudie. Er &lt;a href=&quot;http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/759710/&quot;&gt;interviewte Alexander Grob.&lt;/a&gt; Das Audio &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/682446/Schweizer_Sesam-Studie_auf_Eis_-_Interview_Prof._Alexander_Grob&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;gibt&apos;s hier.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Ralf Krauter: &lt;/span&gt;  Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass psychische Erkrankungen im Jahr 2020 die zweithäufigste Ursache für Krankheit und vorzeitigen Tod sein werden. Einen guten Grund, den Ursachen von Depression, Sucht und Jugendgewalt nachzugehen, gibt es also, und genau das hatte man in der Schweiz auch vor. In einer groß angelegten Langzeitstudie namens &lt;a href=&quot;http://www.sesamswiss.ch/&quot; target=&quot;_new&quot; class=&quot;link_extern&quot; title=&quot;sesam - Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health&quot;&gt;sesam&lt;/a&gt; sollten bei 3000 Heranwachsenden über 20 Jahre hinweg Faktoren erfasst werden, die die psychische Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. Die 3000 Kinder sollten von der zwölften Schwangerschaftswoche an bis zum 20. Lebensjahr regelmäßig untersucht und befragt werden. Parallel dazu waren Interviews mit ihren Eltern und Großeltern geplant. Ein ambitioniertes Projekt, dessen Hauptstudie die Forscher nun allerdings eingestellt haben, bevor sie begonnen hatte. Woran man gescheitert ist, das habe ich den Psychologieprofessor Alexander Grob von der Universität Basel gefragt, den stellvertretenden Direktor der &quot;sesam&quot;-Studie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Alexander Grob: &lt;/span&gt; Der unmittelbare Grund liegt darin, dass sich zuwenig schwangere Frauen zur Teilnahme bereiterklärt haben. Mit dieser Teilnahmequote, die wir jetzt haben, hätten wir die Ziele nicht erreichen können. Das sind die unmittelbaren Gründe -  die dahinterliegenden Gründe, da gibt es einige Vermutungen. Zum einen war natürlich die Zahl der wählbaren Frauen - wählbar heißt: intakte Schwangerschaft, älter als 18, genügend Kenntnisse der Studiensprache - deutlich kleiner, als aufgrund der umfangreichen Vorabklärungen zu erwarten war. Dann haben wir schon sehr früh, also mit Beginn der Studie in der regionalen Presse immer wieder enormen Druck verspürt, also ein rauer Wind blies uns da ins Gesicht. Der dritte Grund mag darin liegen, dass im städtischen Parlament, also in Basel, und im nationalen Parlament die Studie öffentlich diskutiert wurde. Es wurden beispielsweise über 12.000 Unterschriften gegen die Durchführung der Studien gesammelt. Und schließlich der vierte Grund mag darin liegen, dass die Aufsichtsbehörden aufgrund ungenügender gesetzlicher Vorgaben die praktische Durchführung erschwert haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Gehen wir die Punkte vielleicht mal kurz im einzelnen durch: Sie brauchten in Basel, wenn ich das richtig weiß, 110 Teilnehmerinnen, schwangere Frauen, die ihre Kinder sozusagen zur Verfügung stellen, haben aber nur 20 gefunden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Genau. Also in diesem Zeitraum - wir haben im Oktober begonnen, Oktober letzten Jahres, und haben jetzt Mitte März von den in diesem Zeitraum angedachten 110 Frauen nur 20 gehabt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Welche Daten sollten den erhoben werden? Waren das so dicke Broschüren, die man sich da durchlesen musste, dass das vielleicht auch abgeschreckt hat?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; &quot;sesam&quot; ist eine multidisziplinäre Studie. Da ist Soziologie dabei, Medizin, alle Bereiche der Medizin, Psychologie et cetera. Das heißt also, wir haben entsprechend demographische Informationen, medizinische Verlaufsinformationen, biologische Statusangaben und psychologische Informationen. Die werden nicht nur im Fragebogen erhoben, sondern mit Verhaltensbeobachtungen und Interviews. Also das ist eine richtig umfangreiche Datenaufnahme, die wir machen, die aber in Päckchen geschnürt ist, beispielsweise über die ersten zwei Jahre in insgesamt sechs Untersuchungszeitpunkten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Es geht ja dabei schon um die langfristige Bereitstellung doch sehr persönlicher Informationen über diese Kinder oder später Jugendlichen. War denn aus Ihrer Sicht nicht abzusehen, dass da vielleicht Vorbehalte auf Seiten potenzieller Teilnehmer sein könnten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Wir haben geplant eine Vorstudie zu machen, eine Pilotstudie, wo wir genau diese Frage hätten klären können. Aufgrund der Verzögerungen im Begutachtungsprozess konnten wir dann eben genau diese wichtige Pilotstudie nicht durchführen. Deswegen haben wir diese Information aus vergleichbaren Studien bezogen. Und da kann ich aus einer eigenen Studie, die wir vor drei Jahren durchgeführt haben, ebenfalls eine Längsschnittuntersuchung mit Müttern zwei Wochen nach der Geburt. Da haben wir eine Teilnahmequote von 80 Prozent gehabt. Das als ganz konkretes Beispiel. Wenn man vergleichbare Studien in der Schweiz, zum Teil vielleicht vor 15 Jahren durchgeführt, nimmt, da liegt die Beteiligungsquote ebenfalls bei zwischen 70 und 80 Prozent. Auch langfristig konnte man die Personen in den Studien behalten. Und wenn ich einen Blick beispielsweise nach England werfe, auf die Kohortenstudie: Da sind wir auch in diesen Größenordnungen. Also von daher haben die Zeichen so ausgeschaut, dass wir mit einer deutlich höheren Teilnahmequote hätten rechnen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Sie haben die Frauen ja auch teilweise befragt, warum sie nicht mitmachen wollten. Gab es denn überzeugende Gründe aus Ihrer Sicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Wir haben nicht sehr viel Informationen, auch da sind wir natürlich dran, die jetzt zu systematisieren. Die hauptsächlichste Begründung war: Es ist zuviel Aufwand. Das ist eine Aussage, die häufig kam. Die andere: Ich möchte mich nicht so lange verpflichten - wobei es ja so ist, dass die Frauen jederzeit aus der Studie hätten aussteigen können. Aber offensichtlich haben sie das nicht so erlebt, sondern sie haben gedacht: Wenn ich jetzt ja sage, dann muss ich über einen sehr langen Zeitraum mitmachen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Sie haben im Interview mit der &quot;Neuen Züricher Zeitung&quot; kritisiert, so eine Art Rückzug ins Private als Folge des zunehmenden Individualismus, also eine sinkende Bereitschaft, an wissenschaftlichen Langzeitstudien mitzumachen, bei denen eben nicht klar ist, was hat der einzelne jetzt davon. Ist das ein genereller Trend, den sie beobachten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Es ist erst einmal ein Erklärungsversuch. Ich denke aber in der Tat, dass die gesellschaftliche Entwicklung stark durch Individualismus geprägt ist. Und wenn ich Individualismus  sage, dann meine ich eigentlich das Verhältnis zwischen Eigennutzen und Gruppennutzen. In der Forschung - jetzt ohne direkten Nutzen - stellt sich ja ein Individuum für andere zur Verfügung in der Hoffnung, dass das gewonnene Wissen später gesamtgesellschaftlich irgendwie positiv umgesetzt werden kann. Diese Hoffnung setzt eine positive Haltung gegenüber dem Allgemeinwohl, gegenüber der Forschung voraus, und ich glaube, oder ich interpretiere die gegenwärtige Situation so, dass diese Haltung nicht wirklich ausgeprägt ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Man muss natürlich noch ergänzend hinzusagen, dass die Daten, die Sie erhoben hätten, weitestgehend anonymisiert worden wären, sodass der Einzelne eigentlich keine Nachteile zu befürchten gehabt hätte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Also selbstverständlich! Die Daten, die wir erhoben haben respektive hätten, die sind alle anonymisiert, technisch gesprochen: pseudo-anonymisiert. Wir müssen ja die Daten zusammenhängen über längere Zeiträume, respektive wenn jemand aussteigen möchte, müssen wir diese Daten definitiv anonymisieren. Selbstverständlich hätte nie eine Person einen Nachteil gehabt aufgrund der Tatsache, dass sie mitmacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Was hätten Sie in der Retrospektive gerne anders gemacht, Herr Grob?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Frei von der Leber weg: Dass wir auf einem einfacheren und einem direkteren Weg mit den Studienteilnehmerinnen hätten in Kontakt treten können. Wir mussten beispielsweise die möglichen Teilnehmerinnen einem Formalismus aussetzen. Ich nehme als Beispiel mal die Einverständniserklärung: Das ist ein außerordentlich umfangreiches Dokument, in welchem die Frau für sich und gesondert für das Kind zig Unterschriften leisten muss und damit bekundet, dass sie über die Details der Studie aufgeklärt ist und freiwillig mitmacht. Wenn Sie dieses Buch sehen und dann sich noch die Situation vergegenwärtigen, dass man da sechs, sieben Unterschriften gibt, dann ist das irgendwie bedrohlich für die Frauen. Also ich meine, wir mussten uns einem ungeheuren Formalismus aussetzen, und ich würde interpretieren, das hat die Frauen beängstigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt;Krauter: &lt;/span&gt; Was bleibt von &quot;sesam&quot;? Es ist ja nicht alles gescheitert. Ein Teil der Projekte wird weitergeführt, was nach Ansicht der WHO ja auch Sinn macht, weil das Forschungsgebiet ja auch weiter spannend bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class=&quot;text_bold&quot;&gt; Grob: &lt;/span&gt; Was von &quot;sesam&quot; bleibt, das ist ein Forschungsnetzwerk. Das ist entstanden, das ist multidisziplinär, da haben sich x Wissenschaftler zusammengesetzt aus sehr verschiedenen Disziplinen und haben gemeinsam an einer Forschungsfrage gearbeitet. Ich glaube, dass die an &quot;sesam&quot; beteiligten Forscherinnen und Forscher noch klarer jetzt wissen, dass die Frage wichtig ist , dass sie brisant, nämlich: Was macht Menschen gesund, was macht Menschen krank? Und dass wir weiter in einer anderen Form an diesen Fragestellungen bleiben.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-27T00:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4806948/">
    <title>Wortlaut Interpellation Maya Graf vom 20.3.08</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4806948/</link>
    <description>Die&lt;a href=&quot;http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/biografie.aspx?biografie_id=806&quot;&gt; baselbieter Nationalrätin Maya Graf&lt;/a&gt; hat am 20. März &lt;a href=&quot;http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20083225&quot;&gt;eine Interpellation eingereicht&lt;/a&gt; mit folgendem Wortlaut:

&lt;blockquote&gt;Im März 2005 bewilligte der Nationalfonds das Projekt SESAM als Nationalen Forschungsschwerpunkt. 3000 Kinder, ihre Eltern und Grosseltern sollten während 20 Jahren kontinuierlich untersucht werden, um Daten und Erkenntnisse über unsere psychische Gesundheit und Krankheiten zu gewinnen. Dieser &quot;Datenschatz&quot; sollte wie im Projektbeschrieb zusammengefasst: &quot;die Position des Landes in einem Feld von grösster strategischer Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig stärken&quot;. Trotz kritischen Stimmen bezüglich genügender gesetzlicher Grundlagen und Durchführbarkeit wurde das Projekt von Bundesrat Couchpin und dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF mit Begeisterung bewilligt. Der Schweizerische Nationalfonds finanzierte den Forschungsschwerpunkt SESAM mit über 20 Millionen Franken. Davon sind bisher 10.2 Millionen Franken bereits geflossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. März 2008 musste die Projektleitung von SESAM bekannt geben, dass sie die Kernstudie einstellen müssen, weil sich praktisch keine werdenden Mütter für die Studie zur Verfügung stellen wollten. Die Teilstudien werden weitergeführt, doch der Schweizerische Nationalfonds verliert 10 Millionen Franken, ohne dass ein Resultat vorliegt. Das wirft einige Fragen zur Verantwortlichkeit dieses Fiaskos auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie stellt sich der Bundesrat dazu, dass 10.2 Millionen öffentlich Forschungsgelder in ein Projekt flossen, das gescheitert ist, bevor er begann? Wie sieht die genaue Abrechung aus? Welche Forschungsresultate sind konkret von der Kernstudie zu erwarten? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer trägt beim Bund die Verantwortung für die Bewilligung dieses Forschungsschwerpunktes und wie stellen sich die verantwortlichen Stellen zum Abbruch des Projektes?  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer hat die Rahmenbedingungen festgelegt, unter welchen SESAM starten konnte? Wurden die gesetzlichen und verfassungsmässigen Grundlagen abgeklärt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum wurde von den Verantwortlichen keine Pilotstudie verlangt, eine Mindestanforderung für ein Forschungsprojekt dieser Grösse? Warum wurde nicht durch Pre-studies die praktische Durchführbarkeit des Projektes getestet? Diese hätten gezeigt, dass die Rekrutierung der Mütter in der Praxis schwierig werden könnte? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Teilprojekte werden weitergeführt und wie werden diese weiterfinanziert? Wieviele Forschungsgelder flossen bereits in diese Teilprojekte? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Lehren ziehen Bundesrat und verantwortliche Stellen aus diesem Fiasko eines hochgejubelten Nationalen Forschungsschwerpunktes? &lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Politikreaktionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-23T14:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798403/">
    <title>Sonntag/MLZ vom 16.3.08: Nationalfonds verliert 10 Millionen Franken</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798403/</link>
    <description>Das Scheitern der gross angelegten Sesam-Studie hat finanzielle Folgen. Die Suche nach den Schuldigen läuft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von David Sieber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt hätte nichts weniger als die Frage beantworten sollen, welche Faktoren die menschliche Seele gesund sein oder krank werden lassen. 3000 Kinder, ihre Mütter, Väter und Grosseltern hätten in dieser Langzeitstudie während 20 Jahren beobachtet und untersucht werden sollen. Doch Sesam scheiterte schon im Mutterleib. Es fanden sich schlicht zu wenig Schwangere, die eine solche Verpflichtung eingehen wollten, wie der «Sonntag» bereits am 3. Februar schrieb. Deshalb hat die Sesam-Leitung am Donnerstag beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) die Einstellung der Kernstudie beantragt. Mit enormen Kostenfolgen: Insgesamt wird der SNF 10,2 Millionen Franken abschreiben müssen. Gut 7,5 Millionen sind in den Jahren 2005 bis 2007 bereits nach Basel geflossen, wo Sesam den Hauptsitz hat. Der Rest, der im Sommer hätte ausbezahlt werden sollen, wird gemäss SNF-Pressesprecher Alan Knaus «in die Auslauffinanzierung gehen». Schliesslich könne der SNF die Doktoranden, die für Sesam arbeiteten, nicht einfach im Stich lassen. «Wir stehen in der Verantwortung.» Bei Sesam ist man nun daran, die Abwicklung vorzubereiten. Konkret werden Stellen abgebaut werden müssen. Laut Sprecher Daniel Habegger wird es vor allem Festangestellte und Hilfskräfte im administrativen Bereich treffen. Auch sein 40-Prozent-Job werde gestrichen, sagt Habegger. Klar ist aber: «Die 31 Doktoranden sollen ihre Forschungsarbeiten zu Ende führen können.» Man wolle deren berufliche Zukunft nicht gefährden. Diverse Teilstudien würden weitergeführt. Wie viel Geld Sesam für die Deinvestition benötigen wird, weiss Habegger noch nicht. Sicher ist nur: «Auch das kostet.» Für die Grüne Nationalrätin Maya Graf (BL), Sesam-Kritikerin der ersten Stunde, ein Skandal. «Zehn Millionen Franken öffentliche Forschungsgelder ohne die geringste Gegenleistung? Das ist inakzeptabel.» &lt;a href=&quot;http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20083225&quot;&gt;In einer Interpellation&lt;/a&gt; will sie vom Bundesrat wissen, wer die Verantwortung dafür trägt, dass Sesam «ohne saubere Abklärungen und ohne klare Rahmenbedingungen überhaupt grünes Licht erhalten konnte». Graf vermutet neben dem SNF das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) als treibende, aber blauäugige Kraft. Gregor Adolf Haefliger, Leiter nationale Forschung beim SBF, meint dazu: «Aus wissenschaftlicher Sicht war Sesam wichtig und innovativ.» Deshalb habe man Forschungsminister Pascal Couchepin einen zustimmenden Antrag gestellt. Haefliger will sich über die Gründe des Scheiterns nicht auslassen. Das überrascht nicht, wird doch auch im Umfeld von Sesam harsche Kritik geübt. Das SBF habe weder die rechtlichen Grundlagen sauber abgeklärt, noch Sesam öffentlich den Rücken gestärkt, als Kritik am Projekt laut wurde. «Man hätte uns zum Beispiel sagen können: Wartet bis das Humanforschungsgesetz vorliegt», sagt ein Insider. Stattdessen habe man die Forscher allein gelassen. In der Folge gab Sesam selbst ein Rechtsgutachten über die Verfassungsmässigkeit der Untersuchungen in Auftrag. «Das hat viele Kräfte gebunden», heisst es hinter vorgehaltener Hand. Kräfte, die dem Projektaufbau entzogen wurden. Indirekt, so diese Lesart, trägt das SBF eine Mitschuld am Sesam-Aus.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-16T15:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798393/">
    <title>NZZ am Sonntag vom 16.3.08: «Der Boden für die Forschung ist steinig»</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798393/</link>
    <description>Die Sesam-Studie wollte die Ursachen für psychische Gesundheit und Krankheit erforschen. Nun wird das Forschungsprojekt abgebrochen. Co-Leiter  Alexander Grob erklärt, wie es zum Fiasko kam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interview: Kathrin Meier-Rust&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NZZ am Sonntag: Man muss es klar feststellen: Der nationale Forschungsschwerpunkt Sesam ist gescheitert. Was empfinden Sie persönlich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Grob: Ich bin traurig, und gleichzeitig suche ich nach Erklärungen und frage mich, was wir hätten besser machen können. Aber mein Herz blutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sesam stiess von Anfang auf heftige Kritik von ganz verschiedenen Seiten. Woran könnte das gelegen haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuerst möchte ich festhalten, dass es von Seiten der wissenschaftlichen Gemeinschaft keine Kritik gab: Von der Soziologie über die Medizin bis zur Psychologie, aus Schweizer und aus ausländischen Universitäten waren die Rückmeldungen alle äusserst positiv: Man hielt es für grossartig, mit Sesam die so wichtigen Fragen nach der Entwicklung für psychische Gesundheit und Krankheit so breit angehen zu können. Aber es ist richtig, dass wir von anderer Seite stark kritisiert wurden: vor allem von den Gegnern der Gentechnologie, von anthroposophischer und von psychoanalytischer Seite. Wir haben mit all diesen Kritikern das Gespräch gesucht, aber die Meinungen lagen zum Teil so weit auseinander, dass man sich nicht finden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kritik, die man oft hörte, lautete: Sesam sei ein grössenwahnsinniges Projekt, und es werde zu viel versprochen. Ist da etwas Wahres dran?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesen Vorwurf möchte ich von verschiedenen Seiten her eingehen. Erstens gab es den strategischen Entscheid des Nationalfonds, der sich auf viele Gutachter stützte, die alle das Projekt und die Idee von Sesam für gesellschaftlich wichtig hielten. Und zwar deshalb, weil - zweitens - psychische Krankheiten heute in der Schweiz als Ursache von Arbeitsausfall und von vorzeitiger Sterblichkeit an zweiter Stelle stehen. Genau dies prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation WHO für die ganze Welt bis zum Jahr 2020. Das ist auch von den Kosten her sehr relevant. Ganz abgesehen vom Leiden von Angehörigen und Betroffenen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gescheitert ist die Studie nun aber daran, dass viel zu wenige der angefragten schwangeren Frauen sich zur Teilnahme entschliessen konnten. Ist die Schwangerschaft vielleicht ein heikler und damit ungünstiger Zeitpunkt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht der anvisierten Teilnehmerinnen dürfte das zutreffen. Wenn man als Forscher die Frage nach den Ursachen für psychische Krankheit und Gesundheit ernst nimmt, dann muss man bei den Kindern von Anfang an - also schon im Mutterleib - ansetzen. Wir wissen heute, dass es das sogenannte fötale Programmieren gibt: Wenn die Mutter grossen Belastungen ausgesetzt ist, wirkt dies auf das ungeborene Kind ein, und es nimmt diese Belastungen mit in sein Leben. Deshalb ist es so wichtig, zu erforschen, wie sich Belastungen der Mutter während der Schwangerschaft später auswirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Basel zeigten die ersten Monate der Rekrutierung: Rund jede zweite Frau sagte nein. War das nicht zu erwarten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein. Wir sind davon ausgegangen, dass von jenen Frauen, die unsere Kriterien erfüllen - die also über 18 Jahre alt sind, eine intakte Schwangerschaft haben und über genügende Sprachkenntnisse verfügen -, etwa 70 bis 80 Prozent mitmachen würden. Wegen der Verzögerungen von Sesam konnten wir leider keine Pilotstudie machen. Aber frühere Studien in der Schweiz haben eine Teilnahme in diesem Rahmen gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sehen Sie die Gründe dafür, dass dies offenbar nicht mehr so ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufwand und die Dauer insgesamt haben die Teilnehmerinnen offenbar davon abgehalten, an Sesam teilzunehmen. Erschwerend kam hinzu, dass Sesam von Beginn stetig ein rauer Wind ins Gesicht geblasen hat, und das haben die Leute natürlich mitbekommen. Es gab Aktionsgruppen, die ganz gezielt auf Sesam geschossen haben und das Image der Studie beschädigt haben. Dazu kamen Auflagen, etwa die Risiken explizit zu benennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gingen Sie konkret vor?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der 12. Schwangerschaftswoche informierte der betreuende Arzt eine Frau, dass seine Klinik sich an Sesam beteilige und dass eine Sesam-Mitarbeiterin sie darüber informieren möchte. Dafür haben wir als Assistentinnen gestandene Mütter eingesetzt. Diese haben den schwangeren Frauen erste Informationen gegeben und ein Büchlein von 40 Seiten, das den Nutzen und die Risiken der Studie anspricht. Die betreffende Frau musste sich nach diesen Informationen selbst bei uns melden, wir durften nicht von uns aus nachfragen. Wenn sich die Frau meldete, bekam sie ein weiteres, nun viel dickeres Buch, in dem sie 6-mal unterschreiben musste, und für jede dieser Unterschriften waren bis zu 15 Punkte aufgelistet, zu denen sie sich einverstanden erklären musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hätte doch gleich klar sein müssen, dass da niemand mehr mitmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nachhinein ist man immer gescheiter. Schon weil Menschen heute allgemein skeptischer gegenüber Forschung eingestellt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher kommt diese Skepsis in einer Gesellschaft, die von der Forschung, auch in der Medizin, gerne profitiert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen fragen heute sofort: Was nützt mir eine Sache selbst? Früher gab es so etwas wie ein grundsätzliches Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnis. Die Haltung war: Wenn ich als gewöhnliche Person hierzu beitragen kann, dann ist das gut, denn es wird zum allgemeinen Wohl beitragen. Diese Bereitschaft, zum Allgemeinwohl beizutragen, ist heute in viel geringerem Masse vorhanden. Damit ist der Boden für Forschung, deren Nutzen nicht unmittelbar absehbar ist, extrem steinig geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum ist unsere Gesellschaft so wenig geneigt, sich für Forschung für das Allgemeinwohl zu engagieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe dahinter die starke Betonung des Individualismus und den Rückzug in die Privatsphäre: Jeder muss für sich entscheiden, was für ihn oder sie richtig ist. Damit ist man auf sich selbst zurückgeworfen. Das verunsichert, da sagt man lieber zur Vorsicht Nein. Diese Verunsicherung ist sozusagen der Preis, den wir für die Individualisierung zahlen. Eine Frau begründete ihre Absage damit, dass sie nicht für ihr ungeborenes Kind entscheiden möchte, da sie ja nicht wissen könne, ob dieses Kind dereinst ihre Entscheidung billigen werde. Ich respektiere das Argument dieser Frau. Dahinter steht aber im Grunde ein Erziehungskonzept und eine gesellschaftliche Entwicklung: Ich darf als Mutter keine Entscheidung gegen den Willen meines Kindes treffen. Das hiesse nämlich, dass ich zu meinen eigenen Entscheidungen stehen müsste, auch wenn das Kind damit vielleicht einmal nicht einverstanden ist - so wie es auch mit seinem Namen vielleicht einmal unzufrieden ist. Zu seinen Entscheidungen stehen verlangt eine starke Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Konsequenzen hat das Scheitern von Sesam für das Gesetz über die Forschung am Menschen, das gegenwärtig diskutiert wird?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann da nur die Hoffnung ausdrücken, dass die politischen Instanzen die Brisanz und die Notwendigkeit dieses Gesetzes erkennen. Es gibt heute Gruppierungen, die jede Forschung mit Menschen, und vor allem mit Kindern, anzweifeln, die keinen ganz direkten Nutzen für die Teilnehmenden bringt. Ein Gesetz muss deshalb beidem Rechnung tragen - es muss den Beforschten Rechte einräumen, aber es darf Forschung nicht verunmöglichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationale Forschungsschwerpunkt Sesam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationale Forschungsschwerpunkt Sesam (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) wurde 2005 bewilligt und sollte dieBedingungen für psychische Gesundheiterforschen. Am vergangenen Donnerstag hat die Leitung von Sesam nun die Einstellung der Kernstudiebeantragt, weil das angestrebte Ziel der Rekrutierung von Teilnehmern innerhalb von zwei Jahren nicht mehr erreicht werden kann: Nur 20 von den bisher 110 in Basel angefragten schwangeren Frauen hatten zugesagt. Für die Kernstudievon Sesam sollten 3000 Kinder von der 12. Schwangerschaftswoche bis zum 20. Altersjahr regelmässig untersucht und befragt werden. Vorgeburtlich waren Ultraschalluntersuchungen geplant. Gleichzeitig waren Interviews mit beiden Eltern und mit den Grosseltern vorgesehen. Die teilnehmenden Kinder sollten in den universitären Kliniken vonBasel, Bern, Lausanne, Genf und Zürichrekrutiert werden. Von Sesam erhofften sich die Forscher Einsicht darüber, welche Umstände zur psychischen Gesundheit beitragen und welche Faktoren Depressionen und Angststörungen begünstigen. Unter der Leitung von Jürgen Margraf, Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie in Basel, waren Forscher aus fünf Schweizer Universitäten involviert. AufDruck der Kritikan den geplanten DNA-Tests musste dieser Teil der Studie fallengelassen werden, und diverse verlangte Modifikationen verzögerten den Studienbeginn auf den Herbst 2006. Von insgesamt 14 geplanten Teilstudien sollen nun diejenigen, die ihre Teilnehmer unabhängig rekrutieren, weitergeführt werden. Für die erste Phase von Sesam (2005-09) hatten der Schweizerische Nationalfonds und die Universität Basel22,4 Millionen Frankenbereitgestellt, davon sind bisher rund 8 Millionen verbraucht worden.&lt;br /&gt;
(kmr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Grob&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist Professor fürEntwick lungs- und Persönlichkeitspsychologiean der Universität Basel, Vorsitzender der Schweizerischen Gesellschaft für Psychologie und Vizedirektor des Projekts Sesam. Sein Forschungsinteresse gilt u. a. der Temperament- und Persönlichkeitsentwicklung vom Säugling- bis ins Erwachsenenalter, und dem Lebenslauf. Grob ist Vater von zwei Kleinkindern.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-16T15:39:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798359/">
    <title>Aargauer Zeitung/MLZ vom 14.3.08: Das Aus für ein ehrgeiziges Projekt</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798359/</link>
    <description>Sesam-Studie: Millionenprojekt ist gescheitert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulationen über die Anzahl Teilnehmerinnen schossen in den letzten Wochen ins Kraut: Statt 3000 sei nur eine «Handvoll Personen» bereit, an einem der ehrgeizigsten Projekte der Schweizer Wissenschaftsgeschichte teilzunehmen. Jetzt ist klar: Die Sesam-Studie muss bereits in der Startphase abgebrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorhaben war weltweit einzigartig. Und die finanzielle Investition war für Schweizer Verhältnisse ausserordentlich gross. Allein bis Ende 2009 sollten über 22 Millionen Franken ausgegeben werden. Doch jetzt kommt das vorzeitige Ende: Die interdisziplinäre Langzeitstudie über die menschliche Entwicklung und die seelische Gesundheit, Sesam soll abgebrochen werden. Das Ziel, mehrere tausend Studienteilnehmende innerhalb von zwei Jahren zu rekrutieren, könne nicht erreicht werden, teilte das Sesam-Leitungsgremium gestern mit. Es wird beim Schweizerischen Nationalfonds die Einstellung der Kernstudie beantragen. Die zentrale wissenschaftliche Fragestellung, nämlich die Erforschung der Faktoren, die zu einer gesunden seelischen Entwicklung beitragen, solle aber weiter untersucht werden. Auch von der Kernstudie unabhängige Teilstudien sollen nach Möglichkeit weitergeführt werden. Vor dem Hintergrund der Zunahme psychischer Erkrankungen wie etwa Depressionen hatte Sesam zum Ziel, 3000 Kinder bis ins Erwachsenenalter periodisch zu untersuchen und zu befragen. Auch Eltern und Grosseltern waren eingeladen, bei der Studie mitzumachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massive Kritik habe Sesam geschadet&lt;br /&gt;
Die Sesam-Leitung machte unter anderem den hohen Anspruch an die Beteiligten für das Scheitern des Projekts verantwortlich. «Viele Schwangere, die von uns angesprochen wurden, fühlten sich von den Dimensionen der Studie überfordert», erläutert Sesam-Vizedirektor Alexander Grob im MZ-Interview. «Zudem waren die mit der Teilnahme verbundenen administrativen Hürden hoch.» Geschadet habe Sesam ausserdem die massive und ungerechte Kritik, welcher das Projekt von Anfang an ausgesetzt gewesen sei, sagt Grob. Kritische Kreise wie der Basler Appell gegen Gentechnologie hatten ethische Bedenken geltend gemacht und Sesam sogar eugenische Absichten unterstellt. In einer Petition mit 12 000 Unterschriften brachten sie diese Kritik zum Ausdruck. Die Sesam-Leitung habe den Protest beiseitegeschoben, jetzt aber die Quittung kassiert. Im Aus der Kernstudie sieht der Basler Appell «eine peinliche Niederlage für die Universität Basel und für den Schweizerischen Nationalfonds, die das fragwürdige Projekt bis zuletzt verteidigt hatten». (Fes/ird)</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T15:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798343/">
    <title>MLZ vom 14.3.08: «Der Anspruch war zu hoch»</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798343/</link>
    <description>Interview: Der Basler Entwicklungspsychologe Alexander Grob über das Aus von Sesam Unablässige Kritik habe dem Projekt geschadet, meint der Sesam-Vizedirektor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Irène Dietschi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Grob, was hat die Sesam-Leitung falsch gemacht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Grob: Wenn wir das wüssten, hätten wir uns eine zweite Chance gegeben. Wir können nur feststellen, dass wir unser Ziel, 3000 Frauen zu rekrutieren, nicht erreicht haben. In Basel hätten wir von Oktober bis jetzt 120 Frauen rekrutieren sollen, tatsächlich waren es nur 20. In den anderen Sesam-Städten waren die Zahlen ähnlich schlecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen wird vorgeworfen, Sie hätten Kritik von Anfang an in den Wind geschlagen, zum Beispiel wider besseres Wissen nur Deutsch und Französisch sprechende Frauen zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Aufgrund der Zahlen, die wir an den Sesam-Standorten erhoben, hätten wir genügend rekrutierbare Frauen gehabt, auch wenn wir uns auf Deutsch und Französisch sprechende beschränkten. Richtig ist, dass der Anteil der Migrantinnen hoch ist. Im ursprünglichen Studiendesign wollten wir noch andere Sprachen berücksichtigen  Spanisch, Türkisch, Kroatisch und Tamilisch standen zur Disposition. Der Mehraufwand wäre allerdings enorm gewesen. Den Bewilligungsinstanzen war dies zu teuer. Zu den kritischen Stimmen: Wir waren sehr offen diesbezüglich. Es gab zum Beispiel das Sesam-Forum, ein Begleitforum der Bevölkerung, oder ein Fachgremium, das uns zum Patientenrecht, zu ethischen Fragestellungen usw. auf die Finger schauen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem ist die Kernstudie gescheitert. Was war der Hauptgrund?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Es gab erstens weniger rekrutierbare Frauen, als wir dachten. Zweitens konnte Sesam zu wenig aktiv auf diese Frauen zugehen. Schwangere wurden bei der Kontrolle im Spital kurz auf das Projekt angesprochen und mit einer ausführlichen Broschüre bedient, dann hatten sie sechs Wochen lang Zeit, um sich zu entscheiden. In der Broschüre war viel von Risiken die Rede, und am Schluss mussten die Frauen ihre schriftliche Einwilligung mit zahlreichen Unterschriften leisten. Möglich, dass dieses aufwändige Prozedere abschreckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie waren im Vorfeld massiver Kritik ausgesetzt: Sesam sei ethisch nicht zu verantworten, das Projekt trage sogar eugenische Tendenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Dieses Kesseltreiben hat uns extrem geschadet. Der Basler Appell gegen Gentechnologie sammelte Tausende von Unterschriften, in Bern reichte die grüne Nationalrätin Maya Graf eine Interpellation gegen Sesam ein. Die Voraussetzungen waren von Anfang an schlecht. Noch nie hat ein  sozialwissenschaftliches Forschungsprojekt in der Schweiz so viel Publicity bekommen wie Sesam, und zwar negative. Eine fundamentalistische Gegnerschaft hat diese Kritik systematisch vorangetrieben. Dazu gehörten auch gewisse Medien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch besonnenere Exponenten wie etwa Remo Largo fanden, Sesam habe unglücklich kommuniziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Das trifft vielleicht auf die Phase ganz am Anfang zu. Insgesamt aber kann man uns diesen Vorwurf mit Sicherheit nicht machen. Ich sehe es eher so, dass der Anspruch an die Beteiligten insgesamt zu gross war: «3000 Frauen, 20 Jahre lang, ich bin ein Teil davon, und wenn ich Ja sage, komme ich vielleicht nie wieder raus»  obwohl man jederzeit hätte aussteigen können. Vielleicht wurde dies als Hürde wahrgenommen, die für die meisten zu hoch war. Hätten wir eine kleinere Studie mit kürzerer Laufzeit geplant, dann hätten wir ganz andere Teilnehmerinnenzahlen gehabt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gross ist der Schaden für den Forschungsplatz Schweiz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Ich glaube, dass Forscher und Forscherinnen sich künftig auch gut überlegen müssen, ob man vitale und relevante Fragestellungen wie die von Sesam, nämlich die Entwicklung der psychischen Gesundheit und Krankheit, in der Schweiz in diesem Umfang angehen kann. Die Antwort: An einem Projekt, das viel Unterstützung bekam, das von internationalen Experten mit Höchstnoten bedacht und von den nationalen Gremien als wichtig erachtet wurde, an diesem Projekt wurde exemplarisch gezeigt, dass dies in der Schweiz nicht geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie enttäuscht sind Sie persönlich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grob: Ich bin sehr betroffen. Doch ich habe eine Sorgfaltspflicht gegenüber der Öffentlichkeit, ich darf an der Realität nicht vorbeischauen. Gleichzeitig sind für mich die Fragestellungen von Sesam vital. Als unabhängiger Forscher will ich weiterhin versuchen, Antworten zu bekommen. Für mich ist psychische Gesundheit und die Entwicklung von Kindern in Systemen, also in Familien, das Forschungsthema. Und ich will herausfinden: Wie kann ich früh erkennen, ob ein Kind Gefahr läuft, sein Potenzial nicht ausschöpfen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Update&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sesam: Die Kernstudie des Nationalen Forschungsschwerpunkts Sesam hatte zum Ziel, die Faktoren für eine gesunde seelische Entwicklung zu erforschen. 3000 Kinder sollten von der Schwangerschaft bis ins Erwachsenenalter untersucht und befragt werden. Auch Eltern und Grosseltern waren beteiligt. Sesam war von Anfang an umstritten. Insbesondere die vorgesehenen genetischen Tests stiessen auf Kritik. Ob die von der Kernstudie unabhängigen Teilstudien weitergeführt werden, ist noch offen.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T15:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798300/">
    <title>NZZ vom 14.3.08: Kein ideales Forschungs-Biotop</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798300/</link>
    <description>Der grösste und wichtigste Teil des mit vielen Millionen Franken dotierten Nationalen Forschungsprogramms Sesam ist eingestellt worden. Mehrere Teilstudien, die ebenfalls die psychische Entwicklung von Kindern erforschen, sollen weitergeführt werden. Doch dies wird für die involvierten Wissenschafter ein schwacher Trost sein. Es fanden sich schlicht zu wenige Probandinnen, um den Hauptversuch seriös durchführen zu können. In Basel blies Sesam von Beginn weg eine steife Brise ins Gesicht. Gegner der Forschung an Kindern wurden nicht müde, die Zulässigkeit der Studie zu hinterfragen. Ständige Kritik muss nicht zu Verunsicherung aufseiten der potenziellen Versuchspersonen führen, aber sie kann. Angesichts des Scherbenhaufens bleiben zum jetzigen Zeitpunkt einige Fragen zurück, die für künftige, vergleichbare Forschungsvorhaben geklärt werden müssten. In welcher Verantwortung sieht sich etwa der Bund, der die Forschungsprogramme ja bewilligt und zu einem grossen Teil finanziert? Müsste dieser den Universitäten bei der Umsetzung der Projekte sowohl in organisatorischer als auch in rechtlicher Hinsicht nicht stärker unter die Arme greifen? Und: Ist es sinnvoll, bei nationalen Studien, die an verschiedenen Forschungsstätten im Land durchgeführt werden, je die kantonalen Ethikkommissionen anrufen zu müssen? Bei der Ethikkommission beider Basel etwa war gar unklar, ob sie überhaupt für die Beurteilung psychologischer Forschung zuständig ist. Es scheint, als sei in der Schweiz - anders als etwa in Grossbritannien - das Biotop für solch breit angelegte&lt;br /&gt;
Studien noch nicht bereitet. Bei der in den kommenden Jahren anstehenden Beratung des Humanforschungsgesetzes hat es die Politik in der Hand, die dafür notwendigen Grundlagen zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommetar von Markus Hofmann</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T15:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798289/">
    <title>NZZ vom 14.3.08: Forschungsprojekt «Sesam» wird abgebrochen</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798289/</link>
    <description>Zu schleppende Rekrutierung von Probandinnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von S. Aiolfi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Sesam» lässt sich offenbar nicht öffnen. Wie bereits gemeldet (NZZ 7. 3. 08), ist der Nationale Forschungsschwerpunkt zur Ergründung psychischer Erkrankungen auf grössere Schwierigkeiten gestossen, als es darum ging, für das Vorhaben die nötigen Probandinnen zu finden. Das Problem hat sich jetzt als so drastisch erwiesen, dass das Sesam-Leitungsgremium entschieden hat, beim Schweizerischen Nationalfonds, der den grössten Teil des Vorhabens finanziert, die Einstellung der Kernstudie zu beantragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu viele Hürden&lt;br /&gt;
Vorgesehen war gewesen, innerhalb von zwei Jahren an fünf Schweizer Standorten bis zu 3000 Kinder zu bestimmen, die man von der Zeit vor der Geburt bis ins 20. Lebensjahr periodisch beobachtet und untersucht hätte. Nach den Angaben von Sesam-Vizedirektor Alexander Grob hatte man in Basel mit dem Aufnahmeverfahren im Oktober begonnen und hätte bis heute 100 bis 150 Probandinnen erfasst haben müssen, um das Plansoll zu erfüllen. Tatsächlich rekrutiert worden sind aber lediglich 20 Frauen; 30 sind noch unentschieden, und 60 haben abgesagt. Am Standort Bern verlief die Rekrutierung ähnlich schleppend. In Zürich, Genf und Lausanne hat man mit dem Verfahren zwar noch nicht begonnen, musste aber einsehen, dass die Schwierigkeiten dort ebenfalls gross gewesen wären. Ein Grund für das mangelnde Interesse waren laut Grob zunächst die Bedenken zahlreicher Frauen hinsichtlich des zeitlichen Engagements; eine Teilnahme am Projekt hätte während der ersten zwei Lebensjahre des Kindes einen Aufwand von 20 Stunden erfordert, was vielen zu viel war. Ein weiteres Handicap war, dass es den Projektbetreibern untersagt war, nach dem ersten Kontakt mit einer werdenden Mutter, bei dem sie über Sesam informiert wurde, nachzuhaken und zu fragen, ob sie mitmachen wolle. Die Initiative musste ganz der Frau überlassen werden. Und schliesslich war auch die Gruppe jener Kandidatinnen, die die sprachlichen Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllten (nämlich Deutsch- oder Französischkenntnisse), kleiner, als von den Spitälern ursprünglich geschätzt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzicht auf eine Adjustierung&lt;br /&gt;
Vor Wochenfrist hatten die Projektleiter noch die Möglichkeit einer Anpassung der Versuchsanordnung erwogen; der Vorschlag stand im Raum, mit der Untersuchung der Kinder statt vor erst nach der Geburt zu beginnen, da man vermutete, dass sich die Zahl der Studienteilnehmer dadurch vergrössern liesse. Nach Grob wäre eine solche Adjustierung jedoch kompliziert gewesen, und es hätte auch keine Gewähr gegeben, dass das Rekrutierungsproblem dadurch hätte gelöst werden können. Ausserdem hätte man mit dem Verzicht auf die pränatale Untersuchung einen wichtigen Baustein der Studie verloren. Und diesen Verlust an Qualität wollte man nicht in Kauf nehmen. Der Scherbenhaufen ist insofern nicht total, als der Abbruch nur die Sesam-Kernstudie betrifft. Einige Teilstudien, die sich ebenfalls mit dem Eltern-Kind-Verhältnis befassen, aber mit weniger Probanden auskommen und von kürzerer Dauer sind, sollen dagegen weitergeführt werden. Von der Beendigung des Projekts betroffen sind nach den Angaben von Grob an die 70 Personen, die sich in 50 Stellen teilten. Sichergestellt ist immerhin, dass 31 Doktoranden, die sich bisher mit Sesam beschäftigt hatten, ihre Arbeiten zu Ende führen können. Wie weiter zu erfahren war, sind von den für das Projekt insgesamt bewilligten 22,4 Millionen Franken bis dato 8,3 Millionen aufgebraucht worden.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T15:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798271/">
    <title>BZ vom 14.3.08: Aus für «Sesam»-Studie über Psyche</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798271/</link>
    <description>Die Teilnehmer sind ausgeblieben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Brigitte Walser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nationale Forschungsprojekt «Sesam» wird mangels Teilnehmender eingestellt. Um Erkenntnisse zur seelischen Entwicklung von Kindern gewinnen zu können, hätten dreitausend Familien zwanzig Jahre lang begleitet werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt sei wohl an den hohen Anforderungen gescheitert, sagte gestern «Sesam»-Sprecher Daniel Habegger. Die Studie («Sesam» steht für «Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health») hätte Erkenntnisse zur seelischen Entwicklung liefern sollen. Geplant war, dreitausend Kinder während zwanzig Jahren periodisch zu untersuchen und zu befragen und auch die Eltern und Grosseltern einzubeziehen. Vor einem Jahr gab die zuständige Ethikkommission beider Basel grünes Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu aufwändig&lt;br /&gt;
Gestern nun stellte die «Sesam»-Leitung beim Schweizerischen Nationalfonds den Antrag, die Studie noch vor dem eigentlichen Start zu stoppen. Der Grund: Es gelinge nicht, innerhalb von zwei Jahren mehrere tausend Studienteilnehmer zu finden. Das hatte die Vorrekrutierung in Basel ergeben. Dort hatten sich gemäss Habegger «knapp zwei Dutzend Elternpaare», die ein Kind erwarteten, zur Teilnahme bewegen lassen. Die Studienleiter schlossen daraus, dass die für später geplante Suche in Bern, Zürich, Lausanne und Genf nicht erfolgreicher verlaufen würde. Zu aufwändig und komplex sei die Studie für die Teilnehmenden, die selbst keinen direkten Nutzen davon hätten, so Habegger. Eine finanzielle Entschädigung der Familien kam aus ethischen Gründen nicht in Frage, das wäre nur bei Erwachsenen und damit urteilsfähigen «Studienobjekten» möglich, nicht aber bei Kindern. Von den «Sesam»-Forschern war ein finanzieller Anreiz auch nie in Betracht gezogen worden. «Wir wollen niemanden kaufen», so Habegger. Ganz möchten die Forscher das Thema nicht aufgeben. Sie beantragen beim Nationalfonds Teilstudien zur seelischen Entwicklung bei Kindern, die auch ohne die grosse Zahl von Teilnehmenden durchführbar sind. Derzeit sind 31 Doktoranden in das «Sesam»-Projekt involviert. «Wir legen Wert darauf, dass sie alle ihre Dissertation beenden können», so Habegger. Für die 25 Festangestellten, die grösstenteils im administrativen Bereich arbeiten, seien einschneidende Massnahmen aber kaum zu vermeiden. Das Forschungsprojekt hätte vom Nationalfonds, dem Kanton Basel-Stadt und von Sponsoren aus der Privatwirtschaft, etwa dem Pharmakonzern Roche, finanziert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stolpersteine&lt;br /&gt;
Weil bei «Sesam» die «Studienobjekte» Kinder sind, bewegen sich die Forscher in einem datenschutzrechtlich und ethisch heiklen Umfeld und blieben insbesondere vom «Basler Appell gegen Gentechnologie» zu Beginn nicht von Kritik verschont. Der «Basler Appell» reagierte mit einem Communiqué auf die gestrigen Nachricht: «Sesam» sei ein «Riesenflop» und ein «Desaster für die Leitung des Projekts». «Sesam» sei an ethischen Stolpersteinen gescheitert sowie am hohen Anteil an Migranten unter den werdenden Eltern. «Sesam» beschränkte sich auf Personen, die Deutsch oder Französisch sprechen.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T15:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798252/">
    <title>BaZ vom 14.3.08: «Eine verpasste Chance für Basel»</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798252/</link>
    <description>«sesam»-Leiter Jürgen Margraf sucht nach Erklärungen für das Scheitern der Studie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interview: Markus Kocher, Stefan Stöcklin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schock war gross, als die «sesam»-Leitung gestern Nachmittag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Entscheid informierte, die «sesam»-Kernstudie einzustellen. Wenig später trat der «sesam»-Leiter Jürgen Margraf vor die Presse. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
baz: Herr Margraf, wann kam bei Ihnen die Erkenntnis, dass es Ihnen nicht gelingen wird, genügend Teilnehmerinnen für die «sesam»-Studie zu mobilisieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Margraf: So richtig erst im Februar. Nachdem wir bereits im November letzten Jahres merkten, dass die Rekrutierung nicht wunschgemäss verläuft, leiteten wir korrigierende Massnahmen ein. Nachdem es im Februar erneut stockte, wollten wir mit einer Alternativstrategie reagieren, die dann aber nicht mehr zur Anwendung kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worin bestand diese Strategie?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollten auch Frauen nach der Geburt des Kindes für die Studie gewinnen und uns nicht nur auf Schwangere beschränken. Wie viele Schwangere hätten Sie gebraucht, um das Projekt weiterverfolgen zu können? Für Basel waren 20 bis 25 Frauen pro Monat vorgesehen, um den wegen der langen Vorgeschichte bereits sehr eng gewordenen Zeitrahmen einhalten zu können. In den Standorten Bern und Basel einschliesslich Bruderholz wären also etwa 100 Frauen nötig gewesen. Leider ist uns das nicht gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele sind es also unter dem Strich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute haben sich 17 Frauen entschlossen, bei der Kernstudie mitzumachen. Vier weitere haben ihre Teilnahme für heute angekündigt, und letzte Woche, nach der Berichterstattung in Ihrer Zeitung, haben sich weitere sieben Frauen gemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betreffen die Zahlen die ganze Schweiz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, wobei in Bern das Projekt erst seit Mitte Januar läuft. Die Erfahrungen aus Bern waren für uns wichtig, um herauszufinden, ob das Projekt ausserhalb von Basel, wo «sesam» besonders kontrovers diskutiert wird, anders ankommt. Doch die Rekrutierung verlief ähnlich schleppend. Am Montag hat dann die «sesam»-Leitung den Beschluss gefasst, die Kernstudie zu sistieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War das ein einstimmiger Beschluss?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, es waren alle Mitglieder dabei. Der Beschluss fiel einstimmig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 Frauen. Die Zahlen erstaunen selbst Skeptiker. Haben Sie Erklärungen für das schlechte Abschneiden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht. Unsere Befragungen haben ergeben, dass die meisten Schwangeren vom Projekt «sesam» noch nie etwas gehört hatten. Die ganze ethische Debatte, die in den Medien gross geführt wurde, war also an ihnen vorbeigegangen und hatte kaum einen Einfluss auf ihre Entscheidung. Den meisten Frauen war der Aufwand schlicht zu gross, auch wegen der Tatsache, dass die Studie auf einen Zeitraum von 20 Jahren angelegt war. Trotzdem wäre eine positivere Berichterstattung in den Medien hilfreich gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie meinen, das hätte mehr Leute bewogen, an der Studie teilzunehmen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat uns indirekt geschadet, weil wir durch die Sensibilisierung viele Auflagen bekommen haben. Das hat es uns sehr schwer gemacht. Aus der Teilnehmerbroschüre zum Beispiel ist fast alles rausgenommen worden, was irgendjemanden hätte dazu motivieren können, mitzumachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben Sie die Schwangeren nicht einfach falsch eingeschätzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist in der Tat so. Wir hätten das auch ganz anders erwartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum haben Sie denn keine Pilotstudie durchgeführt, um das auszutesten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wollten wir. Die Ethikkommission wollte die Vorstudie aber erst nach der Kernstudie begutachten. So blieb zu wenig Zeit, die Erkenntnisse, die wir aus der Vorstudie gewonnen hätten, auch zu nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist da nicht sehr viel Geld in den Sand gesetzt worden? Unseren Berechnungen zufolge sind es 10 Millionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das stimmt nicht. Bis jetzt wurden gesamthaft 8,3 Millionen ausgegeben, davon etwa 40 Prozent für die Kernstudie. Unterm Strich sind das rund 3,5 Millionen Franken, für die wir aber durchaus auch einen materiellen und wissenschaftlichen Gegenwert erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sieht die Zukunft von «sesam» aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antrag, die Kernstudie zu sistieren, ist gestellt. Die Teilstudien mit unabhängigen Stichproben sollen aber weitergeführt werden. Dadurch wird die ganze Anlage erheblich schlanker, was allerdings bedeutet, dass nicht alle Mitarbeiter dabeibleiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bedeutet das Ende von «sesam» für Sie als Mensch und Wissenschaftler?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich fühle, ist Enttäuschung und Trauer. Es ist wie ein Kind, von dem man sich verabschiedet. Und als Wissenschaftler denke ich, dass das eine verpasste Chance für Basel ist. Gleichzeitig ist aber auch das Gefühl da, etwas lernen zu können. Würde ich nochmals von vorne anfangen, würde ich einiges anders machen. Zum Beispiel war die Studie stark interdisziplinär angelegt  was mir persönlich eine Herzensangelegenheit ist, uns jedoch punkto Entscheidungen aber wieder unbeweglich machte. Fazit: Ich würde es deutlich schlänker halten und nicht so viele verschiedene Akteure beteiligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus für «sesam»  und wie geht es jetzt weiter?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datenverlust &lt;br /&gt;
Die Kernstudie von «sesam»  eine auf 20 Jahre angelegte Untersuchung der psychischen Entwicklung von 3000 Kindern ist mangels Zuspruchs nicht durchführbar. Es bleiben aber immerhin noch einige unabhängige Teilstudien bestehen, die vom Entscheid der «sesam»-Leitung, die Kernstudie zu sistieren, nicht betroffen sind. Ob sie aber auch alle zu Ende geführt werden, ist laut «sesam»-Leiter Jürgen Margraf noch nicht entschieden. Auf gutem Kurs sind: die Teilstudien über das Befinden in der Schwangerschaft, Schwangerschaft und psychische Störungen, Neurotizismus, Blinzelreaktion, die Familienprozesse, Untersuchungen zur Präeklampsie, Studien über das autonome Nervensystem, die Entwicklung einer Datenbank sowie die Vorstudie zum autobiografischen Gedächtnis. Die bis jetzt im Rahmen der Kernstudie erhobenen Daten der 17 teilnehmenden Frauen würden nicht mehr weiter verwendet und gelöscht, sofern die Frauen dem zustimmen, so Jürgen Margraf.</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienbeobachtung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-14T14:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4798208/">
    <title>BaZ vom 14.3.08: «sesam»-Studie blitzte bei Frauen ab</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4798208/</link>
    <description>Die geplante Untersuchung von 3000 Kindern wird nicht stattfinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Stefan Stöcklin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das vor drei Jahren mit grossen Erwartungen gestartete «sesam»-Projekt verliert seinen Kern. Der Direktor von «sesam», der Basler Psychologe Jürgen Margraf, konnte gestern seine Enttäuschung über den Abbruch der Kernstudie nicht verbergen. Er bedaure das abrupte Ende, aber da viel weniger Schwangere als geplant an der Studie teilzunehmen bereit waren, blieb keine andere Wahl. Nur 17 Frauen konnten seit dem Start letzten Oktober zur Teilnahme gewonnen werden, gut 100 hätten es bis Ende März sein sollen. Geplant war der Einschluss von 3000 Kindern, deren Entwicklung ab der Schwangerschaft bis zum 20. Altersjahr untersucht werden sollte. Versprochen haben sich die Initianten des vom Schweizerischen Nationalfonds getragenen Forschungsschwerpunktes Erkenntnisse zur Entstehung psychischer Krankheiten, vor allem Depressionen und Angststörungen. Für den Nationalfonds als wichtigsten Geldgeber von&lt;br /&gt;
«sesam» ist der Abbruch der Kernstudie eine «logische Folge der Rekrutierungsprobleme», wie Dieter Imboden, der Präsident des Nationalen Forschungsrates, sagte. Der Nationalfonds hat das Vorhaben seit Oktober 2005 mit 7,5 Millionen Franken unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilstudien &lt;br /&gt;
Mit dem Abbruch der Kernstudie, den die «sesam»-Leitung beim Nationalfonds beantragt hat, sei&lt;br /&gt;
zwar ein Teil dieser Gelder verloren. Unabhängig von der Hauptstudie waren aber gewisse Teilstudien wissenschaftlich durchaus erfolgreich. Diese könnten im Rahmen der allgemeinen Projektförderung auch künftig unterstützt werden, so Dieter Imboden. Vor allem werde es wichtig sein, alle Doktoranden bis zum Abschluss ihrer Dissertationen zu unterstützen. Mit dem «geordneten Rückzug», wie es Imboden formulierte, sei aber auch das Ende des Nationalen&lt;br /&gt;
Forschungsschwerpunktes «sesam» absehbar. Dieses Forschungsförderungsinstrument ist das umfassendste unter den Bundesmassnahmen, es gibt zurzeit 20 solche Projekte schweizweit. Laut Imboden war von Anfang an klar, dass bei «sesam» mit der Probandenzahl und ethisch schwierigen Fragen besondere Gefahren lauerten. «Wir werden die Lehren daraus ziehen», so Imboden. «Dies ist kein schöner Tag für die Universität», sagte Universitätsrektor Antonio Loprieno zu dieser&lt;br /&gt;
Entwicklung. Aber sie sei nicht ganz überraschend gewesen und ein «Ende mit Schrecken sei allemal&lt;br /&gt;
besser als ein Schrecken ohne Ende». Für die Universität ändere sich mit der «Redimensionierung von «sesam» wenig, an der strategischen Ausrichtung in den Profilierungsbereichen ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riesenflop &lt;br /&gt;
Die Firma Roche, die «sesam» sechs Millionen zugesagt hatte und rund zwei Millionen bereits&lt;br /&gt;
bezahlt hat, will erst nach einer Analyse sagen, ob sie sich an den Teilstudien weiterhin beteilige. Als «teuren Riesenflop» hingegen bezeichnete der Basler Appell gegen Gentechnologie den Abbruch von «sesam», als Desaster für die Mitarbeitenden und die Forschungsförderungsinstitutionen.</description>
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    <dc:date>2008-03-14T14:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sesam.twoday.net/stories/4787441/">
    <title>Reaktionen auf das Ende der Kernstudie</title>
    <link>http://sesam.twoday.net/stories/4787441/</link>
    <description>Alexander Grob, stv. Direktor Sesam, Antonio Loprieno, Rektor Uni Basel, Dieter Imboden, Präsident Forschungsrat Nationalfonds, Gabriele Pichelhofer, Appell gegen Gentechnologie, &lt;a href=&quot;http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/wissenschaft-drs-2/2803.bt10024904.html&quot;&gt;im Wissenschaftsmagazin von DRS2&lt;/a&gt; zum Abbruch der Kernstudie von sesam in einem Beitrag von Christian Heuss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; data=&quot;http://homepage.mac.com/tsup/pub/audio/player.swf&quot; id=&quot;audioplayer1&quot; height=&quot;24&quot; width=&quot;290&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://homepage.mac.com/tsup/pub/audio/player.swf&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;param name=&quot;FlashVars&quot; value=&quot;playerID=1&amp;soundFile=http://homepage.mac.com/tsup/pub/audio/sesam/sesamwid2sa.mp3&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;param name=&quot;quality&quot; value=&quot;high&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;param name=&quot;menu&quot; value=&quot;false&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Sehr anekdotisch: Bereits in der ersten &lt;a href=&quot;http://www.snf.ch/SiteCollectionDocuments/nat_ccr_ausschreibung.pdf&quot;&gt;Ausschreibungsrunde&lt;/a&gt; für die NCCRs &lt;a href=&quot;http://www.snf.ch/d/forschung/forschungsschwerpunkte/seiten/default.aspx&quot;&gt;anno 1999&lt;/a&gt; lag beim SNF eine so genannte &quot;Notice of Intent&quot; aus dem Hause Margraf auf dem Tisch. Arbeitstitel: &quot;Etiology and Prevention of Emotional Disorders&quot;. Das entsprechende Dokument mit den Namen all jener, die so eine erste Interessenbekundung deponiert hatten, ist auf dem snf.ch-Server gelöscht. Aber dank der &quot;&lt;a href=&quot;http://www.archive.org/web/web.php&quot;&gt;Wayback Machine&lt;/a&gt;&quot; des &quot;&lt;a href=&quot;http://www.archive.org/&quot;&gt;Internet Archive&lt;/a&gt;&quot; auch 2008 &lt;a href=&quot;http://web.archive.org/web/20060316171856/www.snf.ch/downloads/nat_ccr_listeabsicht.pdf&quot;&gt;über diesen Link immernoch verfügbar&lt;/a&gt;! Bekanntlich kam dann ja sesam erst in der zweiten Ausschreibungsrunde 2003 zum Handkuss.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>sesaminput</dc:creator>
    <dc:subject>Medienreaktionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 sesaminput</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-15T12:02:00Z</dc:date>
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