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Donnerstag, 22. Juni 2006

baz: Leserbrief

Bezug nehmend auf: "Forschung für Menschen: Für uns alle" in der Ausgabe vom 16. 6. 06:

Vorhandenes Wissen nutzen

Das Projekt «Sesam» will 3000 Kinder vorgeburtlich und bis zum 20. Lebensjahr untersuchen, um die Entstehung von psychischer Gesundheit besser zu verstehen. Müssen wir wirklich noch 20 Jahre forschen, um herauszufinden, warum die IV-Renten aufgrund psychischer Erkrankungen so stark ansteigen? Wir wissen sehr genau, dass die erhöhten Anforderungen am Arbeitsplatz und monate- und jahrelange Arbeitslosigkeit zu psychosomatischen und psychischen Erkrankungen führen. Der Verlust der biografischen Zukunftsmöglichkeiten der Erkrankten ist die Erklärung für die Zunahme der IV-Berentungen in den letzten Jahren. Brauchen wir ausserdem Forschung, um herauszufinden, wie wichtig die Familie für die psychische Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ist? Sie brauchen Bezugspersonen, die über viele Jahre für sie da sind. Um dies zu ermöglichen, brauchen wir eine Politik, die Familien mit Kindern finanziell entlastet und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer ermöglicht. Dringender, als weiter zu forschen, ist es, vorhandenes Wissen für die Planung griffiger Massnahmen zu nutzen. Damit kann die psychische Gesundheit des Menschen rasch und nachhaltig verbessert werden.

Martin Haug, Oberwil
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Sesam Watch

Beobachtungen und Notizen zum Schweizer NCCR "Sesam", der 3'000 Kinder und ihr Umfeld vom ersten Ultraschallbild an 20 Jahre lang beobachten wollte (vorzeitiger Abbruch: 13.3.08). Autonom, skeptisch, ehrenamtlich. Kontakt: sesamwatch@gmail.com

Grundsätze



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